• AUD/USD behält oberhalb seines 200-Tage-SMA einen konstruktiven mittelfristigen Bias bei.
  • Die Bullen sollten 0,7000 überzeugend überwinden, um die Aufwärtsdynamik zu beschleunigen.
  • Es wird allgemein erwartet, dass die RBA ihren OCR am Dienstag unverändert bei 4,35% belässt.

Warten auf ein klareres Signal

Richtungsvorgabe: Solange er über dem 200-Tage-SMA notiert, sollte der neutrale bis bullische Ton beibehalten werden, auch wenn eine anhaltende Unfähigkeit, 0,7000 zu überwinden, den Kassakurs anfällig für eine weitere Zurückweisung macht.

Bevorzugtes Vorgehen: Geduld könnte ein besseres Chance-Risiko-Verhältnis bieten, als dem Paar knapp unter dem Widerstand hinterherzujagen. Ein klares Setup wäre ein bestätigter Ausbruch über die 0,7000-Marke oder ein Rücksetzer, der sich um den 200-Tage-SMA herum hält.

Bullishes Auslöserniveau: Eine nachhaltige Bewegung über 0,7000 hinaus, idealerweise gestützt durch robuste australische Daten, stärkere Erwartungen einer weiteren RBA-Zinserhöhung, niedrigere US-Renditen oder eine Verbesserung der Risikobereitschaft.

Bärisches Auslöserniveau: Erneutes Scheitern an 0,7000 bei Stärke des USD oder allgemeiner Schwäche der Marktstimmung.

Wichtiges Invalidierungsniveau: Ein Tagesschluss unter dem 200-Tage-SMA würde die größere konstruktive Struktur durchbrechen und das Risiko eines tieferen Pullbacks auf kurze Sicht erhöhen

Drei Wege aus dem 0,7000-Kreuzungspunkt

Basisszenario: Mehr Seitwärtsbewegung könnte AUD/USD dazu veranlassen, sich zwischen 0,7000 und dem 200-Tage-SMA zu bewegen, während die Händler nach einem ausreichend starken Grund suchen.

Australiens relativ solide inländische Fundamentaldaten und die vorsichtige Haltung der RBA sollten aggressive Verkäufe abschrecken. Gleichzeitig könnten die anhaltende Nachfrage nach dem US-Dollar (USD) und geopolitische Unsicherheit einen unmittelbaren Ausbruch verhindern.

Bis eine der beiden Begrenzungen nachgibt, dürfte der Kassakurs eher als Seitwärts-Trade denn als überzeugende Richtungsbewegung zu betrachten sein

Bullishes Szenario: Käufer übernehmen oberhalb von 0,7000 die Oberhand

Ein starker Ausbruch über 0,7000 würde darauf hindeuten, dass die Käufer den Verkaufsdruck um diese psychologische Barriere absorbieren.

Der Ausbruch hätte mehr Überzeugungskraft, wenn er gestützt würde durch:

  • Stärker als erwartete australische Datenveröffentlichungen.
  • Hartnäckige Inflationsdaten.
  • Gestiegene Erwartungen einer weiteren RBA-Zinserhöhung.
  • Niedrigere US-Renditen und ein schwächerer US-Dollar.
  • Eine Verbesserung der risikobehafteten Marktstimmung.

Unter diesem Szenario liegt ein kleines Ziel beim Wochenhoch bei 0,7088 (15. Juni), vor dem nächsten wichtigen mittelfristigen Ziel bei 0,7200 (29. Mai), noch vor der Obergrenze von 2026 nahe 0,7280.

Der beträchtliche Aufbau spekulativer AUD-Short-Positionen könnte die Bewegung zusätzlich befeuern, wenn ein bestätigter Ausbruch bärische Händler zum Eindecken ihrer Positionen zwingt.

Bärisches Szenario: Eine weitere Zurückweisung öffnet die Tür zu 0,6900

Ein erneutes Scheitern um 0,7000 könnte Verkäufer wieder in den Markt bringen, insbesondere wenn der Greenback wieder an Dynamik gewinnt oder sich die globale Risikobereitschaft verschlechtert.

Der nächste große Test wäre dann der 200-Tage-SMA jenseits der 0,6900-Marke. Ein Tagesschluss unter diesem Bereich würde die breitere bullische Struktur beschädigen und die Wahrscheinlichkeit einer tieferen Korrektur erhöhen.

