- WTI dreht einen Verlust in eine Rallye aus dem Bereich von 88,00 USD, da China die Kraftstoffexporte stoppt.
- Die US-Destillatbestände liegen 14% unter dem Fünfjahresdurchschnitt, Rohöl 2% darüber.
- Ein US-Exportverbot für Diesel könnte die heimische Raffinerieauslastung um bis zu 12% senken.
Die Knappheit, die das Rohöl am Donnerstag nach oben treibt, betrifft Diesel, Benzin und Flugzeugtreibstoff, nicht die Barrel, die Raffinerien kaufen, um sie herzustellen. Rohöl hat einen anfänglichen Verlust in eine Rallye auf fast 91,50 USD verwandelt, seit Berichte auftauchten, dass Chinas Raffinerien den Verkauf von Kraftstoff ins Ausland eingestellt haben. In Asien wird Diesel inzwischen mit einem Aufschlag von etwa 75 USD je Barrel gegenüber dem Rohöl gehandelt, aus dem er hergestellt wird, ungefähr so viel, wie ein ganzes Barrel Rohöl Anfang August einbrachte.
Peking stabilisiert die Kraftstoffversorgung, beginnend mit Chinas
Chinesische Raffinerien haben die Kraftstoffexporte überallhin außer nach Hongkong und Macau ausgesetzt, bis Peking etwas anderes sagt, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen am Donnerstag. Eine staatliche Raffinerie stornierte am Mittwoch eine Handvoll Oktober-Lieferungen von Benzin und Flugzeugtreibstoff, die meisten davon Geschäfte, denen sie in den vorangegangenen zwei Wochen zugestimmt hatte.
China begann am Donnerstag einen einwöchigen nationalen Feiertag, ohne Oktober-Exporte zu genehmigen. Dieselben Quellen sagen, dass es davon abhängen könnte, ob die Genehmigungen nach dem Ende der Feiertage am 7. Oktober wieder aufgenommen werden, wie hoch die inländischen Kraftstoffbestände und die Raffinerieproduktion sind. Der Stopp erfolgte weniger als eine Woche, nachdem Präsident Trump Präsident Xi in Washington gebeten hatte, zur Stabilisierung der globalen Kraftstoffversorgung beizutragen.
China verfügt über die größte Raffineriekapazität der Welt, exportiert aber normalerweise weniger Kraftstoff als Indien oder Südkorea. Die stornierten Lieferungen sind weniger wichtig als der Grund, den Handelsquellen für den Stopp nennen, nämlich ein Rückgang von Chinas eigenen Kraftstoffbeständen. Der Wiederaufbau dieser Bestände erfordert Rohöl, und die auf einem Wochenhoch liegenden asiatischen Diesel-Margen machen es Raffinerien überall lukrativ, die Auslastung zu erhöhen.
Die USA haben mehr Rohöl als üblich und 14% weniger Diesel
Die Rohölexporte aus dem Nahen Osten stiegen im September auf den höchsten Stand seit Beginn des Krieges am 28. Februar. Saudi-Arabien hat zudem die Verladungen in seinem Rotmeerhafen Yanbu wieder aufgenommen, von dem aus Barrel verschifft werden, ohne Hormus zu passieren. Die US-Rohöllagerbestände stiegen in der Woche bis zum 25. September um 922K Barrel und liegen laut der Energy Information Administration (EIA) 2% über ihrem Fünfjahresdurchschnitt.
Die Destillatbestände, zu denen Diesel und Heizöl gehören, fielen in derselben Woche um 2,3 Millionen Barrel und liegen 14% unter ihrem Fünfjahresdurchschnitt. Die Benzinbestände sanken um 1,7 Millionen Barrel. US-Raffinerien haben eher zu wenig Kraftstoff zum Verkaufen als zu wenig Barrel zum Verarbeiten, weshalb sich der Rohölpreis mit dem Dieselpreis bewegt.
