• Der Goldpreis setzt seinen Aufwärtstrend auf rund 4.375 USD in der frühen europäischen Sitzung am Freitag fort und liegt damit um 1,30 % im Plus.
  • Die Aussicht auf eine Zinssenkung in den USA im Jahr 2026 und geopolitische Spannungen heben den Goldpreis.
  • Erhöhte Margin-Anforderungen für Gold- und Silber-Futures durch die CME Group könnten den Aufwärtstrend der Edelmetalle begrenzen.

Der Goldpreis (XAU/USD) setzt die Rallye in der frühen europäischen Sitzung am Freitag auf fast 4.375 USD fort. Die Rallye des Edelmetalls wird durch die wachsenden Erwartungen an weitere Zinssenkungen der US-Notenbank (Fed) und die Nachfrage nach sicheren Anlagen unterstützt. Händler warten auf die Veröffentlichung der US-Konjunkturdaten in diesem Monat, um den Verlauf der Zinssätze zu beurteilen. Der Bericht über die US-Arbeitsmarktdaten (Nonfarm Payrolls - NFP) für Dezember wird nächste Woche im Fokus stehen.

Die Fed erhöhte den Zinssatz um einen Viertelpunkt bei ihrer Zinssitzung im Dezember und brachte den Leitzins auf einen Zielbereich von 3,50 %–3,75 %. Die meisten Fed-Vertreter hielten weitere Zinssenkungen für angemessen, solange die Inflation im Laufe der Zeit zurückgeht, obwohl sie sich uneinig waren, wann und wie weit gesenkt werden sollte, wie aus den Protokollen des Offenmarktausschusses (FOMC) hervorgeht. Niedrigere Zinssätze könnten die Opportunitätskosten für den Besitz von Gold senken und das nicht verzinsliche Edelmetall unterstützen.

Darüber hinaus könnten geopolitische Risiken ein traditionelles Asset wie Gold stärken, da es in Zeiten der Unsicherheit seinen Wert bewahren kann. In der vergangenen Woche beschuldigte Russland die Ukraine, einen Drohnenangriff auf die russische Präsidentschaftsresidenz im Norden Russlands gestartet zu haben, was Moskau dazu veranlasste, seine Haltung in den Friedensverhandlungen zu überdenken, so Reuters. Die Ukraine wies die russischen Aussagen über den Drohnenangriff zurück, und ihr Außenminister erklärte, Moskau suche nach "falschen Rechtfertigungen" für weitere Angriffe auf seinen Nachbarn.

Dennoch könnte der Aufwärtstrend des gelben Metalls begrenzt sein, da Händler ihre Gewinne realisieren oder ihre Portfolios neu ausbalancieren könnten. Die Chicago Mercantile Exchange (CME) Group, einer der größten Handelsplätze für Rohstoffe weltweit, hat die Margin-Anforderungen für Gold, Silber und andere Metalle erhöht. Diese Mitteilungen verlangen von den Händlern, mehr Bargeld für ihre Wetten bereitzustellen, um sich gegen die Möglichkeit abzusichern, dass der Händler bei der Lieferung des Vertrags in Verzug gerät.

Gold - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.

Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.

Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.

Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.

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