- Der Goldpreis fällt auf etwa 4.210 US-Dollar in der frühen asiatischen Sitzung am Mittwoch.
- Es wird allgemein erwartet, dass die Federal Reserve am Mittwoch die Zinsen um 25 Basispunkte senken wird.
- Die starke Nachfrage von großen Zentralbanken könnte helfen, die Verluste von Gold zu begrenzen.
Der Goldpreis (XAU/USD) notiert in der frühen asiatischen Sitzung am Mittwoch im negativen Bereich nahe 4.210 US-Dollar. Das Edelmetall fällt, da Händler erwarten, dass das Federal Open Market Committee (FOMC) einen hawkischen Ansatz für die zukünftige Lockerung der Geldpolitik bei seiner bevorstehenden Sitzung am Mittwoch verfolgen wird.
Die Federal Reserve (Fed) wird voraussichtlich ihre dritte Zinssenkung in Folge am Mittwoch bekannt geben, wodurch der Leitzins auf eine Zielspanne von 3,50% bis 3,75% gesenkt wird. Händler von Fed-Funds-Futures preisen nun eine nahezu 90%ige Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung in der Dezember-Sitzung ein, gegenüber 71% Wahrscheinlichkeit zu Beginn dieses Monats, so das CME FedWatch Tool.
Dennoch glauben Analysten, dass die Pressekonferenz von Fed-Vorsitzendem Jerome Powell wahrscheinlich einen höheren Hürdenwert für zukünftige Zinssenkungen andeuten wird, möglicherweise mit einem Hinweis auf eine Pause nach diesem Schritt. Die „hawkische Senkung“ der US-Zentralbank könnte kurzfristig auf das renditeschwache gelbe Metall drücken.
„Das wahrscheinlichste Ergebnis ist eine Art hawkische Senkung, bei der sie senken, aber die Erklärung und die Pressekonferenz darauf hindeuten, dass sie für den Moment mit den Senkungen möglicherweise fertig sind“, sagte Bill English, der ehemalige Direktor für Geldangelegenheiten der Fed und jetzt Professor an der Yale University.
Andererseits könnte die Nachfrage der großen Zentralbanken nach Gold dessen Aufwärtspotenzial unterstützen. Offizielle Daten vom Sonntag zeigten, dass die People's Bank of China (PBoC) ihre Goldreserven im 13. Monat in Folge erhöht hat. Der von der chinesischen Zentralbank gehaltene Goldbestand stieg im letzten Monat um 30.000 Feinunzen und beläuft sich nun auf etwa 74,12 Millionen Feinunzen.
Gold - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.
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