Beim Goldpreis wird es jetzt ernst. Das Edelmetall notiert am Donnerstagmorgen bei 4.216,72 US-Dollar und damit 0,72 % im Plus. Entwarnung ist das aber noch lange nicht. Die laufende Tageskerze ist noch nicht abgeschlossen und technisch bleibt Gold klar angeschlagen.
Der Goldpreis liegt unter seinem 200-Tage-Durchschnitt und auch unter dem SuperTrend. Gleichzeitig nähert sich der RSI langsam einem Bereich, in dem Anleger üblicherweise genauer hinschauen. Genau daraus entsteht die derzeit spannende Ausgangslage: Der Trend zeigt weiter nach unten, doch Gold steht inzwischen an einer Zone, an der sich die nächste größere Bewegung entscheiden könnte.
Für die kurzfristige Goldpreis Prognose kommt es dabei vor allem auf einen Bereich an. Zwischen 4.143,10 und 4.114,30 US-Dollar liegt eine Unterstützung, die aus Sicht der Käufer besser halten sollte. Bricht sie, könnte die Korrektur noch einmal deutlich an Dynamik gewinnen.

Goldpreis unter Druck - aber der Ausverkauf ist noch nicht komplett
Ein Blick auf die wichtigsten technischen Indikatoren zeigt, warum die Bären weiterhin im Vorteil sind.
Der 200-Tage-Durchschnitt liegt derzeit bei 4.566,08 US-Dollar. Gold handelt damit klar darunter. Auch der SuperTrend bei 4.440,58 US-Dollar befindet sich deutlich über dem aktuellen Kurs.
Das allein sorgt bereits für ein angeschlagenes Chartbild.
Hinzu kommt der MACD. Er liegt bei -61,30 Punkten, während seine Signallinie bei -35,49 Punkten verläuft. Der Abstand bleibt damit klar negativ und bestätigt das weiterhin schwache Momentum.
Beim RSI sieht es etwas anders aus. Er steht bei 33,89 Punkten. Der Verkaufsdruck ist damit bereits hoch, die klassische überverkaufte Zone ist aber noch nicht erreicht.
Und genau das ist wichtig.
Nur weil ein Markt bereits stark gefallen ist, bedeutet das nicht automatisch, dass die Gegenbewegung unmittelbar bevorsteht. Ein RSI im Bereich um 34 zeigt Schwäche - aber noch keinen fertigen Boden.
Auch der Chart selbst liefert bislang keine Entwarnung. Gold bewegt sich in einem absteigenden Dreieck und testet aktuell dessen untere Begrenzung.
Interessant ist allerdings das Volumen. Dieses nimmt in der Nähe der Unterstützung ab. Ein überzeugender Ausbruch nach unten sieht anders aus.
Damit bleibt die Lage offen: Der Trend spricht gegen Gold, ein sauber bestätigter Bruch der Unterstützung fehlt bislang aber.
Ein Tagesschlusskurs unter 4.143,10 US-Dollar würde das bearishe Bild deutlich verschärfen. Gelingt dagegen eine Rückkehr über 4.350 US-Dollar, würde der unmittelbare Verkaufsdruck nachlassen.
Diese Goldpreis-Marke darf jetzt nicht fallen
Die entscheidende Unterstützung liegt zunächst bei 4.143,10 US-Dollar.
Knapp darunter wartet bei 4.114,30 US-Dollar das 78,6-%-Fibonacci-Retracement. Zusammen bilden diese Marken die wichtigste Verteidigungszone für die Käufer.
Fällt auch dieser Bereich, kommen zunächst 3.955,40 und anschließend 3.842,80 US-Dollar ins Spiel.
Im Extremfall könnte sogar die tiefere Fibonacci-Ausdehnung bei rund 3.760,50 US-Dollar relevant werden.
Genau deshalb ist die Zone zwischen 4.100 und 4.150 US-Dollar derzeit so wichtig. Sie trennt einen möglichen Bodenbildungsversuch von einer deutlich tieferen Korrektur.
Auf der Oberseite sieht das Bild ähnlich klar aus.
Der erste Widerstand liegt bei 4.282,60 US-Dollar. Darüber folgen 4.382,40 und 4.440,58 US-Dollar. Erst deutlich höher wartet bei 4.566,08 US-Dollar der 200-Tage-Durchschnitt.
Für Anleger heißt das: Gold muss zunächst überhaupt wieder über die ersten Widerstände kommen, bevor man von einer echten Verbesserung im Chartbild sprechen kann.
