Die IEA hat diese Woche ihren mittelfristigen Ausblick vorgelegt. Wie im vergangenen Jahr geht sie davon aus, dass die Ölnachfrage am Ende des Jahrzehnts ihren Höhepunkt erreichen wird, stellt Barbara Lambrecht, Rohstoffanalystin der Commerzbank, fest.
Die US-Nachfrage wird voraussichtlich weniger stark zurückgehen als im vergangenen Jahr
"Erstens: der Vormarsch der Elektromobilität. Diese wird im Jahr 2030 voraussichtlich den täglichen Bedarf von 5,4 Millionen Barrel Öl ersetzen. Zweitens, der abnehmende Einsatz von Öl in der Stromerzeugung. Vor allem in Saudi-Arabien wird der verstärkte Einsatz von Gas und erneuerbaren Energien die Nachfrage voraussichtlich senken. Die Nachfrage wird jedoch weiterhin durch den verstärkten Einsatz in der petrochemischen Industrie angetrieben.
"Obwohl die IEA darauf hinweist, dass das weltweite Wachstum der Nachfrage ähnlich ausfallen wird wie im letzten Jahr, wird es regionale Verschiebungen geben: Sie erwartet nur einen leichten Anstieg der Nachfrage in China, während die Nachfrage in den USA dank niedrigerer Preise und eines langsameren Fortschritts bei der Elektromobilität weniger stark zurückgehen dürfte als im letzten Jahr. Wichtigster Wachstumstreiber ist Indien: Mit einer täglichen Nachfrage von 5,5 Millionen Barrel verbraucht das drittgrößte Verbraucherland der Welt allerdings deutlich weniger als der zweitgrößte Verbraucher China mit rund 16,6 Millionen Barrel pro Tag."
"Solange es keine größeren Turbulenzen gibt, dürfte der Markt vorerst gut versorgt sein. Der IEA zufolge werden die Kapazitäten bis 2030 doppelt so schnell wachsen wie die Nachfrage, vor allem dank der Vereinigten Staaten und Saudi-Arabien. Im Einklang mit dem Nachfragewachstum dürften auch die Kapazitäten vor allem in naher Zukunft zunehmen, während sie sich gegen Ende des Jahrzehnts abflachen werden."
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