- Gold setzt den jüngsten Abwärtstrend fort und nähert sich am frühen Dienstag 4.100 USD.
- Der US-Dollar konsolidiert sich in der Nähe von 17-Monats-Hochs angesichts hoher Treasury-Renditen und einer Erholung der Ölpreise.
- Aus kurzfristiger technischer Sicht scheint der Weg des geringsten Widerstands für Gold nach unten zu führen.
Gold droht am frühen Dienstag die Marke von 4.100 USD zu testen und setzt damit seinen jüngsten Abwärtstrend von über 4.200 USD fort.
Gold trägt die Hauptlast höherer Renditen
Das breitere fundamentale Umfeld bleibt für Gold angesichts steigender Staatsverschuldung und geopolitischer Instabilität weltweit günstig, da das glänzende Metall nach wie vor der ultimative Hedge und Wertspeicher gegen Debasement-Trades ist.
Zwei europäische Zentralbanker sagten am Montag, dass Gold ein strategischer Reservewert bleibt, da Sorgen über steigende Staatsverschuldung und geopolitische Instabilität seine Attraktivität als sicherer Hafen vor Risiken erhöhen, wie Reuters berichtet.
Kurzfristig haben jedoch die Verkäufer bei Gold die Kontrolle angesichts erhöhter Renditen von US-Staatsanleihen und eines festeren US-Dollars (USD), obwohl die Märkte eine Zinserhöhung der Federal Reserve (Fed) im Oktober nahezu auspreisen.
Analysten der OCBC argumentieren, dass das Edelmetall weiterhin durch das Zinsumfeld begrenzt wird, und weisen darauf hin, dass sie "immer noch darauf warten, dass sich die Renditen drehen." Sie heben hervor, dass die kurze "Erholung nach den US-Arbeitsmarktdaten schnell verpuffte, obwohl der US-Arbeitsmarktbericht schwächer ausfiel und die Erwartungen an eine Fed-Zinserhöhung im Oktober weiter zurückgingen." Ihrer Ansicht nach ist das "zentrale Problem, dass die Renditen am langen Ende nicht nachhaltig gefallen sind und der USD fest blieb, was den Anschlussanstieg bei Gold begrenzte," sodass dem Metall der anhaltende Rückgang der Renditen und die Dollar-Schwäche fehlen, die für eine nachhaltigere Erholung nötig wären.
Die Renditen 10- und 30-jähriger US-Staatsanleihen erreichten am Montag 24-Jahres-Hochs, da sich der Ausverkauf am Anleihemarkt ausweitete. Dies, zusammen mit robusten US ISM Services PMI Price Paid, einem Unterindex, der auf den höchsten Stand seit über vier Jahren stieg, deutet darauf hin, dass die Inflation bis 2027 erhöht bleiben könnte.
Trotz der stark steigenden Renditen von US-Staatsanleihen sah sich der Greenback Gegenwind durch eine von Tech getriebene Rallye im Nasdaq auf Rekordhochs gegenüber, was die breitere Marktstimmung stützte.
Der späte Pullback des USD half Gold, die Abwärtsbewegung nach dem Rückgang aus dem Bereich von 4.170 Dollar abzufedern.
Im bisherigen Handel am Dienstag zieht der USD frische Gebote an, folgt höheren Renditen und einer Erholung der Ölpreise und verstärkt damit den bärischen Unterton bei Gold.
Im weiteren Tagesverlauf werden Reden von Fed-Vertretern, durch geopolitische Entwicklungen ausgelöste Bewegungen bei den Ölpreisen sowie die Renditen von US-Staatsanleihen weiterhin eine entscheidende Rolle für die kurzfristige Richtung von Gold spielen.
Goldpreis technische Analyse: Tages-Chart
Im Tages-Chart notiert XAU/USD bei 4.139,80 Dollar. Das Metall steht weiterhin unter deutlichem Abwärtsdruck, da es unter dem 50-Tage Simple Moving Average (SMA) bei 4.330,10 Dollar, dem 100-Tage-SMA bei 4.271,35 Dollar und dem 200-Tage-SMA bei 4.531,81 Dollar bleibt, was den kurzfristigen Bias bärisch hält und den breiteren Trend begrenzt. Der Relative Strength Index (14) bei 38 liegt im schwachen Bereich und deutet darauf hin, dass die Verkäufer weiterhin die Oberhand haben, während das Momentum noch nicht überverkauft ist.
Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand beim 100-Tage-SMA nahe 4.271,35 Dollar, gefolgt vom 50-Tage-SMA bei 4.330,10 Dollar, während der 200-Tage-SMA bei 4.531,81 Dollar eine weiter entfernte Barriere und die obere Begrenzung der vorherrschenden bärischen Struktur markiert. Auf der Abwärtsseite fällt die nächste wichtige Unterstützung mit dem Bereich der steigenden Trendlinie um 3.999,65 Dollar zusammen, wo Käufer versuchen könnten, den Rückgang zu bremsen, falls sich die aktuelle Schwäche ausweitet.
(Die technische Analyse dieser Nachricht wurde mithilfe eines KI-Tools verfasst. Mehr erfahren.)
Inflation - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Inflation misst die Preissteigerung eines repräsentativen Warenkorbs von Gütern und Dienstleistungen. Der Anstieg wird in der Regel als prozentuale Veränderung zum Vorjahresmonat oder Vorquartal ausgewiesen. Die Kerninflation, die volatile Güter wie Lebensmittel und Energie ausschließt, ist der Maßstab, an dem sich Zentralbanken orientieren, um Preisstabilität zu gewährleisten.
Der Verbraucherpreisindex (CPI) misst die Preisentwicklung eines Warenkorbs von Gütern und Dienstleistungen über einen bestimmten Zeitraum. Er wird in der Regel als prozentuale Veränderung im Vergleich zum Vormonat (MoM) und zum Vorjahresmonat (YoY) ausgedrückt. Der Kern-CPI, der volatile Komponenten wie Lebensmittel und Energie ausschließt, steht im Fokus der Zentralbanken. Wenn der Kern-CPI über 2 % steigt, führt dies in der Regel zu Zinserhöhungen, und umgekehrt, wenn er unter 2 % fällt. Höhere Zinssätze sind in der Regel positiv für eine Währung, da sie zu Kapitalzuflüssen führen.
Entgegen der Intuition kann hohe Inflation den Wert einer Währung steigern, da Zentralbanken in der Regel die Zinsen erhöhen, um die Inflation zu bekämpfen. Dies lockt internationale Investoren an, die von höheren Renditen profitieren möchten.
Gold galt lange als sicherer Hafen in Zeiten hoher Inflation, da es seinen Wert behielt. In jüngerer Zeit hat sich dies jedoch verändert. Zwar wird Gold in Krisenzeiten nach wie vor als sicherer Hafen genutzt, doch hohe Inflation führt oft dazu, dass Zentralbanken die Zinssätze anheben. Dies belastet Gold, da höhere Zinsen die Opportunitätskosten für das Halten von Gold im Vergleich zu zinsbringenden Anlagen erhöhen. Niedrigere Zinsen hingegen machen Gold wieder attraktiver.
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