• Der Goldpreis handelt im negativen Bereich nahe 4.000 USD in der frühen asiatischen Sitzung am Dienstag. 
  • Fed-Vorsitzender Powell sagte, eine weitere Zinssenkung in diesem Jahr sei "keine ausgemachte Sache."
  • Der US ISM EMI für das verarbeitende Gewerbe fiel im Oktober auf 48,7, schwächer als erwartet. 

Der Goldpreis (XAU/USD) sinkt am Dienstag in der frühen asiatischen Sitzung auf etwa 4.000 USD. Das Edelmetall fällt, da Händler ihre Wetten auf weitere Zinssenkungen der Federal Reserve (Fed) zurückfahren. Die Fed-Vertreterin Michelle Bowman wird später am Tag sprechen. 

Die US-Notenbank senkte letzte Woche die Zinssätze zum zweiten Mal in diesem Jahr, aber Fed-Vorsitzender Jerome Powell sagte, eine weitere Zinssenkung in diesem Jahr sei "keine ausgemachte Sache." Die hawkischen Äußerungen der Fed-Beamten drücken das gelbe Metall nach unten. Die US-Notenbank senkte ihren Referenzzinssatz für Übernachtkredite in ihrer Oktobersitzung letzte Woche auf einen Bereich von 3,75%-4,0%.

Die Märkte rechnen mit einer 70%igen Wahrscheinlichkeit, dass die Fed den Zielbereich für die Federal Funds um 25 Basispunkte (bps) bei der Dezembersitzung senken wird.  Die Märkte rechnen insgesamt mit einer Zinssenkung von 82 bps bis Ende 2026 auf 3,06% von dem aktuellen effektiven Federal Funds Satz von 3,88%.

Die neuesten Daten zeigten jedoch, dass der US-Verarbeitungssektor im letzten Monat schwächer wurde. Dies könnte wiederum den US-Dollar (USD) belasten und den Preis des in USD denominierten Rohstoffs anheben. Die am Montag vom Institute for Supply Management (ISM) veröffentlichten Daten zeigten, dass der Einkaufsmanagerindex (EMI) für das verarbeitende Gewerbe in den USA im Oktober auf 48,7 von 49,1 im September fiel. Diese Zahl war schwächer als die Erwartung von 49,5. 

Händler bereiten sich auf die US-Daten zur ADP-Beschäftigungsentwicklung im Oktober vor, die später am Mittwoch veröffentlicht werden. Dieser Bericht könnte einige Hinweise auf die Chancen einer zusätzlichen Zinssenkung der Fed in diesem Jahr geben. Im Falle eines schwächeren als erwarteten Ergebnisses könnte dies einige Unterstützung für sichere Anlagen wie den Goldpreis bieten. 

Gold - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.

Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.

Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.

Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.

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