• Der japanische Yen stürzt nach der geldpolitischen Ankündigung der BoJ gegenüber dem US-Dollar ab.
  • Die BoJ erhöht die Zinsen um 25 Bp auf 1,25% und warnt davor, dass die Inflation das 2%-Ziel überschreiten könnte.
  • Anleger warten auf die Pressekonferenz von BoJ-Gouverneur Ueda, um neue Hinweise auf den geldpolitischen Ausblick zu erhalten.

Der japanische Yen (JPY) fällt nach der geldpolitischen Entscheidung der Bank of Japan (BoJ) gegenüber dem US-Dollar (USD) stark ab. Bei Redaktionsschluss steigt das Paar USD/JPY auf nahe 156,95.

Die BoJ hat die Zinssätze um 25 Basispunkte (Bp) auf 1,25% angehoben, den höchsten Stand seit 31 Jahren. Von der japanischen Zentralbank wurde weithin erwartet, dass sie ihre geldpolitischen Bedingungen straffen würde, da Marktbeobachter davon ausgingen, dass die jüngsten Lohndaten den Weg für eine schnellere geldpolitische Normalisierung ebnen.

Analysten der Deutschen Bank sagten letzte Woche, dass die jüngste positive Überraschung bei den Lohndaten in Japan „die überwältigende Begründung dafür untermauert, dass die BoJ auf ihrer geldpolitischen Sitzung am 18. September die Zinsen anheben wird, nachdem sie ihre vorherige Zinserhöhung vor drei Monaten vorgenommen hat“.

In der geldpolitischen Erklärung warnte die BoJ vor dem Risiko, dass „die Inflation das 2%-Ziel der Zentralbank überschreiten könnte“, und fügte hinzu: „Die jüngste Yen-Abwertung dürfte die Preise weiter nach oben treiben.“

Unterdessen warten Anleger auf die Pressekonferenz von BoJ-Gouverneur Kazuo Ueda, um neue Hinweise darauf zu erhalten, ob die Zentralbank auf dem Weg der geldpolitischen Straffung bleiben wird und wenn ja, wie stark das Tempo der geldpolitischen Straffung sein wird.

Strategen der Danske Bank erwarten eine Veränderung in der Kommunikation über den geldpolitischen Pfad und sagten: „Wir erwarten, dass die BoJ einen flexibleren Ansatz beim Straffungstempo signalisiert als den bisher sehr vorsichtigen Zinserhöhungszyklus, den wir beobachtet haben.“

Auf der US-Dollar-Seite bleiben Händler zuversichtlich, dass die Federal Reserve (Fed) in diesem Jahr noch eine weitere Zinserhöhung vornehmen wird. Die Fed hat am Mittwoch ihren Leitzins um 25 Bp auf die Spanne von 3,75%-4,00% angehoben und gewarnt, dass die Inflation seit langer Zeit zu hoch sei.

USD/JPY Technische Analyse

Auf dem Tages-Chart notiert USD/JPY bei 156,88. Das Paar hält sich oberhalb des exponentiellen gleitenden 20-Perioden-Durchschnitts (EMA) bei 156,51 und behält damit eine leicht bullische Tendenz bei, da sich der Kurs über dem kurzfristigen Trendindikator eine Untergrenze bildet. Der Relative Strength Index (RSI) bei 49,26 liegt nahe der neutralen Linie und deutet darauf hin, dass der Aufwärtsdruck konstruktiv, aber noch nicht ausgedehnt ist.

Auf der Unterseite liegt die erste Unterstützung beim 20-Tage-EMA um 156,51, wobei ein Tagesschluss darunter den aktuellen positiven Ton schwächen und tiefere Rücksetzer freilegen würde. Solange USD/JPY diesen gleitenden Durchschnitt verteidigt, dürften die Käufer die Kontrolle über die kurzfristige Struktur behalten, wobei jeder Ausbruch nach oben von den aktuellen Niveaus aus den breiteren Aufwärtstrend ausweiten dürfte, trotz des Fehlens klar definierter Widerstände im unmittelbaren Datenbereich.

(Die technische Analyse dieser Nachricht wurde mithilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)

Bank of Japan - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Die Bank of Japan (BoJ) steuert die japanische Geldpolitik und hat ein Inflationsziel von rund 2 %. Ihre Maßnahmen haben einen wesentlichen Einfluss auf den japanischen Yen.

Die Bank of Japan implementierte im Jahr 2013 eine extrem expansive Geldpolitik, um die wirtschaftliche Aktivität zu stimulieren und in einem deflationären Umfeld Inflation zu erzeugen. Diese Politik, basierend auf quantitativer und qualitativer Lockerung (QQE), beinhaltete den Ankauf von Vermögenswerten wie Staats- und Unternehmensanleihen durch die Schaffung von Zentralbankgeld, um zusätzliche Liquidität bereitzustellen. Im Jahr 2016 intensivierte die BoJ diese Maßnahmen, führte Negativzinsen ein und begann, die Renditen von 10-jährigen Staatsanleihen direkt zu steuern. Im März 2024 vollzog die Bank eine Kehrtwende, indem sie die Zinsen anhob und sich damit von ihrer ultra-expansiven Geldpolitik distanzierte.

In den vergangenen zehn Jahren hat die entschlossene Haltung der Bank of Japan, an ihrer ultralockeren Geldpolitik festzuhalten, zu einer wachsenden geldpolitischen Divergenz im Vergleich zu anderen Zentralbanken, insbesondere der US-Notenbank, geführt. Dies verstärkte die Renditedifferenz zwischen 10-jährigen US-Staatsanleihen und japanischen Staatsanleihen und stärkte den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen. Mit der Entscheidung der BoJ im Jahr 2024, ihre expansive Geldpolitik schrittweise zu lockern, und dem gleichzeitigen Beginn von Zinssenkungen in anderen großen Zentralbanken, wird diese Differenz nun zunehmend eingeengt.

Der schwächere Yen und steigende globale Energiepreise haben die Inflation in Japan über das Ziel der BoJ von 2 % hinausgetrieben. Zusätzlich hat die Erwartung steigender Löhne – ein zentraler Treiber der Inflation – diese Entwicklung weiter verstärkt.

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