Der Dow Jones steht an einem Punkt, an dem es technisch richtig spannend wird. Der US-Leitindex notiert am Donnerstagmorgen bei 51.126,1 Punkten und damit 0,43 % im Plus. Doch dieser kleine Tagesgewinn sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Chartbild angeschlagen bleibt.
Denn der Dow Jones handelt weiterhin unter gleich mehreren wichtigen Trendmarken. Der 20-Tage-Durchschnitt verläuft bei 51.824,5 Punkten, der 50-Tage-Durchschnitt bei 52.834,2 Punkten. Hinzu kommt eine Widerstandszone der Ichimoku-Wolke bei rund 52.003 Punkten.
Das Problem: Solange der Dow Jones diese Marken nicht zurückerobert, bleibt der kurzfristige Abwärtstrend intakt. Gleichzeitig befindet sich der Index inzwischen direkt an einer Unterstützungszone, die über die nächste größere Bewegung entscheiden könnte.

Beim Dow Jones wird es jetzt ernst
Auch die Momentum-Indikatoren sprechen derzeit eher für die Verkäufer.
Der ADX liegt bei 28,10 Punkten, wobei der negative Richtungsdruck dominiert. Der Indikator zeigt damit, dass hinter der aktuellen Bewegung bereits eine gewisse Trendstärke steckt. Anders gesagt: Die Schwäche beim Dow Jones ist momentan mehr als nur zufälliges Hin und Her.
Ein ähnliches Bild liefert der MACD.
Die MACD-Linie liegt bei -438,54 Punkten und damit unter der Signallinie von -394,55 Punkten. Das Abwärtsmomentum bleibt damit aktiv.
Spannend wird es jetzt aber vor allem auf der Unterseite. Denn der Dow Jones ist an einer Zone angekommen, an der gleich zwei technische Marken zusammenfallen.
Das untere Bollinger-Band verläuft bei rund 50.945 Punkten. Fast exakt dort liegt mit 50.948 Punkten auch das 38,2-%-Fibonacci-Retracement.
Damit entsteht zwischen 50.945 und 50.948 Punkten eine wichtige kurzfristige Unterstützung.
Genau diese Zone sollten Anleger jetzt im Auge behalten.
Solange sie hält, besteht zumindest die Chance auf eine technische Gegenbewegung. Fällt der Dow Jones dagegen auf Tagesschlussbasis darunter, wäre die nächste wichtige Verteidigungslinie bereits deutlich näher.
Dann rückt der 200-Tage-Durchschnitt bei 50.570,5 Punkten in den Fokus.
Und diese Marke besitzt noch einmal eine ganz andere Bedeutung.
Unter 50.570 Punkten droht die nächste Verkaufswelle
Ein Schlusskurs unter dem 200-Tage-Durchschnitt bei 50.570,5 Punkten würde das technische Bild deutlich verschlechtern.
Dann wäre nicht mehr nur die kurzfristige Struktur angeschlagen. Auch der längerfristige Trend würde stärker unter Druck geraten.
Das nächste größere Ziel auf der Unterseite läge anschließend beim 50-%-Fibonacci-Retracement bei 49.776 Punkten.
Damit ergeben sich für den Dow Jones drei klare Unterstützungsbereiche: Zunächst die Zone zwischen 50.945 und 50.948 Punkten, anschließend der 200-Tage-Durchschnitt bei 50.570,5 Punkten und darunter die Fibonacci-Marke bei 49.776 Punkten.
Auf der Oberseite ist die Lage ähnlich klar.
Der erste Widerstand liegt beim 20-Tage-Durchschnitt bei 51.824,5 Punkten. Darüber folgt die Ichimoku-Zone bei rund 52.003 Punkten. Noch höher wartet schließlich der 50-Tage-Durchschnitt bei 52.834,2 Punkten.
Damit steckt der Dow Jones derzeit zwischen starken Unterstützungen auf der Unterseite und mehreren Widerständen auf der Oberseite fest.
Für Anleger bedeutet das: Der nächste bestätigte Ausbruch dürfte deutlich wichtiger sein als die aktuellen Tagesbewegungen.
Was jetzt für fallende Kurse spricht
Das erste bearishe Szenario würde sich ergeben, wenn der Dow Jones auf Tagesschlussbasis unter 50.948 Punkte fällt.
