• EUR/USD dreht seinen Intraday-Anstieg um, da der US-Dollar in der Nähe von Dreimonatstiefs etwas Stabilität findet.
  • Das breitere Umfeld bleibt für den US-Dollar angesichts fiskalischer und politischer Bedenken herausfordernd.
  • Das Paar bleibt auf Kurs für einen vierten Wochenanstieg in Folge.

EUR/USD gibt am Freitag seine früheren Gewinne wieder ab, da sich der US-Dollar (USD) nach einem erneuten Test des am Vortag erreichten Dreimonatstiefs stabilisiert. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels notiert das Paar bei rund 1,1677 und damit unter dem Intraday-Hoch von 1,1711, dem höchsten Stand seit dem 14. Mai.

Die Händler verarbeiten zudem vorläufige Daten zum S&P Global Purchasing Managers' Index (PMI), die zeigen, dass die Geschäftstätigkeit in den USA im August weiter expandierte. Der Composite PMI stieg von 54,5 auf ein 52-Monats-Hoch von 56,0, während der Services PMI von 54,6 auf ein 20-Monats-Hoch von 56,8 kletterte. Der Manufacturing PMI gab von 53,9 auf ein Fünf-Monats-Tief von 53,2 nach.

Der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenback gegenüber einem Korb aus sechs wichtigen Währungen abbildet, notiert bei rund 98,82 und erholt sich damit von einem Intraday-Tief bei 98,56. Trotz des Intraday-Rückgangs bleibt EUR/USD auf Kurs für einen vierten Wochengewinn in Folge, da das breitere makroökonomische Umfeld gegen den Greenback spricht.

Der US-Dollar geriet zu Beginn dieser Woche stark unter Verkaufsdruck, nachdem das US-Finanzministerium angekündigt hatte, seine Liquiditätsstützungs-Rückkäufe für länger laufende Staatsanleihen zu verdoppeln. Der Schritt schürte neue Sorgen über die fiskalische Glaubwürdigkeit der USA und die Tragfähigkeit der steigenden Staatsverschuldung.

Nachlassende Erwartungen an eine Zinserhöhung der Federal Reserve (Fed) halten auch die Bullen beim US-Dollar in Schach. Das CME FedWatch Tool zeigt eine Wahrscheinlichkeit von 65%, dass die Zentralbank die Zinsen im nächsten Monat unverändert lässt, nachdem schwächere US-Arbeitsmarkt- und Inflationsdaten für Juli veröffentlicht wurden. Allerdings halten erhöhte inflationsbedingte Risiken durch die Energiepreise infolge des Stillstands zwischen den USA und dem Iran die Möglichkeit einer Zinserhöhung am Leben.

Unterdessen spricht der geldpolitische Ausblick für den Euro (EUR), da die Märkte weithin erwarten, dass die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen im September anheben wird

Geoff Yu von BNY Mellon verweist auf Äußerungen des EZB-Ratsmitglieds Martins Kazaks, der sagte, die Zentralbank sei weiterhin "gut positioniert, die Politik bei Bedarf weiter zu straffen," wobei die Inflation im Euroraum "immer noch nahe 3% und damit über dem Ziel" liege. Kazaks betonte, dass "die Entscheidung im September weiterhin datenabhängig bleibt," auch wenn die Märkte "eine weitere Anhebung um 25 Basispunkte nach dem Schritt im Juni" weitgehend eingepreist haben.

EZB - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Die Europäische Zentralbank (EZB), mit Sitz in Frankfurt am Main, steuert die Geldpolitik der Eurozone. Ihr Hauptziel ist die Preisstabilität, definiert durch eine Inflationsrate von rund 2 %. Durch Anpassungen der Zinssätze beeinflusst die EZB maßgeblich den Wechselkurs des Euros, der tendenziell durch höhere Zinsen gestärkt und durch niedrigere geschwächt wird.

In extremen Situationen kann die Europäische Zentralbank ein Instrument namens Quantitative Easing (QE) einsetzen. QE bedeutet, dass die EZB Euros druckt und diese verwendet, um Vermögenswerte – in der Regel Staats- oder Unternehmensanleihen – von Banken und anderen Finanzinstitutionen zu kaufen. QE führt in der Regel zu einer Abschwächung des Euros. Es wird als letztes Mittel eingesetzt, wenn Zinssenkungen allein das Ziel der Preisstabilität nicht erreichen können. Die EZB setzte QE während der Finanzkrise 2009-2011, 2015 bei anhaltend niedriger Inflation und während der COVID-19-Pandemie ein.

Quantitative Straffung (QT) ist das Gegenteil von QE: Statt Staatsanleihen zu kaufen, stellt die EZB den Ankauf ein und reinvestiert fällige Beträge nicht mehr. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Euro aus, da es die Liquidität am Markt verringert.

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