So könnte der nächste Gold-Move aussehen
Technisch lassen sich derzeit mehrere Szenarien ableiten. Sie zeigen vor allem, wie eng die Entscheidungsspanne inzwischen geworden ist.
Das aggressive bearishe Szenario beginnt bei einem Bruch der Unterstützung. Ein möglicher Einstieg wäre in diesem Fall um 4.170 US-Dollar denkbar, sobald die Unterstützung aufgegeben wird. Ein technischer Stopp bei 4.230 US-Dollar würde ungefähr eine durchschnittliche Schwankungsbreite von einem ATR berücksichtigen.
Als erstes Ziel käme 3.955,40 US-Dollar infrage. Danach würden 3.842,80 und schließlich 3.760,50 US-Dollar folgen. Je nach Ziel ergibt sich daraus ein rechnerisches Chance-Risiko-Verhältnis zwischen 2,05 zu 1 und 4,21 zu 1.
Die Aussagekraft dieses Szenarios ist mittel. Trend und MACD sprechen zwar für weiter fallende Kurse, gleichzeitig bleibt die Gefahr eines Fehlausbruchs bestehen.
Etwas geduldiger wäre das zweite bearishe Szenario. Hier müsste Gold zunächst per Tagesschluss unter 4.143,10 US-Dollar fallen.
Ein möglicher Einstieg läge anschließend um 4.140 US-Dollar. Der Stopp könnte erneut bei 4.230 US-Dollar liegen, um einen gescheiterten Ausbruch abzufangen. Die Kursziele blieben unverändert bei 3.955,40, 3.842,80 und 3.760,50 US-Dollar.
Der Vorteil dieses Ansatzes liegt auf der Hand: Der Markt müsste erst beweisen, dass die Unterstützung tatsächlich gefallen ist. Das reduziert das Risiko, auf einen kurzen Ausrutscher nach unten hereinzufallen.
Natürlich gibt es auch eine andere Seite.
Hält die Unterstützungszone und stabilisiert sich gleichzeitig das Momentum, wäre eine technische Gegenbewegung möglich.
Ein möglicher Einstieg läge dann bei 4.184,05 US-Dollar. Ein Stopp bei 4.100 US-Dollar würde unterhalb der zentralen Unterstützungszone liegen. Als Ziele kämen 4.382,40, danach 4.440,50 und schließlich 4.566 US-Dollar infrage.
Das rechnerische Chance-Risiko-Verhältnis läge dabei zwischen 2,36 zu 1 und 4,54 zu 1.
Allerdings wäre dieses Szenario klar gegen den übergeordneten Trend gerichtet. Solange Gold unter seinen wichtigen Trendmarken notiert, bleibt die technische Aussagekraft deshalb niedrig.
Etwas überzeugender würde das bullishe Bild erst oberhalb von 4.285 US-Dollar.
Dafür müsste Gold zunächst per Tagesschluss über die Tenkan-sen zurückkehren. Ein möglicher Stopp läge auch hier bei 4.100 US-Dollar. Die Kursziele wären erneut 4.382,40, 4.440,50 und 4.566 US-Dollar.
Das Chance-Risiko-Verhältnis würde sich je nach Ziel zwischen etwa 1,22 zu 1 und 2,80 zu 1 bewegen. Die technische Wahrscheinlichkeit wäre hier niedrig bis mittel, weil Gold zuerst neue Nachfrage zeigen müsste.
Der größte Fehler wäre jetzt voreilig zuzugreifen
Der wichtigste bearishe Trigger ist klar definiert: Gold müsste unter 4.143,10 US-Dollar schließen und dieser Ausbruch sollte von steigendem Volumen begleitet werden.
Erst dann wäre der Bruch der Unterstützung deutlich überzeugender.
Auf der Oberseite müsste Gold zunächst die 4.282,60 US-Dollar zurückerobern. Danach wäre 4.382,40 US-Dollar die nächste Hürde.
Zusätzliche Unterstützung für ein Erholungsszenario käme von einem RSI über 40 und einem bullishen MACD-Kreuz.
Der größte Fehler wäre derzeit deshalb, Gold allein wegen des bereits niedrigen RSI zu kaufen.
Schwache Märkte können länger schwach bleiben, als viele Anleger erwarten. Ein niedriger RSI zeigt zunächst nur, dass der Verkaufsdruck hoch ist. Er sagt nicht, dass der Tiefpunkt bereits erreicht wurde.