Sobald diese Unterstützung nachgibt, könnten frühere Widerstands- und Konsolidierungszonen unterhalb von 0,6900 wieder in den Fokus rücken.

Australiens Wirtschaft behauptet sich weiterhin

Das inländische Umfeld Australiens bleibt relativ gesund, gestützt durch robuste Nachfrage, positives Wachstum und einen widerstandsfähigen Arbeitsmarkt.

Die Geschäftsumfragen im Juli untermauerten dieses Bild. Der Manufacturing PMI verbesserte sich von 51,5 auf 52,0, während der Services PMI von 50,5 auf 53,6 stieg, womit beide Sektoren komfortabel im Expansionsbereich blieben.

Auch die jüngsten Daten vom Arbeitsmarkt waren ermutigend: Die Arbeitslosenquote verharrte im Juni bei 4,4%, während die Beschäftigungsveränderung nach einem revidierten Anstieg um 44K im Mai auf 76,3K sprang.

Das Bild wirkt durchweg positiv, nachdem Australien im Juni einen Handelsüberschuss von 1,929 Mrd. A$ verzeichnete und damit das Defizit von 2,367 Mrd. A$ im Mai umkehrte. Das Wirtschaftswachstum verlangsamte sich im Zeitraum Januar bis März zudem auf 0,3% QoQ nach 0,9%, während das Jahreswachstum bei 2,5% blieb.

Insgesamt deuten die Zahlen auf eine widerstandsfähige Wirtschaft hin, die für sich genommen aber vielleicht nicht stark genug ist, um einen nachhaltigen Ausbruch bei AUD/USD auszulösen.

Die Inflation lässt der RBA noch offene Aufgaben

Die australische Gesamtinflation ging im zweiten Quartal von 4,1% auf 3,9% zurück. Der zugrunde liegende Preisdruck blieb jedoch unangenehm hoch. Sowohl der Trimmed Mean als auch der Weighted Median stiegen von 3,5% im Vorquartal auf 3,6%.

Die Inflationserwartungen der Verbraucher sorgten für etwas Entlastung und fielen laut Melbourne Institute im Juli von 5,5% auf 4,7%. Dennoch ist die Inflation immer noch zu hoch, als dass die RBA den Sieg erklären könnte.

Die Zentralbank beließ ihren Official Cash Rate (OCR) im Juni unverändert bei 4,35% und hielt an einer vorsichtigen Botschaft fest. Die Entscheidungsträger warnten, dass eine weitere Straffung weiterhin erforderlich sein könnte, falls sich die Inflation hartnäckiger als erwartet erweist.

Gouverneurin Michele Bullock schlug einen ausgewogeneren Ton an. Während sie die Möglichkeit einer weiteren Zinserhöhung offenhielt, deutete sie an, dass es derzeit keinen unmittelbaren Bedarf für eine erneute Straffung gebe, da sich die Wirtschaft insgesamt im Einklang mit den Erwartungen entwickle.

Die Märkte erwarten, dass die RBA bei ihrer Sitzung im August unverändert bleibt, während sie weiterhin die Möglichkeit zusätzlicher Straffung vor Jahresende einpreisen. Bisher haben die Märkte bis zum Jahreswechsel fast 15 Basispunkte zusätzlicher Straffung eingepreist.

Diese Haltung bietet dem AUD eine gewisse inländische Unterstützung, reicht aber nicht unbedingt aus, um eine unmittelbare Rallye auszulösen. Weitere Gewinne könnten erfordern, dass die eingehenden Daten die Argumente für eine weitere Zinserhöhung untermauern.

China stabilisiert sich, liefert aber kaum zusätzlichen Auftrieb

China bleibt ein wichtiger Einflussfaktor für die australische Währung, bietet derzeit jedoch eher Stabilität als einen kräftigen Rückenwind.

Die chinesische Wirtschaft wuchs im Zeitraum April bis Juni im Jahresvergleich um 4,3%, die Industrieproduktion stieg bis Juni um 5,3% und die Einzelhandelsumsätze legten mit 1,0% nur moderater zu. Zudem weitete sich Chinas Handelsüberschuss im Juni auf 125,62 Mrd. USD von 105,4 Mrd. USD aus, gestützt durch stärkere Importe und Exporte.

