- Katayama verdoppelt Yen-Verteidigung, da 157,00 zur neuen Tokio-Linie wird
Japans Finanzministerin Satsuki Katayama kehrte am Montag zum verbalen Kurs zurück und signalisierte Tokios Bereitschaft, im Rahmen des bilateralen Abkommens mit den USA vom letzten September entschlossene Maßnahmen gegen spekulative Devisenbewegungen zu ergreifen, nur zwei Handelstage nachdem das Finanzministerium (MoF) und die Bank of Japan (BoJ) am 30. April eine Yen-Kauf-Intervention bestätigt hatten. Die neue Warnung erfolgte, während USD/JPY um 157,00 schwankte und etwa die Hälfte des durch die Intervention verursachten Rückgangs vom Hoch bei 160,73 wieder gutgemacht hatte, sich seit Freitag jedoch wiederholt in der Zone zwischen 157,00 und 157,50 festsetzte.
Lieferketten treten in die Rhetorik ein
Katayama wies auch auf Risiken für Japans umfangreiche asiatische Lieferketten hin, eine bemerkenswerte Erweiterung der Art und Weise, wie Tokio die Yen-Schwäche darstellt. Die Botschaft verknüpft effektiv die Währungspolitik mit der Industriepolitik und stellt die Intervention als Verteidigung der Wettbewerbsfähigkeit der japanischen Industrie dar, statt als enge Wechselkurssteuerung. Da die von Iran getriebenen Ölpreise die Importkosten hoch halten und die Blockade der Straße von Hormus weiterhin aktiv ist, verschafft die Einbindung der Lieferketten Tokio einen breiteren politischen Spielraum, die Ausgaben aufrechtzuerhalten, insbesondere durch die dünne Liquidität der Golden Week in dieser Woche, die Katayama selbst am Donnerstag als potenzielles Folgefenster hervorgehoben hatte.
Die 157,00-Frage
Die Kursentwicklung seit Donnerstag erzählt ihre eigene Geschichte. USD/JPY hat innerhalb von 24 Stunden fast die Hälfte der Interventionsbewegung zurückerobert, wurde jedoch bei jedem Versuch in der Gegend um 157,50 abgewiesen, wobei sporadische Intraday-Spitzen nach unten in die Zone um 155,50 darauf hindeuten, dass die Behörden unter der Oberfläche weiterhin aktiv sind. Da Katayama so kurz nach dem Schlagzeilenereignis am Donnerstag wieder auf entschlossene Maßnahmen setzt, stellt sich nun die Frage, ob 157,50 stillschweigend 162,00 als Tokios Linie im Sand ersetzt hat und wie schnell Spekulanten diese testen werden.
Katayama hebt hervor:
Japan wird auf spekulative Devisenbewegungen basierend auf dem Abkommen mit den USA vom letzten Jahr entschlossen reagieren.
Japan verfügt über umfangreiche Lieferketten in Asien, die von Störungsängsten betroffen sind.
USD/JPY 15-Minuten-Chart
Japanischer Yen - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.
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Das sollten Sie am Freitag, den 26. Juni, im Blick behalten:
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