Goldpreis unter Druck: Fällt jetzt die wichtige 4.140-Dollar-Marke?


Der Goldpreis steht vor einer wichtigen Richtungsentscheidung. Gold-Futures notieren am Dienstag bei 4.150,37 US-Dollar und damit 0,15 % im Minus. Die laufende Tageskerze ist allerdings noch nicht abgeschlossen, weshalb der aktuelle Kurs nicht mit einem bestätigten Schlusskurs gleichgesetzt werden darf.

Genau darauf kommt es jetzt an. Denn technisch sieht Gold weiterhin angeschlagen aus, gleichzeitig ist der Goldpreis inzwischen an einer Unterstützungszone angekommen, die eine Gegenbewegung auslösen könnte.

Von einer Trendwende kann bisher aber noch keine Rede sein.

Goldpreis Prognose
Goldpreis Prognose

Goldpreis fällt auf eine entscheidende Unterstützung

Der Blick auf die wichtigsten Trendindikatoren fällt zunächst eindeutig aus. Der Goldpreis notiert unter sämtlichen relevanten gleitenden Durchschnitten.

Die 20-Tage-Linie verläuft aktuell bei 4.290,28 US-Dollar, der 50-Tage-Durchschnitt bei 4.388,51 US-Dollar und die 200-Tage-Linie bei 4.562,44 US-Dollar. Hinzu kommt der SuperTrend, der derzeit bei 4.394,98 US-Dollar liegt.

Damit befindet sich Gold sowohl kurzfristig als auch übergeordnet weiter in einem Abwärtstrend.

Besonders wichtig ist für mich deshalb zunächst der Bereich zwischen 4.290 und rund 4.395 US-Dollar. Erst wenn der Goldpreis diese Zone zurückerobert, würde sich das technische Bild spürbar aufhellen.

Bis dahin gilt: Eine Erholung wäre zunächst genau das - eine Erholung innerhalb eines bestehenden Abwärtstrends.

Doch auf der Unterseite wird es inzwischen ebenfalls interessant.

Der Bereich zwischen 4.140 und 4.160 US-Dollar bildet aktuell die unmittelbare Unterstützungszone. Genau dort bewegt sich Gold derzeit.

Das macht die nächsten Handelstage besonders spannend.

Hält diese Zone, könnte der Markt zumindest zu einer stärkeren Gegenbewegung ansetzen. Bricht sie dagegen nachhaltig, wäre der nächste Rückschlag technisch durchaus vorbereitet.

Der Goldpreis ist schwach - aber noch nicht am Boden

Auch die Momentum-Indikatoren sprechen weiterhin eher für die Verkäufer.

Der RSI liegt aktuell bei 34,08. Damit nähert sich Gold dem klassischen überverkauften Bereich unterhalb von 30.

Das allein ist aber noch kein Kaufsignal.

Ein niedriger RSI erhöht zwar die Wahrscheinlichkeit für eine technische Gegenbewegung, bedeutet aber nicht automatisch, dass der Tiefpunkt erreicht ist. Gerade in einem ausgeprägten Abwärtstrend kann ein Markt längere Zeit überverkauft bleiben.

Hinzu kommt, dass bislang keine bestätigte bullishe Divergenz vorliegt.

Auch beim MACD gibt es noch keine Entwarnung. Der Indikator liegt bei minus 69,90 und damit unter seiner Signallinie von minus 54,74. Das negative Momentum ist also weiterhin intakt.

Interessant wird es beim unteren Bollinger-Band.

Dieses verläuft aktuell bei 4.090,39 US-Dollar und liegt damit nur rund 60 US-Dollar unter dem aktuellen Goldpreis. Gleichzeitig befindet sich in diesem Bereich eine Fibonacci-Unterstützung.

Genau deshalb ist die Zone um 4.090 US-Dollar für mich die nächste große Marke, sollte 4.140 US-Dollar nicht halten.

Unter 4.140 Dollar wird es beim Goldpreis kritisch

Technisch lassen sich die entscheidenden Marken derzeit recht klar eingrenzen.

Die erste Unterstützung liegt zwischen 4.140 und 4.160 US-Dollar. Darunter folgt die deutlich stärkere Zone bei etwa 4.089 bis 4.090 US-Dollar.

Sollte auch diese Unterstützung brechen, wäre der Weg zunächst in Richtung 3.992 US-Dollar offen. Noch tiefer wartet bei rund 3.890 US-Dollar eine wichtige historische Swing-Unterstützung.

Auf der Oberseite sieht es spiegelverkehrt aus.

Der erste Widerstand liegt bei rund 4.290 US-Dollar an der 20-Tage-Linie. Darüber folgt zwischen 4.388 und 4.395 US-Dollar eine besonders wichtige Zone, weil dort der 50-Tage-Durchschnitt und der SuperTrend nahezu zusammenfallen.

Erst darüber würde sich das technische Bild wirklich verbessern.

Die nächste große Hürde wäre anschließend die 200-Tage-Linie bei 4.562 US-Dollar.

Für Anleger lässt sich daraus eine einfache Schlussfolgerung ableiten: Unter 4.140 US-Dollar steigt das Risiko einer weiteren Abwärtswelle deutlich. Über 4.395 US-Dollar würde Gold dagegen erstmals wieder echte technische Stärke zeigen.