Die jüngsten Indikatoren zur Geschäftstätigkeit ließen Anleger jedoch ratlos zurück, nachdem das Nationale Statistikamt (NBS) den Manufacturing PMI für Juli bei 49,2 (von 50,3) und den Services PMI bei 49,0 (von 50,2) meldete. Dennoch blieben private Messgrößen wie RatingDog im vergangenen Monat im Expansionsbereich, mit Manufacturing bei 50,9 (von 51,7) und Services bei 50,4 (von 54,1).

Darüber hinaus scheint sich der disinflationäre Trend in China erneut bemerkbar gemacht zu haben, nachdem der CPI die Erwartungen enttäuschte und im Jahresvergleich bis Juni nur um 0,5% stieg (von 1,0%). Auf Monatsbasis fielen die Preise um 0,1%, während die Erzeugerpreise in den vergangenen zwölf Monaten um 3,5% zulegten, nach einem jährlichen Anstieg von 4,1% im Vormonat.

Unterdessen beließ die People's Bank of China (PBoC) im vergangenen Monat ihre Loan Prime Rates (LPR) unverändert und hielt den einjährigen Satz bei 3,00% und den fünfjährigen Satz bei 3,50%.

Chinas Einfluss ist neutral. Solange die Daten keine klarere Beschleunigung oder Verschlechterung erkennen lassen, könnten chinesische Veröffentlichungen zwar kurzfristige Volatilität auslösen, aber keine nachhaltige Richtung für das Paar vorgeben.

Bären legen eine Verschnaufpause ein, da spekulative Short-Positionen reduziert werden

Die spekulative Positionierung im Australischen Dollar verbesserte sich in der Woche bis zum 4. August. Tatsächlich zeigten Daten der Commodity Futures Trading Commission (CFTC), dass die Netto-Short-Bestände in nicht-kommerziellen Positionen auf 33,2 Tsd. Kontrakte von 40,0 Tsd. in der Vorwoche zurückgingen. Die wöchentliche Bewegung von +6,8 Tsd. Kontrakten war der erste nennenswerte Rückgang des bärischen Engagements seit einigen Wochen, da Anleger nach einer längeren Verkaufsphase offenbar Short-Positionen reduzierten.

Unterstützt wurde die Bewegung durch einen weiteren Anstieg der Marktaktivität, wobei das Open Interest auf etwas über 240 Tsd. Kontrakte von knapp 230 Tsd. Kontrakten stieg. Unterdessen verbesserte sich die Speculative Exposure auf -13,8% (von -17,4%), was darauf hindeutet, dass die negative Überzeugung nachgelassen hat, obwohl weiterhin neue Marktteilnehmer hinzukommen.

Der breitere Trend deutet ebenfalls auf eine Verlangsamung des negativen Momentums hin, wobei sich die 4-Wochen-Veränderung auf -8,5 Tsd. Kontrakte von zuvor -22,3 Tsd. verbesserte. Dies deutet darauf hin, dass die extreme bärische Neupositionierung, die Juni und Juli dominiert hat, größtenteils ihren Lauf genommen hat. Das Net Position Percentile erholte sich jedoch auf 74,3, und das Speculative Exposure Percentile sprang auf 80,8, was darauf hindeutet, dass die Positionierung zwar historisch weiterhin negativ ist, sich der Markt aber von den extremeren Niveaus der vergangenen Wochen entfernt hat.

Insgesamt deuten die jüngsten CFTC-Daten darauf hin, dass spekulative Anleger beim Aussie weiterhin short sind, der Ton jedoch deutlich weniger bärisch ist. Der Rückgang der Netto-Short-Positionen zusammen mit dem Anstieg des 4-Wochen-Momentums deutet darauf hin, dass die langfristige Auflösung der Shorts beginnt, sich zu verändern, wobei die künftige Positionierung wahrscheinlich stärker von den Daten und der globalen Risikostimmung abhängen wird.

Wie geht es weiter für den AUD?

Die ganze Aufmerksamkeit dürfte sich früh am Dienstag auf die Sitzung der RBA richten. Trotz der Markterwartung, dass zusätzliche Straffung ausgeschlossen ist, bleibt der Ton der Botschaft der Zentralbank das entscheidende Ereignis, das es zu beobachten gilt.

