- Der Goldpreis konsolidiert unter 3.400 USD, während Investoren auf Klarheit warten, ob die USA Iran angreifen werden.
- Die Fed hielt die Zinssätze am Mittwoch stabil und erhöhte das Zinsziel für die nächsten zwei Jahre.
- Der Goldpreis bleibt gut unterstützt durch den 20-Tage-EMA.
Der Goldpreis (XAU/USD) wird während der europäischen Handelsstunden am Donnerstag in einem begrenzten Bereich unter dem runden Widerstandsniveau von 3.400 USD gehandelt. Der Anstieg des gelben Metalls scheint durch das nach oben revidierte Zinsziel für 2026 und 2027 der Federal Reserve (Fed) am Mittwoch begrenzt worden zu sein, nachdem die Zinsen im vierten Treffen in Folge im Bereich von 4,25%-4,50% unverändert blieben.
Die Fed warnte vor zunehmenden Aufwärtsrisiken für die Inflation aufgrund der von US-Präsident Donald Trump verhängten Zollpolitik und hob das Inflationsziel für 2026 und 2027 auf 3,6% bzw. 3,4% an.
Gold entwickelt sich in einem Umfeld hoher Inflation gut, jedoch deuten höhere Zinssätze der Fed über einen längeren Zeitraum negativ für nicht verzinsliche Vermögenswerte.
Auf der Abwärtsseite bleibt das gelbe Metall gut unterstützt, während die Spannungen in der Region Naher Osten zunehmen.
Die Teilnehmer des Finanzmarktes sind besorgt über die Zukunft der iranischen Wirtschaft, da die Vereinigten Staaten (US) einen Angriff auf Teheran in Betracht ziehen, das bereits einen Krieg mit Israel führt.
Laut einem Bericht von Bloomberg bereiten sich hochrangige US-Beamte auf die Möglichkeit eines Angriffs auf Iran in den kommenden Tagen vor. Am frühen Tag hielt US-Präsident Donald Trump den Umfang eines Angriffs auf iranische Nuklearanlagen offen. „Ich könnte es tun. Ich könnte es nicht tun“, sagte Trump, als er gefragt wurde, ob er Luftangriffe auf die iranische Nuklearanlage starten werde, berichtete NBC News.
Theoretisch steigt die Nachfrage nach sicheren Anlagen wie Gold in Zeiten zunehmender geopolitischer Spannungen.
Technische Analyse von Gold
Der Goldpreis wird in einer aufsteigenden Dreiecksformation auf einem Tageszeitrahmen gehandelt, was auf eine Verringerung der Volatilität hinweist. Der horizontale Widerstand des oben genannten Chartmusters ist vom Hoch am 22. April bei etwa 3.500 USD eingezeichnet, während die aufwärts geneigte Trendlinie vom Tief am 7. April bei 2.957 USD verläuft.
Der 20-Tage Exponential Moving Average (EMA) bietet weiterhin Unterstützung für den Goldpreis bei etwa 3.350 USD.
Der 14-Tage Relative Strength Index (RSI) hat Schwierigkeiten, über 60,00 zu brechen. Ein frisches bullishes Momentum würde entstehen, wenn der RSI über dieses Niveau bricht.
Nach oben würde der Goldpreis in ein unkartiertes Gebiet eintreten, nachdem er entscheidend über das psychologische Niveau von 3.500 USD gebrochen ist. Potenzielle Widerstände wären 3.550 USD und 3.600 USD.
Alternativ würde eine Abwärtsbewegung des Goldpreises unter das Tief vom 29. Mai bei 3.245 USD ihn in Richtung der runden Unterstützung von 3.200 USD ziehen, gefolgt vom Tief vom 15. Mai bei 3.121 USD.
Gold Tages-Chart

Gold FAQs
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.
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