Der Ölmarkt zeigte sich am Mittwoch unruhig, aber letztlich sorgte ein relativ negativer Bericht der EIA über die Lagerbestände dafür, dass Brent um mehr als 1,4% niedriger notierte. Die US-Rohöllagerbestände sind in der letzten Woche um 5,2 Mio. Barrel gestiegen, was auf einen Anstieg der Rohölimporte um 873k b/d zurückzuführen ist, so die ING-Rohstoffexperten Ewa Manthey und Warren Patterson.
Ausblick für den Ölmarkt bleibt bärisch
"Die Zahlen für raffinierte Produkte waren jedoch konstruktiver, da die Benzinvorräte im Laufe der Woche um 4,73 Mio. Barrel zurückgingen und die US-Benzinvorräte damit auf dem niedrigsten Niveau seit November 2022 liegen. Saisonbedingt dürften die Benzinbestände in den kommenden Wochen wieder ansteigen, da sich die Raffinerieauslastung nach der Wartungssaison erholt. In der Zwischenzeit sind die Bestände an destilliertem Öl um 643k Barrel zurückgegangen, so dass die Gesamtbestände an Destillaten rund 8% unter dem saisonalen Fünfjahresdurchschnitt liegen."
"Während die Aussichten für den Ölmarkt mit der Erwartung eines großen Überschusses im Jahr 2026 bärisch bleiben, gibt es klare und offensichtliche Risiken in Form von potenziellen Unterbrechungen der russischen Ölströme. Darüber hinaus bietet die anhaltende Stärke der Raffineriemargen einen gewissen Widerstand gegen den bärischen Ausblick für den Rohölmarkt. Allerdings ist die Stärke der Raffineriemargen zu einem großen Teil auf die Sorge um das Angebot und nicht auf eine stärkere Nachfrage zurückzuführen."
"In der Zwischenzeit hat Saudi Aramco seine offiziellen Verkaufspreise (OSP) für alle Sorten von Rohöl nach Asien für die Dezember-Ladungen gesenkt. Die Saudis senkten den OSP für das Flaggschiff Arab Light nach Asien um 1,20 $/bbl MoM und beließen es bei einem Aufschlag von 1 $/bbl gegenüber der Benchmark - dem niedrigsten Niveau seit Januar. Die Senkung des OSP folgt auf die Einigung der OPEC+ auf eine weitere Erhöhung der Fördermenge um 137k b/d im Dezember und auf die Entscheidung, weitere Fördermengenerhöhungen im ersten Quartal des nächsten Jahres auszusetzen, da ein wachsender Überschuss erwartet wird."
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