Russlands seegestützte Rohölexporte sind auf den höchsten Stand seit mehreren Jahren gestiegen, doch ein wachsender Anteil scheint keinen Abnehmer zu finden und wird auf See gelagert. Trotz des kräftigen Anstiegs verweist die Internationale Energieagentur (IEA) darauf, dass Russlands gesamte Ölausfuhren im November deutlich zurückgegangen sind, da Raffinerieausfälle die Produktion von Ölprodukten gebremst hätten, schreibt der Rohstoffanalyst der Commerzbank, Carsten Fritsch.
Mehr schwimmende Lagerbestände durch unverkauftes russisches Rohöl
„Die russischen seegestützten Ölexporte stiegen in der vergangenen Woche auf 4,24 Millionen Barrel pro Tag und erreichten damit den höchsten Wert seit Anfang 2022, seit Bloomberg entsprechende Daten veröffentlicht. Innerhalb von zwei Wochen haben die Lieferungen um rund eine Million Barrel pro Tag zugenommen. Auch der weniger volatile Vier-Wochen-Durchschnitt drehte nach oben und erreichte mit 3,68 Millionen Barrel pro Tag den höchsten Stand seit Ende Oktober.“
„Ein erheblicher Teil dieser Lieferungen dürfte jedoch ohne Käufer unterwegs sein, was zu einem Anstieg der in Tankern gehaltenen Bestände führt. Nach Angaben der IEA sind diese seit Ende August um 213 Millionen Barrel gestiegen, was einem Zuwachs von gut zwei Millionen Barrel pro Tag entspricht. Zugleich berichtet die IEA von rückläufigen russischen Ölexporten.“
„Im November sanken diese erstmals seit Beginn des Jahres 2022 auf unter sieben Millionen Barrel pro Tag. Die Rohölexporte einschließlich Pipeline-Lieferungen gingen auf 4,7 Millionen Barrel pro Tag zurück, während die Ausfuhren von Ölprodukten auf 2,1 Millionen Barrel pro Tag fielen. Ursache dafür dürften die zahlreichen ukrainischen Drohnenangriffe auf Raffinerien in Russland sein, die zu einer geringeren Produktion und Ausfuhr von Ölprodukten geführt haben.“
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