- Der Goldpreis driftet am Dienstag in der frühen asiatischen Sitzung auf etwa 3.350 USD nach oben.
- Trump drohte mit sekundären Zöllen von 100 % auf Russland.
- Die US-CPI-Inflationsdaten für Juni werden am Dienstag im Fokus stehen.
Der Goldpreis (XAU/USD) gewinnt am Dienstag in der frühen asiatischen Sitzung an Boden und nähert sich 3.350 USD. Das Edelmetall steigt aufgrund der Nachfrage nach sicheren Anlagen, nachdem US-Präsident Donald Trump mit 100 % Zöllen auf Russland gedroht hat. Alle Augen sind auf die US-Verbraucherpreisindex (CPI)-Inflationsdaten gerichtet, die später am Dienstag veröffentlicht werden.
Trump drohte am späten Montag, 100 % Zölle auf Russland zu erheben, wenn Präsident Wladimir Putin nicht innerhalb von 50 Tagen einem Abkommen zur Beendigung seiner Invasion in der Ukraine zustimmt. Der US-Präsident fügte hinzu, dass die Abgaben in Form von sekundären Zöllen erhoben würden, ohne weitere Details zu nennen. Geopolitische Risiken könnten den Goldpreis, ein traditionelles sicherer Hafen-Vermögen, kurzfristig anheben.
Dennoch könnte die vorsichtige Haltung der US-Notenbank (Fed) dem gelben Metall schaden. Fed-Vorsitzender Jerome Powell sagte, dass er erwartet, dass die Inflation in diesem Sommer aufgrund der Zölle steigen wird, was als Hinweis darauf gesehen wird, dass die US-Notenbank bis später im Jahr abwarten wird.
In der Zwischenzeit sagte der Präsident der Chicago Fed, Austan Goolsbee, dass die neuen von Trump angekündigten Zölle die Inflationsaussichten weiter verwässert haben, was es ihm erschwert, die Zinssenkungen zu unterstützen, für die der Präsident gedrängt hat.
Goldhändler warten auf die US-CPI-Daten, die später am Dienstag veröffentlicht werden, da sie Hinweise auf den zukünftigen Kurs der US-Zinsen geben könnten. Ökonomen erwarten, dass die US-Inflation im vergangenen Monat leicht gestiegen ist. Allerdings könnten Anzeichen für eine schwächere als erwartete Inflation die Erwartungen an Zinssenkungen der Fed erhöhen und den zinslosen Goldpreis unterstützen.
Gold - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.
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