• Der japanische Yen weitet seine Gewinne gegenüber dem US-Dollar aus und erholt sich von einem Viermonatstief von 150,84.
  • Der US-Dollar-Index stabilisiert sich im Bereich von 9,00-98,80, nachdem er von einem Zwei-Monats-Hoch von 100,26 zurückgegangen ist.
  • Die Protokolle der BoJ-Sitzung sind für Dienstag zur Veröffentlichung angesetzt, was frische Hinweise auf den Weg und den Zeitpunkt der nächsten geldpolitischen Maßnahme angesichts steigender Inflationsrisiken bieten könnte.

Der japanische Yen (JPY) hat am Montag seine Gewinne gegenüber dem US-Dollar (USD) ausgeweitet und sich leicht erholt, nachdem er sich von einem Viermonatstief von 150,84 nach dem enttäuschenden US-Arbeitsmarktbericht am Freitag stark erholt hatte. Die schwächeren Arbeitsmarktdaten haben die Erwartungen an eine Lockerung der Geldpolitik durch die Federal Reserve (Fed) bei ihrer nächsten Sitzung im September angeheizt, was den Greenback belastet und die Nachfrage nach dem sicheren Hafen Yen erhöht.

Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts schwebt das USD/JPY-Paar während der amerikanischen Handelsstunden nahe 147,00, nachdem es kürzlich Gewinne abgegeben hat, die durch eine starke Dollar-Rallye zu Beginn der Woche angeheizt wurden. In der Zwischenzeit zeigt der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenback gegenüber einem Korb von sechs Hauptwährungen verfolgt, Anzeichen der Stabilisierung und wird derzeit um 98,80 gehandelt, nachdem er von einem Zwei-Monats-Hoch von 100,26 zurückgegangen ist.

Die Pause im Dollar-Momentum spiegelt wachsende Unsicherheit über den nächsten Schritt der Fed wider, da Händler die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung bereits im September neu bewerten. Dieser Wandel steht im Gegensatz zur hawkischen Haltung der Fed bei ihrer letzten Sitzung, bei der die Beamten einen datenabhängigen Ansatz betonten und auf anhaltende Inflationsrisiken hinwiesen, insbesondere durch Zölle und Angebotsdruck. Fed-Vorsitzender Jerome Powell gab keine klare zukünftige Orientierung und sagte, dass keine Entscheidung für September getroffen worden sei, und betonte die Notwendigkeit weiterer Beweise für eine abkühlende Inflation. Dennoch, mit der Schwäche des Arbeitsmarktes und wachsendem internen Dissens, stimmten zwei Fed-Gouverneure für eine sofortige Lockerung — die Marktteilnehmer neigen zunehmend zu einem dovishen Pivot.

Laut dem CME FedWatch Tool rechnen die Märkte nun mit einer Wahrscheinlichkeit von 87,8% für eine Zinssenkung um 25 Basispunkte bei der Sitzung der Fed im September. Diese scharfe Neubewertung spiegelt die wachsende Überzeugung wider, dass die Zentralbank gezwungen sein wird, früher als später zu pivotieren, um auf die sich verschlechternden Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt zu reagieren.

Zusätzlich zur Unsicherheit haben die jüngsten Rücktritte von Fed-Gouverneurin Adriana Kugler und die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, dass er diese Woche einen Nachfolger nominieren will, frische politische Untertöne in die Perspektive der Fed eingeführt. Diese Entwicklungen wecken Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit der Zentralbank und könnten die Markterwartungen vor der Sitzung im September weiter beeinflussen.

Auf der japanischen Seite ist die Veröffentlichung des Protokolls der geldpolitischen Sitzung der Bank of Japan (BoJ) für Dienstag angesetzt und wird genau auf Einblicke in die internen politischen Diskussionen der Zentralbank untersucht. In einer Pressekonferenz in der letzten Woche erklärte BoJ-Gouverneur Kazuo Ueda, dass die Zentralbank einstimmig beschlossen habe, den kurzfristigen Zinssatz stabil zu halten, während sie ihre Prognose für die Kernverbraucherinflation im laufenden Geschäftsjahr auf 2,7% angehoben hat, von zuvor 2,2%. Gouverneur Ueda betonte, dass zukünftige Zinserhöhungen von den Daten abhängen würden und die BoJ nicht unbedingt warten würde, bis die zugrunde liegende Inflation das Ziel von 2% erreicht, bevor sie handelt. Stattdessen würde die Zentralbank reagieren, sobald es "sehr wahrscheinlich" ist, dass die Inflation dieses Niveau nachhaltig erreichen wird, insbesondere wenn dies mit einem stärkeren Lohnwachstum einhergeht. Während er anerkennt, dass sich der Inflationstrend verbessert, stellte Ueda fest, dass ein Großteil des Preisdrucks angebotsseitig bleibt, insbesondere aufgrund der hohen Lebensmittelkosten. Er warnte, dass eine vorzeitige Straffung den inländischen Konsum unterdrücken könnte, der nach wie vor fragil ist.

Die Märkte werden auf jegliche hawkische Neigung in den Protokollen achten, insbesondere hinsichtlich des Zeitpunkts der nächsten Zinserhöhung, die einige Analysten möglicherweise bereits im Oktober erwarten. Jegliche Hinweise darauf, dass die Entscheidungsträger zuversichtlicher in Bezug auf die Inflations- und Lohnwachstumaussichten Japans werden, könnten die Argumentation für eine Normalisierung der Politik stärken und zusätzliche Rückenwinde für den japanischen Yen bieten.


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