Goldpreis Prognose: Jetzt fällt die Entscheidung
Die Ausgangslage ist damit erstaunlich klar.
Solange Gold unter 4.282,60 US-Dollar bleibt, liegt der technische Vorteil weiterhin bei den Verkäufern.
Die entscheidende Schlacht findet aber tiefer statt.
Zwischen 4.143,10 und 4.114,30 US-Dollar verläuft derzeit die Zone, die über den nächsten größeren Move entscheiden dürfte. Hält sie, bleibt eine Erholung möglich. Bricht sie auf Schlusskursbasis und kommt gleichzeitig höheres Volumen in den Markt, könnten schnell deutlich tiefere Kursziele relevant werden.
Genau deshalb dürfte sich in den kommenden Sitzungen zeigen, ob Gold lediglich eine überfällige Gegenbewegung startet - oder ob die aktuelle Korrektur noch eine Etage tiefer führt.
Risikohinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und dem Finanzjournalismus und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Der Handel mit Aktien und anderen Finanzinstrumenten ist mit Verlustrisiken bis hin zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals verbunden.
Es wird alles unternommen, um genaue und vollständige Informationen bereitzustellen. Doch mit den Tausenden zur Verfügung gestellten Dokumenten, die oft innerhalb kurzer Zeit hochgeladen werden, können wir nicht garantieren, dass keine Fehler auftreten. Jede Wiederveröffentlichung oder Weiterverbreitung von FXStreet Inhalten ist ohne die vorherige schriftliche Zustimmung von FXStreet verboten. Der Handel mit Devisen auf Margin (Verrechnungskonto) trägt ein hohes Risiko und ist möglicherweise nicht für alle Investoren geeignet. Der hohe Hebel kann gegen Sie, sowie für Sie arbeiten. Vor der Entscheidung am Devisenmarkt zu handeln, sollten Sie sorgfältig Ihre Anlageziele, Erfahrung und Risikobereitschaft prüfen. Es besteht die Möglichkeit, dass Sie einen Verlust einiger oder aller Ihrer Investitionen erleiden und deshalb sollten Sie kein Geld investieren, dass Sie sich nicht leisten können zu verlieren. Sie sollten sich aller Risiken bewusst sein, die mit dem Devisenhandel verbunden sind und konsultieren Sie einen unabhängigen Finanzberater, wenn Sie irgendwelche Zweifel haben. Alle Meinungen, Nachrichten, Forschungen, Analysen, Kurse oder andere Informationen, welche diese Informationen enthalten, die von FXStreet, seinen Angestellten, Mitarbeitern oder Partnern bereit gestellt werden, sind als allgemeine Marktkommentare zu verstehen und bieten keine Anlageberatung. FXStreet übernimmt keine Haftung für irgendwelche Verluste oder Schäden, einschließlich, ohne Beschränkung auf entgangene Gewinne, die direkt oder indirekt mit der Verwendung oder im Vertrauen auf diese Informationen entstehen.
NEUESTE NACHRICHTEN
Autor wählen
Goldpreis Prognose: Fällt diese Zone, droht die nächste Verkaufswelle
Dow Jones vor dem Bruch: Diese Marke entscheidet jetzt alles
Ripple zurück über 1,50 Dollar - doch XRP-Nachfrage sendet Warnsignal
Hyperliquid gibt Gewinne ab, da ETF-Abflüsse die vorsichtige bullish Erholung begrenzen
Hyperliquid (HYPE) liegt zum Zeitpunkt der Veröffentlichung am Donnerstag um 2 % im Minus und baut damit seine 5%igen Gewinne vom Vortag ab. Die institutionelle Nachfrage lässt nach, wobei am Mittwoch Abflüsse in Höhe von 5 Millionen US-Dollar verzeichnet wurden, was die Stimmung der Anleger auf kurze Sicht belastet. Der technische Ausblick für HYPE deutet auf einen kurzfristig gemischten Ton hin, da der Preis weiterhin unter 90 $ gedeckelt bleibt.
Das sollten Sie am Donnerstag, den 1. Oktober, im Blick behalten:
Nach der volatilen Entwicklung am letzten Tag des dritten Quartals behauptet sich der US-Dollar am Donnerstagmorgen in Europa gegenüber seinen Rivalen. Der US-Wirtschaftskalender umfasst die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sowie den Bericht des Institute for Supply Management zum Einkaufsmanager-Index für das verarbeitende Gewerbe für September.