Eine Beratungsfirma schätzt, dass ein Verbot von US-Dieselexporten die Auslastung der US-Raffinerien um bis zu 12% senken könnte, da sich die Lager innerhalb eines Monats füllen. Am 24. September drückten Spekulationen über ein Verbot US-Rohöl auf seinen größten Abschlag gegenüber der internationalen Benchmark seit Anfang Mai. Ein Barrel, das eine US-Raffinerie nicht verarbeitet, muss einen anderen Käufer finden, was Washingtons Antwort auf die Kraftstoffknappheit zu einem Risiko macht, das sich insbesondere gegen US-Rohöl richtet.
Der durchschnittliche Dieselpreis in den USA überschritt im September erstmals 6,50 USD pro Gallone, und die Regierung will ihn vor den Zwischenwahlen am 3. November niedriger sehen. Beamte erwägen freiwillige Exportbeschränkungen und einen breiteren Verkauf von rot gefärbtem Diesel statt eines Verbots, und es wurde noch nichts entschieden. Präsident Trump hat sich öffentlich dafür ausgesprochen, US-Diesel im Inland zu behalten, und das Weiße Haus hat die Europäische Union aufgefordert, ihre Notfall-Dieselbestände freizugeben, um die Weltpreise zu senken.
Irans Delegation verlässt New York nach einem Zeitplan, den beide Seiten behaupten
Indirekte Gespräche mit Iran in New York kamen am Montag ins Stocken. US-Beamte sagen, Außenminister Rubio habe daraufhin angeordnet, dass Irans Delegation das Land verlassen solle. Die Mission Irans bei den Vereinten Nationen sagt, die Delegation sei nach einem Zeitplan abgereist, den sie dem Außenministerium am 17. September mitgeteilt habe. Katar übermittelt weiterhin Nachrichten zwischen den beiden Seiten, und Teheran hat noch keine Antwort auf den jüngsten US-Vorschlag angekündigt.
US-Beamte sollen am Montag ein Ende der Sanktionen und die Freigabe eingefrorener iranischer Gelder für konkrete nukleare Schritte angeboten haben, und Präsident Trump hat den Bericht inzwischen als unwahr bezeichnet. Ohne eine Einigung bleibt der Verkehr durch die Straße von Hormus weit unter dem Vorkriegsniveau, und der Preis für Rohöl enthält weiterhin die Prämie, die hinzugefügt wurde, als der Krieg am 28. Februar begann.
Niveaus und Tendenz
Widerstand: Die Rallye vom Donnerstag ist bislang knapp unter 92,00 USD zum Stillstand gekommen. Sowohl am Freitag als auch am Dienstag kam es zu Verkäufen aus dem Bereich von 93,00 USD bis 93,50 USD. Der Anstieg vom Montag auf 95,00 USD blieb unter dem Hoch vom 24. September nahe 96,00 USD, das wiederum deutlich unter dem Hoch vom 15. September nahe 102,00 USD lag.
Unterstützung: Käufer traten am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag knapp unter 88,00 USD in den Markt. Der 50-Tage-Exponential Moving Average (EMA) nahe 88,50 USD liegt knapp über diesem Boden, und der tägliche Schlusskurs vom Dienstag darunter hielt nur eine Sitzung. Das Tief vom 4. September nahe 87,00 USD folgt als Nächstes.
Tendenz: Long bevorzugt, solange Käufer den Bereich um 88,00 USD verteidigen, mit 93,50 USD als erstem Ziel und dem Spike-Hoch vom Montag bei 95,00 USD als zweitem. Der tägliche Stochastic Relative Strength Index (Stoch RSI) liegt nahe 18 und fällt weiter, am unteren Ende seiner Spanne, ohne nach oben gedreht zu haben. Long ist bei einem täglichen Schlusskurs unter 87,50 USD, unter den Tiefs von Dienstag bis Donnerstag, falsch.
WTI Tages-Chart

WTI Öl - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.
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