• Der Goldpreis hält sich bei 3.400 USD vor den zweiten Schätzungen der BIP-Daten für Q2.
  • Die Fed wird voraussichtlich die Zinssätze in der Septembersitzung senken.
  • Fed-Williams unterstützt Zinssenkungen angesichts steigender BIP-Wachstumsbedenken.

Der Goldpreis (XAU/USD) hält sich während der europäischen Handelsstunden am Donnerstag bei 3.400 USD. Das Edelmetall zeigt Stärke, da die Händler zunehmend zuversichtlich sind, dass die Federal Reserve (Fed) die Zinssätze in der geldpolitischen Sitzung im September senken wird.

Sinkende Zinssätze der Fed sind positiv für zinslose Anlagen wie Gold.

Laut dem CME FedWatch-Tool besteht eine 87%ige Wahrscheinlichkeit, dass die Fed die Zinssätze in der geldpolitischen Sitzung im September senken wird.

Am Mittwoch erklärte der Präsident der New Yorker Fed, John Williams, dass es notwendig sei, die Zinssätze auf neutral zu drücken, und verwies auf Risiken des BIP-Wachstums sowie laufende wirtschaftliche Anpassungen. Williams ließ die Tür für Zinssenkungen in der Septembersitzung offen, erklärte jedoch, dass die Beamten Daten sehen wollen, bevor sie zu einer Schlussfolgerung kommen.

Die dovishen Äußerungen von Fed-Williams zu den Zinssätzen haben den US-Dollar belastet. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notiert der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenback gegenüber sechs wichtigen Währungen abbildet, gedämpft bei etwa 98,00.

In Zukunft werden sich die Anleger auf die Daten zum Preisindex der persönlichen Konsumausgaben (PCE) in den USA für Juli konzentrieren, die für Freitag geplant sind.

In der Sitzung am Donnerstag werden die Marktteilnehmer besonderes Augenmerk auf die zweite Schätzung der BIP-Daten für Q2 legen.

Technische Analyse von Gold

Der Goldpreis handelt in einem symmetrischen Dreieck, was auf eine starke Volatilitätskontraktion hinweist. Die obere Grenze des genannten Chartmusters wird vom Hoch am 22. April bei etwa 3.500 USD gezeichnet, während die untere Grenze vom Tief am 15. Mai bei etwa 3.180,86 USD verläuft.

Das gelbe Metall schwankt in der Nähe des 20-Tage exponentiellen gleitenden Durchschnitts (EMA) bei etwa 3.362,00 USD, was auf einen Seitwärtstrend hindeutet.

Der 14-tägige Relative Strength Index (RSI) schwankt im Bereich von 40,00 bis 60,00 und deutet auf Unentschlossenheit unter den Marktteilnehmern hin.

Wenn der Goldpreis unter das Tief vom 29. Mai bei 3.245 USD fällt, würde er in Richtung der runden Unterstützung bei 3.200 USD und dem Tief vom 15. Mai bei 3.121 USD fallen.

Alternativ wird der Goldpreis in ein unbekanntes Terrain eintreten, wenn er die psychologische Marke von 3.500 USD entscheidend überschreitet. Mögliche Widerstände wären 3.550 USD und 3.600 USD.

Gold Tageschart

 

 

 

Gold - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.

Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.

Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.

Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.

 

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