Die US-Inflation ist niedriger ausgefallen als vom Markt erwartet und lag zudem deutlich unter unserer eigenen Prognose eines monatlichen Kernwerts von 0,4 Prozent. Dennoch hat die gestrige Kursreaktion unsere kurzfristig positive Einschätzung für den Dollar eher bestätigt: Trotz der schwachen Inflationsdaten bewegten sich die Zinserwartungen an die US-Notenbank kaum, und der Dollar legte rasch wieder zu, merkt ING-Devisenanalyst Francesco Pesole an.

Die Marktbepreisung der Fed bleibt stabil – Anleger lassen schwache Inflationsdaten kalt

„Zum Teil dürfte dies die Zurückhaltung des Marktes widerspiegeln, den Verbraucherpreisdaten angesichts anhaltender, durch den Shutdown bedingter Verzerrungen zu große Bedeutung beizumessen. Zugleich signalisiert es aber auch, dass das wahrgenommene Risiko für die Unabhängigkeit der Fed weiter abnimmt – unterstützt durch den Eindruck, dass die strafrechtlichen Ermittlungen gegen Notenbankchef Powell kaum weiter voranschreiten dürften, sowie durch Gegenwind aus Teilen der republikanischen Partei. Wir sehen weiterhin eine realistische Chance, dass der Dollar aus dieser Phase letztlich gestärkt hervorgeht, da Powell als entschlossener falkenhaft wahrgenommen werden könnte, um die Unabhängigkeit der Fed zu unterstreichen.“

„Gleichzeitig ist die wichtigste Erkenntnis aus den gestrigen Inflationsdaten die anhaltende Schwäche der Güterpreise. Das unterstreicht erneut, wie gering der inflationäre Effekt der Zölle bislang ausgefallen ist. Viele zollanfällige Kategorien blieben schwach, darunter Haushaltsgeräte (-4,3 Prozent zum Vormonat), Möbel (-0,4 Prozent), Neuwagen (0,0 Prozent) sowie Video- und Audiogeräte (-0,4 Prozent). Dieses Muster ist auffällig und deutet darauf hin, dass US-Einzelhändler ihre Margen weiter unter Druck setzen. Insgesamt stärkt dies unsere Überzeugung, dass es im März zu einer Zinssenkung durch die Fed kommt, auch wenn die Märkte diese Sichtweise möglicherweise erst mit Verzögerung vollständig übernehmen.“

„Heute richtet sich der Blick auf die Erzeugerpreise für November (Kernrate erwartet bei 0,2 Prozent zum Vormonat) sowie auf die Einzelhandelsumsätze, die sich relativ robust zeigen dürften. Zudem steht eine ganze Reihe von Fed-Rednern im Fokus – Paulson, Miran, Kashkari, Bostic und Williams –, bei denen genau auf mögliche subtile falkenhafte Signale zur Unterstützung Powells und der institutionellen Unabhängigkeit geachtet wird. Außerdem könnte heute das Urteil des Obersten Gerichtshofs zu den Zöllen veröffentlicht werden, das allgemein als ungünstig gilt. In diesem Fall ist mit deutlichen Reaktionen aus dem Trump-Lager zu rechnen, doch die Märkte dürften kaum überrascht sein. Unser Basisszenario bleibt eine moderat positive Reaktion des Dollars.“

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