Die Commerzbank-Experten Henry Hao und Charlie Lay sehen Taiwans boomende, von künstlicher Intelligenz getriebene Exporte und den hohen Außenhandelsüberschuss als wichtige Stützen für den Taiwan-Dollar (TWD). Trotz des kräftigen Wachstums von Bruttoinlandsprodukt (BIP) und Exporten dürfte die taiwanische Zentralbank (CBC) den Leitzins bei 2 Prozent belassen und zugleich am Devisenmarkt eingreifen, um eine zu schnelle Aufwertung des TWD abzufedern. Kurzfristig rechnen die Experten daher mit einer Seitwärtsbewegung des Währungspaars USD/TWD innerhalb einer klar begrenzten Spanne.

KI-Boom stützt den Taiwan-Dollar

„Die jüngsten Daten deuten auf weitere Aufwärtsrisiken für das ohnehin außergewöhnlich starke BIP-Wachstum hin. Im zweiten Quartal wuchs die Wirtschaft im Jahresvergleich um 12,9 Prozent. Die Regierung hat ihre Wachstumsprognose für 2026 zuletzt deutlich auf 11,05 Prozent angehoben. Grund dafür sind die boomenden KI-bezogenen Exporte und Investitionen.“

„Bei der Geldpolitik dürfte die taiwanische Zentralbank (CBC) den Leitzins auf ihrer nächsten Sitzung am 17. September unverändert bei 2 Prozent belassen. Trotz des außergewöhnlich starken Wachstums bleiben die Inflationsrisiken mit einer Teuerungsrate von rund 2,1 Prozent in diesem Jahr vergleichsweise begrenzt.“

„Die CBC bestätigte, dass sie im Juli am Devisenmarkt interveniert hat, um starke Schwankungen bei den Kapitalströmen abzufedern. Seit Jahresbeginn bewegt sich der TWD gegenüber dem US-Dollar weitgehend unverändert. Kurzfristig erwarten wir, dass sich USD/TWD in einer Spanne von 31,50 bis 32,00 bewegt. Sollte die allgemeine Schwäche des US-Dollars anhalten, liegen die Risiken leicht auf der Unterseite.“

„Für USD/TWD bleibt das makroökonomische Umfeld grundsätzlich positiv für den TWD. Dafür sprechen die außergewöhnlich starken Exporte, der hohe Außenhandelsüberschuss und die Tatsache, dass kurzfristig wenig für eine Lockerung der Geldpolitik durch die CBC spricht. Allerdings dürfte die Zentralbank weiterhin genau auf das Tempo der TWD-Aufwertung achten und übermäßige Wechselkursbewegungen glätten. Das begrenzt trotz des außergewöhnlich starken Exportumfelds den Spielraum für eine rasche Aufwertung.“

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