Dazwischen bleibt der Markt in einer Übergangsphase.

Diese vier Szenarien sind jetzt beim Goldpreis möglich

Das bearishste Szenario wäre ein bestätigter Bruch der aktuellen Unterstützung.

Ein aggressiver Einstieg auf der Short-Seite würde dabei erst unter 4.135 US-Dollar interessant - und zwar nach einem abgeschlossenen Tagesschluss unterhalb dieser Marke.

Der Stopp läge in diesem Fall bei 4.215 US-Dollar und damit oberhalb des nächsten strukturellen Widerstands.

Das erste Ziel wäre 3.992 US-Dollar. Daraus ergibt sich ein Chance-Risiko-Verhältnis von 1,79 zu 1. Sollte auch diese Marke fallen, rückt die Zone um 3.890 US-Dollar in den Fokus. Das Chance-Risiko-Verhältnis würde dann auf 3,06 zu 1 steigen.

Die Konfidenz für dieses Szenario ist mittel. Der Grund ist einfach: Sowohl der übergeordnete Trend als auch der MACD sprechen weiterhin für die Verkäufer.

Etwas konservativer wäre ein Einstieg nach einem gescheiterten Retest der gebrochenen Unterstützung.

In diesem Fall würde Gold zunächst unter die Unterstützung fallen und anschließend noch einmal in Richtung 4.160 US-Dollar zurücklaufen. Scheitert der Kurs dort und dreht erneut nach unten, wäre das ein stärkeres Bestätigungssignal.

Auch hier läge der Stopp bei 4.215 US-Dollar. Die Ziele blieben bei 3.992 und anschließend 3.890 US-Dollar. Das genaue Chance-Risiko-Verhältnis hängt in diesem Fall vom tatsächlichen Einstiegskurs ab.

Dieses Szenario ist vor allem für Trader interessant, die nicht den ersten Ausbruch handeln wollen, sondern auf eine Bestätigung warten.

Auf der anderen Seite gibt es durchaus auch ein bullishes Szenario.

Sollte sich in der Nähe von 4.165 US-Dollar eine bestätigte bullishe Umkehrkerze ausbilden, könnte eine technische Gegenbewegung starten.

Ein aggressiver Einstieg würde dann in diesem Bereich erfolgen. Der Stopp läge bei 4.045 US-Dollar und damit unterhalb der Unterstützungszone mit zusätzlichem Volatilitätspuffer.

Das erste Ziel wäre 4.395 US-Dollar. Das entspricht einem Chance-Risiko-Verhältnis von 1,92 zu 1.

Sollte Gold anschließend sogar bis zur 200-Tage-Linie bei 4.562 US-Dollar steigen, würde sich das Verhältnis auf 3,31 zu 1 verbessern.

Man darf dabei allerdings einen Punkt nicht vergessen: Dieses Setup läuft gegen den bestehenden Trend.

Entsprechend niedrig ist die Konfidenz. Es wäre eher ein Szenario für risikobereite Trader, die gezielt auf eine technische Gegenbewegung setzen.

Deutlich konservativer wäre ein bullishes Signal erst oberhalb von 4.300 US-Dollar.

Dafür müsste der Goldpreis einen bestätigten Tagesschluss über dieser Marke schaffen. Der Markt hätte damit zumindest begonnen, die erste wichtige Trendlinie zurückzuerobern.

Der Stopp läge dann bei 4.165 US-Dollar, die Ziele ebenfalls bei 4.395 und anschließend 4.562 US-Dollar.

Die Konfidenz wäre in diesem Fall niedrig bis mittel. Für eine wirkliche Trendwende müssten anschließend aber noch weitere Widerstände überwunden werden.

Beim Goldpreis entscheidet nicht der erste Ausschlag

Genau hier liegt derzeit der wichtigste Punkt.

Gold steht an einer Unterstützung, aber der Trend hat sich noch nicht gedreht.

Solange der Goldpreis oberhalb von 4.140 US-Dollar bleibt, ist eine Erholung in Richtung 4.290 US-Dollar durchaus möglich.

Fällt diese Marke jedoch auf Tagesschlussbasis, wäre das technisch ein deutlich schlechteres Signal. Dann rücken zunächst 4.090 US-Dollar und anschließend möglicherweise 3.992 US-Dollar in den Fokus.

Deshalb würde ich aktuell weniger auf einzelne Intraday-Bewegungen achten.

Entscheidend ist vielmehr, wo Gold den Handelstag beendet und wie sich der Kurs anschließend an der gebrochenen oder zurückeroberten Marke verhält.

Genau dort zeigt sich meistens, ob Käufer wirklich zurückkommen oder ob eine kurze Erholung lediglich neuen Verkäufern einen besseren Einstieg bietet.

Für den Goldpreis ist die Lage deshalb zwar angespannt, aber gleichzeitig auch interessant.

Die Zone um 4.140 US-Dollar könnte einen Boden für eine Gegenbewegung liefern. Sie kann aber genauso gut die letzte Unterstützung vor der nächsten Abwärtswelle sein.

Der nächste bestätigte Tagesschluss dürfte deshalb deutlich mehr Aussagekraft haben als jede kurzfristige Bewegung während des Handels.

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Das sollten Sie am Dienstag, den 6. Oktober, im Blick behalten:

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