• USD/JPY stürzt in der frühen europäischen Sitzung am Dienstag auf nahe 153,50 ab. 
  • Erwartungen, dass die BoJ nächste Woche die Zinsen anheben könnte, stützen den japanischen Yen. 
  • Händler preisen nun eine Wahrscheinlichkeit von rund 60% für eine Zinserhöhung der Fed in diesem Monat ein. 

Das Paar USD/JPY fällt während der frühen europäischen Handelsstunden am Dienstag auf rund 153,50. Der japanische Yen (JPY) steigt angesichts wachsender Erwartungen an eine Zinserhöhung der Bank of Japan (BoJ) auf ein Sieben-Monats-Hoch gegenüber dem US-Dollar (USD). Die wichtigen US-Inflationsdaten werden im weiteren Verlauf der Woche im Fokus stehen. 

Wachsende Wetten der Händler auf eine Zinserhöhung der BoJ lösten eine scharfe Trendwende in der Stimmung aus. Spekulationen über eine mögliche Änderung der Vermögensallokation des Government Pension Investment Fund bieten dem japanischen Yen ebenfalls etwas Unterstützung. 

In der vergangenen Woche sagte das BoJ-Vorstandsmitglied Hajime Takata, dass die Zentralbank einen aggressiveren Ansatz verfolgen könnte als erwartet. Er sagte, eine Anhebung um 25 Basispunkte sei „nicht unbedingt in Stein gemeißelt“, und dass allgemein gesprochen auch aufeinanderfolgende Zinserhöhungen möglich wären.

Händler werden die anstehenden Inflationsdaten zum US-Erzeugerpreisindex (EPI) und Verbraucherpreisindex (VPI) genau beobachten, die die Erwartungen für den nächsten geldpolitischen Schritt der Federal Reserve (Fed) prägen könnten. Fed Funds Futures preisen laut dem CME FedWatch Tool derzeit eine Wahrscheinlichkeit von rund 60% für eine Zinserhöhung ein.

Erwartungen an eine Straffung der BoJ steigen, da die Märkte einen schnelleren Kurswechsel einpreisen

Analysten der HSBC beobachten, dass sich die Märkte zunehmend auf einen schnelleren Kurswechsel der Bank of Japan einstellen als in den vergangenen Jahren. Sie weisen darauf hin, dass „die Märkte nun erwarten, dass die Bank of Japan (BoJ) die Geldpolitik schneller straffen wird, als sie es in den vergangenen Jahren getan hat“, wobei „Overnight Index Swaps bis April 2027 kumulierte Zinserhöhungen von rund 75 Basispunkten implizieren und sogar für die Sitzung am 18. September nennenswerte Chancen auf eine Zinserhöhung einpreisen, was ungewöhnlich hervorsticht“. HSBC argumentiert, dass diese Preisbewegungen „darauf hindeuten, dass Anleger eine Änderung der Art und Weise erwarten, wie die BoJ auf Inflations- und Wachstumsrisiken reagiert“.

Chart Analysis USD/JPY

Technische Analyse: USD/JPY behält trotz überverkauftem RSI eine bärische Tendenz bei

Auf dem Tages-Chart setzt USD/JPY seinen starken Rückgang fort und behält einen klar bärischen kurzfristigen Bias bei, da der Kurs deutlich unter der Mittellinie der Bollinger Bänder und dem 100-Tage-Simple-Moving-Average notiert. Das Paar ist zudem unter das untere Bollinger Band gefallen, was den starken Abwärtsdruck unterstreicht, während der Relative Strength Index (14) im überverkauften Bereich um 25 verharrt und darauf hindeutet, dass zwar der Verkaufsdruck weiterhin dominiert, das Abwärtsmomentum jedoch allmählich nachlassen könnte.

Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand nun im Bereich des ehemaligen unteren Bollinger Bands um 154,70, gefolgt von der Mittellinie der Bollinger Bänder nahe 158,45 und dem 100-Tage-SMA, der sich in der Nähe von 159,85 ballt. Eine nachhaltigere Erholung müsste diesen Zusammenfluss zurückerobern, bevor die obere Bollinger-Band-Grenze nahe 162,20 ins Visier genommen werden kann; bis dahin deutet die breitere technische Struktur darauf hin, dass Erholungen wahrscheinlich verkauft werden.

(Die technische Analyse dieser Nachricht wurde mithilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)

Japanischer Yen - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.

Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.

Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.

Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.

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