Technische Analyse

Im Tages-Chart notiert AUD/USD bei 0,7057 und behält eine moderate bullische Tendenz bei, da das Paar über dem 200-Tage-Simple Moving Average (SMA) nahe 0,6926 bleibt und durch den 55-Tage- und 100-Tage-SMA unterstützt wird, die knapp unter 0,7060 zusammenlaufen. Der Relative Strength Index (14) pendelt um 59 und signalisiert damit konstruktives, aber nicht überdehntes Aufwärtsmomentum, während der gedämpfte Average Directional Index (14) nahe 12 auf einen weiterhin fragilen Trend hindeutet, der anfällig für eine Konsolidierung um die aktuellen Niveaus sein könnte.

Auf der Oberseite ergibt sich unmittelbarer Widerstand an der horizontalen Barriere um 0,7079, gefolgt von einer weiteren Begrenzung durch die eng beieinander liegende Widerstandszone bei 0,7278 und 0,7283, vor einer höheren Hürde nahe 0,7661. Auf der Unterseite liegt die erste Unterstützung beim 100-Tage-SMA bei 0,7053, gefolgt vom 55-Tage-SMA um 0,7011 und dem 200-Tage-SMA nahe 0,6926; darunter liegen breitere strukturelle Unterstützungen bei 0,6833 und dann 0,6660, bevor tiefere Unterstützungen bei 0,6593 und der 0,64-Marke folgen.

Chart Analysis AUD/USD


(Die technische Analyse dieser Nachricht wurde mithilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)

Die entscheidende Marke bleibt 0,6900

AUD/USD behält oberhalb seines 200-Tage-SMA eine konstruktive mittelfristige Struktur bei, doch der unmittelbare Ausblick bleibt unsicher, solange das Paar Schwierigkeiten hat, oberhalb von 0,7000 Fuß zu fassen.

Das attraktivste Setup bleibt bedingt. Eine bestätigte Akzeptanz oberhalb von 0,7000 würde weitere Gewinne begünstigen und könnte einen positionsgetriebenen Short Squeeze auslösen. Eine weitere Zurückweisung hingegen würde das Paar anfällig für eine Rückkehr in Richtung 0,6900 machen.

Bis eine dieser Grenzen durchbrochen wird, bleibt AUD/USD zwischen unterstützenden australischen Fundamentaldaten und einem externen Umfeld gefangen, das weiterhin vom US-Dollar, geopolitischer Unsicherheit und nur moderater Unterstützung aus China geprägt ist.

RBA - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Die Reserve Bank of Australia (RBA) legt die Geldpolitik des Landes fest und strebt eine Inflationsrate von 2-3 % an. Zinssatzerhöhungen stärken in der Regel den australischen Dollar, während Zinssenkungen ihn schwächen.

Traditionell galt Inflation als nachteilig für Währungen, da sie den Wert des Geldes mindert. In modernen Volkswirtschaften hat sich jedoch gezeigt, dass moderate Inflation zu Zinserhöhungen durch Zentralbanken führt, was wiederum Kapitalzuflüsse aus dem Ausland anzieht. Investoren suchen nach höheren Renditen, was die Nachfrage nach der lokalen Währung – im Fall Australiens den Australischen Dollar – stärkt.

Makroökonomische Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP) und der Einkaufsmanagerindex (PMI) haben direkten Einfluss auf die Währungen eines Landes. Eine starke Wirtschaft zieht Kapital an und stärkt die heimische Währung.

Quantitative Lockerung (QE) ist ein geldpolitisches Instrument, das in Krisenzeiten eingesetzt wird, wenn Zinssenkungen allein nicht ausreichen, um die Kreditvergabe in der Wirtschaft wieder anzukurbeln. Die Reserve Bank of Australia (RBA) nutzt QE, indem sie australische Dollar druckt, um damit Vermögenswerte – in der Regel Staats- oder Unternehmensanleihen – von Finanzinstituten aufzukaufen. Damit wird den Banken dringend benötigte Liquidität zur Verfügung gestellt. Eine solche Maßnahme führt in der Regel zu einer Abwertung des australischen Dollars.

Quantitative Straffung (QT) stellt das Gegenstück zur quantitativen Lockerung (QE) dar und wird eingeleitet, sobald sich die Wirtschaft erholt und die Inflation wieder anzieht. Während die Reserve Bank of Australia (RBA) im Rahmen der QE Staats- und Unternehmensanleihen aufkauft, um den Finanzmärkten Liquidität zuzuführen, beendet sie bei QT diese Käufe und reinvestiert nicht in fällige Anleihen. Diese geldpolitische Maßnahme wird in der Regel als positiv für den australischen Dollar bewertet.

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