• Der Kanadische Dollar verlor am Donnerstag weiter an Wert, während der US-Dollar weiter steigt.
  • Das kanadische BIP schrumpfte erneut und zog den bereits angeschlagenen Loonie weiter nach unten.
  • Der US-Dollar findet frisches bullisches Momentum durch Zuflüsse in sichere Häfen, während die Märkte die Erwartungen an Zinssenkungen neu ausbalancieren.

Der Kanadische Dollar (CAD) sank am Donnerstag zum sechsten Mal in Folge, getrieben von einem zweiten Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) auf monatlicher Basis. Inflationsdruck und anhaltende handelspolitische Bedenken auf US-Seite belasten die globale Risikobereitschaft und stärken den US-Dollar (USD).

Der Preisindex für persönliche Verbrauchsausgaben (PCE) in den USA stieg im Juni, einen Tag nachdem die Federal Reserve (Fed) den Hoffnungen auf eine Zinssenkung im September aufgrund anhaltender Tarif- und Inflationssorgen einen Dämpfer verpasst hatte. Die Einkommenszahlen in den USA stiegen ebenfalls im Juni, was den Inflationserwartungen weiteren Druck verlieh, da die Preisschwankungsfaktoren sowohl von vorne als auch von hinten nach oben gedrückt werden.

Tägliche Marktbewegungen: Kanadischer Dollar verliert weiter an Wert, während die Erholung des Greenbacks anhält

  • Der Kanadische Dollar fiel am sechsten Tag in Folge gegenüber dem US-Dollar und drückte USD/CAD kurzzeitig über 1,3850, zum ersten Mal seit Mai.
  • Das kanadische BIP schrumpfte im Juni um 0,1% im Monatsvergleich, die zweite Kontraktion in Folge, während die kanadische Wirtschaft weiterhin schwächelt. Trotz schwacher Wirtschaftsdaten ist die Bank of Canada (BoC) bei den Zinssätzen gebunden und kann aufgrund des anhaltend hohen Inflationsdrucks nicht weiter senken.
  • Die US-PCE-Inflation beschleunigte sich ebenfalls erneut im Juni, wobei die Kern-PCE-Inflation um 0,3% gegenüber den vorherigen 0,2% stieg, und die annualisierte PCE-Inflation ebenfalls auf 2,8% sprang, nachdem der vorherige Zeitraum eine ähnliche Aufwärtsrevision erfahren hatte.
  • Das persönliche Einkommen in den USA stieg im Juni ebenfalls um 0,3%, was weiteren Druck auf die Inflationskennzahlen ausübt.
  • Die Nettobeschäftigungszahlen der US NFP werden am Freitag eine ungleiche Handelswoche abrunden.

Preisausblick für den Kanadischen Dollar

Ein verlängerter Rückgang des Kanadischen Dollars hat das USD/CAD-Paar wieder in den oberen Bereich für den kurzfristigen Zeitraum gedrückt, indem es über die jüngste Konsolidierung hinausbrach und die Grundlage für einen erweiterten bullischen Schub in den Flüssen des Greenbacks legte. Das Paar steckt jedoch weiterhin unter dem 200-Tage-Exponentialgleitenden Durchschnitt (EMA) nahe 1,3900, und die stark überkauften Bedingungen in technischen Oszillatoren zeigen starke Warnsignale, dass die Stärke des USD möglicherweise eine Verschnaufpause einlegen könnte.

USD/CAD Tageschart


Kanadischer Dollar - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.

Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.

Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.

Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.

Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.

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