- Der Goldpreis springt am Donnerstag im frühen asiatischen Handel auf etwa 4.615 USD.
- Geopolitische Risiken und wirtschaftliche Unsicherheiten steigern die Zuflüsse in sichere Anlagen, was dem Goldpreis zugutekommt.
- Die Märkte erwarten, dass die Fed die Zinsen in den nächsten Monaten unverändert lässt.
Der Goldpreis (XAU/USD) klettert auf etwa 4.615 USD und steht kurz davor, ein Rekordhoch während des frühen asiatischen Handels am Donnerstag zu testen. Das edle Metall setzt seinen Aufwärtstrend fort, da Händler inmitten geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten Zuflucht in sicheren Anlagen suchen. Händler bereiten sich auf den wöchentlichen Bericht über die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung in den USA vor, der später am Donnerstag veröffentlicht wird.
Die Spannungen im Iran steigen, nachdem US-Präsident Donald Trump gedroht hat, Maßnahmen gegen die gewaltsame Niederschlagung von Protestierenden zu ergreifen, während die USA Militärpersonal verlegen und die iranische Regierung benachbarte Länder vor der Unterstützung eines Angriffs warnt.
Am Dienstag sagte Trump alle Treffen mit iranischen Beamten ab und versprach den Protestierenden, dass Hilfe auf dem Weg sei, ohne zu spezifizieren, was er damit meinte. Solche Entwicklungen neigen dazu, die Nachfrage nach Gold als traditioneller sicherer Anlage zu steigern, da Investoren Schutz vor einer möglichen Eskalation des Konflikts suchen.
Darüber hinaus könnten Bedenken über die Unabhängigkeit der Federal Reserve (Fed) zum Anstieg des gelben Metalls beitragen. Fed-Vorsitzender Jerome Powell sagte am Sonntag, dass die Fed Vorladungen vom Justizministerium erhalten habe, wegen Aussagen, die er letzten Sommer vor dem Kongress zu Kostenüberschreitungen bei einem 2,5 Milliarden Dollar teuren Renovierungsprojekt des Zentralbankhauptquartiers in Washington gemacht hatte. Powell bezeichnete die Drohungen als „Vorwand“, um Druck auf die US-Notenbank auszuüben, die Zinsen zu senken.
Andererseits könnten steigende Erwartungen, dass die US-Notenbank die Zinsen in den nächsten Monaten unverändert lässt, das nicht verzinsliche edle Metall belasten. Das US Bureau of Labor Statistics (BLS) gab letzte Woche bekannt, dass die Arbeitslosenquote in den USA im Dezember auf 4,4% gesunken ist. Darüber hinaus zeigten am Mittwoch veröffentlichte Daten, dass die Erzeugerpreise in den USA im November leicht gestiegen sind, während die Einzelhandelsumsätze in den USA im gleichen Zeitraum stärker als erwartet zugenommen haben.
Gold - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.
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Hier ist, was Sie am Donnerstag, den 15. Januar, beachten sollten:
In einer recht unberechenbaren Woche kehrte der US-Dollar (USD) den deutlichen Anstieg vom Dienstag um und richtete seine Aufmerksamkeit in die entgegengesetzte Richtung, bedingt durch Nervosität hinsichtlich der Unabhängigkeit der Fed sowie zunehmende Spekulationen über weitere Zinssenkungen durch die Federal Reserve später im Jahr.