Ein möglicher Einstieg läge in diesem Fall bei rund 50.900 Punkten. Eine Absicherung könnte oberhalb der Widerstandszone bei 52.500 Punkten liegen.
Das erste Ziel wäre der 200-Tage-Durchschnitt bei rund 50.570 Punkten. Sollte auch dieser Bereich brechen, würde anschließend die Zone um 49.776 Punkte interessant.
Das Chance-Risiko-Verhältnis bis zum ersten Ziel liegt bei rund 1,85 zu 1.
Allerdings ist dieses Setup noch nicht bestätigt. Die aktuelle Unterstützung hat bislang nicht vollständig versagt. Entsprechend besitzt das Szenario nur eine mittlere Aussagekraft und eignet sich eher für aggressivere Trader.
Etwas geduldiger wäre ein zweites bearishes Szenario.
Dabei würde der Dow Jones zunächst noch einmal in Richtung seines 20-Tage-Durchschnitts bei 51.824 Punkten steigen. Sollte der Index dort scheitern und wieder nach unten drehen, könnte diese Zurückweisung einen erneuten Einstieg auf der Short-Seite eröffnen.
Auch hier läge die Absicherung oberhalb der Widerstandszone bei rund 52.500 Punkten. Die möglichen Ziele wären erneut 50.570 und anschließend 49.776 Punkte.
Das genaue Chance-Risiko-Verhältnis hängt dabei davon ab, wo die Abwärtsbewegung bestätigt wird.
Der Vorteil dieses Szenarios: Statt direkt an einer wichtigen Unterstützung auf fallende Kurse zu setzen, würde man zunächst einen erneuten Test des Widerstands abwarten.
Wann sich das Bild beim Dow Jones wieder aufhellt
Natürlich ist die Lage nicht ausschließlich bearish.
Sollte der Dow Jones den 200-Tage-Durchschnitt bei 50.570 Punkten testen und dort klar nach oben drehen, wäre auch eine technische Erholung möglich.
Ein potenzieller Einstieg könnte dann bei rund 50.600 Punkten liegen. Eine Absicherung wäre unterhalb der Fibonacci-Unterstützung bei etwa 49.900 Punkten denkbar.
Das erste Ziel läge im Bereich von 52.000 Punkten. Darüber würde der 50-Tage-Durchschnitt bei 52.834 Punkten in den Fokus rücken.
Das Chance-Risiko-Verhältnis bis zum ersten Ziel beträgt rund 2 zu 1.
Allerdings handelt es sich dabei um ein Gegentrend-Setup. Die Aussagekraft ist deshalb geringer und das Szenario eignet sich eher für aggressive Trader, die gezielt auf eine technische Gegenbewegung setzen.
Deutlich stärker wäre dagegen ein bullishes Signal oberhalb von 51.824,5 Punkten.
Sollte der Dow Jones auf Tagesschlussbasis über seinen 20-Tage-Durchschnitt steigen, würde sich das kurzfristige Chartbild erstmals wieder verbessern.
Ein möglicher Einstieg läge dann bei rund 51.850 Punkten. Eine Absicherung könnte unterhalb der zurückeroberten Unterstützung bei etwa 50.900 Punkten gesetzt werden.
Das erste Ziel wäre der 50-Tage-Durchschnitt bei 52.834 Punkten. Darüber könnte anschließend sogar die Marke von 54.000 Punkten in den Fokus rücken.
Auch dieses Szenario besitzt zunächst nur eine mittlere Aussagekraft. Der Grund ist einfach: Der Dow Jones müsste erst beweisen, dass die bisherige Abwärtsstruktur tatsächlich gebrochen wurde.
Mein Fazit zum Dow Jones
Für mich bleibt die Ausgangslage beim Dow Jones kurzfristig bearish bis neutral.
Die Momentum-Indikatoren sprechen weiter eher für die Verkäufer. Gleichzeitig sitzt der Index inzwischen direkt auf einer wichtigen Unterstützungszone. Genau deshalb halte ich es für wenig sinnvoll, allein aus dem aktuellen Niveau eine klare Richtung abzuleiten.
Viel wichtiger ist der nächste bestätigte Tagesschluss.
