Niedrigere europäische Gaspreise am TTF zeigen Wirkung: Laut einer Auswertung von Schiffsdaten durch Bloomberg sind zuletzt Flüssigerdgas-(LNG)-Lieferungen aus Katar nicht nach Europa, sondern nach Indien umgeleitet worden. Darauf weist Thu Lan Nguyen, Leiterin Devisen- und Rohstoffanalyse bei der Commerzbank, hin.

US-Versorgungsrisiken rücken in den Fokus – Winter-Gasnachfrage bleibt unsicher

„Insgesamt sind die europäischen LNG-Importe zwischen dem 1. und 9. Dezember gegenüber dem gleichen Zeitraum im November zurückgegangen. Dass die Gasspeicherstände in der EU bislang nicht schneller gesunken sind, dürfte an den zuletzt milden Temperaturen liegen. Sollte der Heizbedarf jedoch steigen und die LNG-Importe gleichzeitig weiter nachlassen, könnten die Speicherentnahmen ein kritisches Niveau erreichen.“

„Zudem bestehen Risiken auf der Angebotsseite: Insbesondere Lieferungen aus den USA könnten geringer ausfallen als bislang angenommen. Dies wäre etwa dann der Fall, wenn sich die Inlandsnachfrage als höher erweist als bisher unterstellt. Die Energy Information Administration rechnet beispielsweise damit, dass die US-Gaspreise in diesem Winter aufgrund einer bevorstehenden Kälteperiode steigen werden.“

„Zuletzt sind die Preise allerdings wieder gesunken, da die Temperaturen Mitte Dezember milder ausgefallen sind. Mittelfristig könnte zudem der steigende Stromverbrauch von Rechenzentren die Gasnachfrage deutlich erhöhen. Dies war einer der Gründe, weshalb die International Energy Agency zu Jahresbeginn ihre Prognosen für den Stromverbrauch in den USA angehoben hat.“

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