• USD/CAD setzt seinen Rückgang fort und erreicht den niedrigsten Stand seit Mitte Mai.
  • Geringere Erwartungen an eine Zinserhöhung der Fed und Sorgen über die Glaubwürdigkeit der US-Institutionen belasten den Greenback.
  • Stärkere kanadische Einzelhandelsumsätze und eine Pause bei den geplanten US-Zöllen stärken den Loonie zusätzlich.

USD/CAD setzt seinen Rückgang am Freitag fort, da die breite Schwäche des US-Dollars (USD) und die erhöhten Ölpreise dem kanadischen Dollar (CAD) einen doppelten Schub verleihen. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notiert das Paar bei etwa 1,3745, während der Loonie auf dem Weg zu einem vierten wöchentlichen Gewinn in Folge ist.

Der Greenback geriet unter starken Verkaufsdruck, nachdem das US-Finanzministerium bekannt gab, dass es seine Liquiditätsstützungs-Rückkäufe für länger laufende Staatsanleihen auf mindestens 4 Milliarden US-Dollar pro Operation verdoppeln werde.

Laut TD Securities stand der Dollar bereits kurz vor einem Stimmungsumschwung, wobei der "USD…nur einen Atemzug von seiner bearishen Wende entfernt war nach gedämpften VPI- und negativen Einzelhandelsumsatzdaten für Juli." Die Bank argumentiert, dass "zunehmende Sorgen über die Glaubwürdigkeit der US-Institutionen und das Risiko finanzieller Repression nach der Ankündigung der UST-Rückkäufe" nun "das vorherrschende bearish USD-Momentum zementiert" hätten.

Nachlassende Erwartungen an eine Zinserhöhung der Federal Reserve (Fed) infolge einer Reihe schwächerer US-Konjunkturdaten erhöhen den Druck auf den US-Dollar. Laut dem CME FedWatch Tool preisen die Märkte derzeit eine Wahrscheinlichkeit von rund 65 % ein, dass die Notenbank die Zinsen im nächsten Monat unverändert lässt.

Der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenback gegenüber einem Korb von sechs wichtigen Währungen abbildet, notiert bei etwa 98,75 und damit nahe einem Drei-Monats-Tief.

Unterdessen hält das Patt zwischen den USA und dem Iran die Ölpreise auf erhöhtem Niveau, ein günstiges Umfeld für die Währung des großen Rohölexporteurs Kanada. US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) wird bei etwa 86,70 USD je Barrel gehandelt und steuert auf einen Wochengewinn von mehr als 6 % zu. Der Loonie profitiert zudem davon, dass US-Präsident Donald Trump eine dreitägige Pause bei den geplanten 50%-Zöllen auf kanadische Importe angekündigt hat.

Auf der Datenseite stiegen die Einzelhandelsumsätze in Kanada im Juni um 0,6 % und übertrafen damit die Erwartungen eines Anstiegs um 0,4 %. Ohne Autos legten die Umsätze um 0,5 % zu und lagen damit ebenfalls über der Prognose von 0,4 %, obwohl beide Werte unter den Zahlen des Vormonats lagen.

Händler warten nun auf den vorläufigen US S&P Global Einkaufsmanagerindex (EMI) für August, dessen Veröffentlichung später während der US-Handelszeiten erwartet wird.

Kanadischer Dollar - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.

Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.

Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.

Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.

Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.

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