Unterhalb von 50.570,5 Punkten würde sich das technische Bild deutlich verschlechtern und das Risiko einer Fortsetzung der Abwärtsbewegung steigen.
Oberhalb von 51.824,5 Punkten würde dagegen der unmittelbare Verkaufsdruck nachlassen und der Dow Jones hätte erstmals wieder die Chance, seine kurzfristige Struktur zu stabilisieren.
Dazwischen bleibt die Lage unangenehm.
Solange sich der Dow Jones zwischen diesen beiden Marken bewegt, dürfte der Markt anfällig für schnelle Richtungswechsel und unruhigen Handel bleiben. Die entscheidende Bewegung steht damit möglicherweise erst noch bevor.
Risikohinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und dem Finanzjournalismus und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Der Handel mit Aktien und anderen Finanzinstrumenten ist mit Risiken verbunden und kann zum teilweisen oder vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.
Es wird alles unternommen, um genaue und vollständige Informationen bereitzustellen. Doch mit den Tausenden zur Verfügung gestellten Dokumenten, die oft innerhalb kurzer Zeit hochgeladen werden, können wir nicht garantieren, dass keine Fehler auftreten. Jede Wiederveröffentlichung oder Weiterverbreitung von FXStreet Inhalten ist ohne die vorherige schriftliche Zustimmung von FXStreet verboten. Der Handel mit Devisen auf Margin (Verrechnungskonto) trägt ein hohes Risiko und ist möglicherweise nicht für alle Investoren geeignet. Der hohe Hebel kann gegen Sie, sowie für Sie arbeiten. Vor der Entscheidung am Devisenmarkt zu handeln, sollten Sie sorgfältig Ihre Anlageziele, Erfahrung und Risikobereitschaft prüfen. Es besteht die Möglichkeit, dass Sie einen Verlust einiger oder aller Ihrer Investitionen erleiden und deshalb sollten Sie kein Geld investieren, dass Sie sich nicht leisten können zu verlieren. Sie sollten sich aller Risiken bewusst sein, die mit dem Devisenhandel verbunden sind und konsultieren Sie einen unabhängigen Finanzberater, wenn Sie irgendwelche Zweifel haben. Alle Meinungen, Nachrichten, Forschungen, Analysen, Kurse oder andere Informationen, welche diese Informationen enthalten, die von FXStreet, seinen Angestellten, Mitarbeitern oder Partnern bereit gestellt werden, sind als allgemeine Marktkommentare zu verstehen und bieten keine Anlageberatung. FXStreet übernimmt keine Haftung für irgendwelche Verluste oder Schäden, einschließlich, ohne Beschränkung auf entgangene Gewinne, die direkt oder indirekt mit der Verwendung oder im Vertrauen auf diese Informationen entstehen.
NEUESTE NACHRICHTEN
Autor wählen
Goldpreis Prognose: Fällt diese Zone, droht die nächste Verkaufswelle
Dow Jones vor dem Bruch: Diese Marke entscheidet jetzt alles
Ripple zurück über 1,50 Dollar - doch XRP-Nachfrage sendet Warnsignal
Hyperliquid gibt Gewinne ab, da ETF-Abflüsse die vorsichtige bullish Erholung begrenzen
Hyperliquid (HYPE) liegt zum Zeitpunkt der Veröffentlichung am Donnerstag um 2 % im Minus und baut damit seine 5%igen Gewinne vom Vortag ab. Die institutionelle Nachfrage lässt nach, wobei am Mittwoch Abflüsse in Höhe von 5 Millionen US-Dollar verzeichnet wurden, was die Stimmung der Anleger auf kurze Sicht belastet. Der technische Ausblick für HYPE deutet auf einen kurzfristig gemischten Ton hin, da der Preis weiterhin unter 90 $ gedeckelt bleibt.
Das sollten Sie am Donnerstag, den 1. Oktober, im Blick behalten:
Nach der volatilen Entwicklung am letzten Tag des dritten Quartals behauptet sich der US-Dollar am Donnerstagmorgen in Europa gegenüber seinen Rivalen. Der US-Wirtschaftskalender umfasst die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sowie den Bericht des Institute for Supply Management zum Einkaufsmanager-Index für das verarbeitende Gewerbe für September.