• Der japanische Yen wertet gegenüber seinen Pendants rasch auf, nachdem Berichte darauf hindeuten, dass die BoJ ihren geldpolitischen Straffungszyklus beschleunigen wird.
  • Japan würde einen aggressiv hawkischen Zinssenkungszyklus haben, da die Schwäche des Yen die Aufwärtsrisiken für die Inflation angeheizt hat.
  • Anleger warten auf die nationalen VPI-Daten Japans für Juni.

Der japanische Yen (JPY) zieht während der europäischen Handelssitzung am Mittwoch erhebliche Gebote gegenüber seinen wichtigsten Währungsrivalen an. Das Währungspaar USD/JPY fällt senkrecht auf nahe 162,65, erholt sich jedoch schnell von einigen Verlusten und steigt wieder auf rund 162,90.

Die japanische Währung verzeichnet nach einem Bloomberg-Bericht starke Kaufinteressen, dem zufolge Beamte der Bank of Japan (BoJ) offen dafür sind, die Zinssätze schneller anzuheben als von Ökonomen im Konsens erwartet, wobei die anhaltende Schwäche des japanischen Yen laut mit der Angelegenheit vertrauten Personen zu den Aufwärtsrisiken für die Inflation beiträgt.

In den vergangenen Wochen ist eine deutliche Underperformance der Währung aus dem Asien-Pazifik-Raum gegenüber ihren wichtigsten Pendants zu beobachten. Am Dienstag erreichte USD/JPY ein neues Mehrjahrzehnt-Hoch nahe 163,23.

Eine aggressive geldpolitische Straffungskampagne der BoJ würde den Zinsunterschied zu anderen Zentralbanken verringern.

Für frische Hinweise zum Zinssausblick der BoJ warten Anleger auf die geldpolitische Ankündigung in der kommenden Woche, bei der die Bank voraussichtlich die Zinssätze unverändert bei 1% belassen wird.

Zusätzlich zu den Hoffnungen auf einen schnellen geldpolitischen Straffungszyklus der BoJ dürften auch Befürchtungen über eine Intervention Japans an den Devisenmärkten nach einer deutlichen Abwertung des japanischen Yen die Währung gestützt haben.

Zuvor am Tag sagte Japans Finanzministerin (FM) Satsuki Katayama, dass die Behörden bei Bedarf die notwendigen Schritte im Bereich der Devisen ergreifen werden. Sie lehnte es jedoch ab, sich zu bestimmten Devisenniveaus zu äußern.

Was die Wirtschaftsdaten betrifft, warten Anleger auf die Daten zum nationalen Verbraucherpreisindex (VPI) Japans für Juni, die am Freitag veröffentlicht werden. Der nationale VPI ohne frische Lebensmittel dürfte bei 1,6% im Jahresvergleich (YoY) liegen, nach 1,4% im Mai.

 

Bank of Japan - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Die Bank of Japan (BoJ) steuert die japanische Geldpolitik und hat ein Inflationsziel von rund 2 %. Ihre Maßnahmen haben einen wesentlichen Einfluss auf den japanischen Yen.

Die Bank of Japan implementierte im Jahr 2013 eine extrem expansive Geldpolitik, um die wirtschaftliche Aktivität zu stimulieren und in einem deflationären Umfeld Inflation zu erzeugen. Diese Politik, basierend auf quantitativer und qualitativer Lockerung (QQE), beinhaltete den Ankauf von Vermögenswerten wie Staats- und Unternehmensanleihen durch die Schaffung von Zentralbankgeld, um zusätzliche Liquidität bereitzustellen. Im Jahr 2016 intensivierte die BoJ diese Maßnahmen, führte Negativzinsen ein und begann, die Renditen von 10-jährigen Staatsanleihen direkt zu steuern. Im März 2024 vollzog die Bank eine Kehrtwende, indem sie die Zinsen anhob und sich damit von ihrer ultra-expansiven Geldpolitik distanzierte.

In den vergangenen zehn Jahren hat die entschlossene Haltung der Bank of Japan, an ihrer ultralockeren Geldpolitik festzuhalten, zu einer wachsenden geldpolitischen Divergenz im Vergleich zu anderen Zentralbanken, insbesondere der US-Notenbank, geführt. Dies verstärkte die Renditedifferenz zwischen 10-jährigen US-Staatsanleihen und japanischen Staatsanleihen und stärkte den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen. Mit der Entscheidung der BoJ im Jahr 2024, ihre expansive Geldpolitik schrittweise zu lockern, und dem gleichzeitigen Beginn von Zinssenkungen in anderen großen Zentralbanken, wird diese Differenz nun zunehmend eingeengt.

Der schwächere Yen und steigende globale Energiepreise haben die Inflation in Japan über das Ziel der BoJ von 2 % hinausgetrieben. Zusätzlich hat die Erwartung steigender Löhne – ein zentraler Treiber der Inflation – diese Entwicklung weiter verstärkt.


 

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