- Der Goldpreis zieht einige Käufer an, während der USD moderat von einem Mehrwochenhoch zurückgeht.
- Persistente handelsbezogene Unsicherheiten stützen ebenfalls das sichere Edelmetall.
- Reduzierte Wetten auf Zinssenkungen der Fed könnten die Rohstoffe vor dem kritischen US-VPI-Bericht begrenzen.
Der Goldpreis (XAU/USD) behält in der ersten Hälfte der europäischen Sitzung am Dienstag seine positive Tendenz bei und handelt derzeit knapp unterhalb eines Drei-Wochen-Hochs, das am Vortag erreicht wurde. Einige Umpositionierungen vor den neuesten US-Verbraucherinflationszahlen ziehen den US-Dollar (USD) von seinem höchsten Stand seit dem 24. Juni ab, was wiederum dem Rohstoff zugutekommt.
Händler scheinen jedoch zögerlich zu sein, aggressive direktionale Wetten zu platzieren, und entscheiden sich, auf weitere Hinweise zum Zinssenkungspfad der Federal Reserve (Fed) zu warten. Daher wird der entscheidende Bericht über den US-Verbraucherpreisindex (VPI) den USD beeinflussen und das renditelose gelbe Metall antreiben. In der Zwischenzeit begrenzen sinkende Chancen auf eine frühzeitige Zinssenkung der Fed die USD-Verluste und deckeln das XAU/USD-Paar.
Daily Digest Marktbewegungen: Goldpreis hält Gewinne trotz moderatem USD-Rückgang
- Der US-Dollar zieht leicht von einem Mehrwochenhoch zurück, das am Vortag erreicht wurde, während einige Händler sich vor den neuesten US-Verbraucherpreisdaten, die später am Dienstag fällig sind, neu positionieren, was den Goldpreis während der asiatischen Sitzung stützt.
- Der Verbraucherpreisindex (VPI) wird im Juni voraussichtlich um 2,7 % im Jahresvergleich steigen, während der Kernindex bei 3,0 % im Jahresvergleich erwartet wird. Selbst eine leichte Enttäuschung würde Spekulationen über eine frühzeitige Zinssenkung durch die Federal Reserve anheizen.
- Händler rechnen derzeit mit einer 60%igen Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung bis September und mindestens 50 Basispunkte an Lockerungen bis zum Jahresende. Daher könnte ein schwächerer Wert den USD belasten und dem zinslosen gelben Metall einen guten Auftrieb geben.
- In der Zwischenzeit wird die Marktreaktion auf stärkere Werte voraussichtlich begrenzt sein, da anhaltende Unsicherheiten rund um die Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump weiterhin Unterstützung für das sichere Währungs-Paar XAU/USD bieten könnten.
- Tatsächlich hat Trump letzte Woche Zollankündigungen an mehr als 20 Länder herausgegeben und einen Zoll von 50 % auf Kupferimporte angekündigt. Trump hat jedoch am Montag seine Haltung gemildert und signalisiert, dass seine Regierung offen für weitere Handelsverhandlungen ist.
- Dies wiederum steigert die Risikobereitschaft der Anleger, was sich in einem allgemein positiven Ton an den Aktienmärkten zeigt. Daher ist etwas Nachkauf erforderlich, um die Bühne für eine weitere Aufwertung des XAU/USD zu bereiten.
Goldpreis bleibt auf Kurs, um 3.400 USD zurückzuerobern, angesichts eines bullischen technischen Setups

Aus technischer Sicht könnte eine anhaltende Stärke über dem Bereich von 3.365-3.366 USD als neuer Auslöser für die XAU/USD-Bullen angesehen werden, unterstützt durch positive Oszillatoren auf den Stunden- und Tagescharts. Dies würde die Bühne für zusätzliche Gewinne bereiten und es dem Goldpreis ermöglichen, die runde Marke von 3.400 USD zurückzuerobern. Etwas Nachkauf hat das Potenzial, den Rohstoff weiter in Richtung der nächsten relevanten Hürde im Bereich von 3.434-3.435 USD zu heben.
Auf der anderen Seite könnte der Bereich von 3.341-3.340 sofortige Unterstützung bieten, und ein weiterer Rückgang könnte als Kaufgelegenheit im Bereich von 3.326 USD angesehen werden. Dies sollte helfen, den Rückgang des Goldpreises nahe der runden Marke von 3.300 USD zu begrenzen. Daran schließt sich der Bereich von 3.283-3.282 USD an, oder über ein Ein-Wochen-Tief, das am Dienstag erreicht wurde, das, wenn es durchbrochen wird, das XAU/USD-Paar anfällig machen würde, den korrigierenden Rückgang in Richtung des Juli-Zwischentiefs im Bereich von 3.248-3.247 USD zu beschleunigen.
Fed - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Die Federal Reserve (Fed) steuert die US-Geldpolitik mit zwei klaren Zielen: Preisstabilität und Vollbeschäftigung. Dabei nutzt die Notenbank Zinssätze als Hauptinstrument. Höhere Zinsen stärken den US-Dollar, da sie die USA für internationale Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Greenback.
Die Federal Reserve (Fed) hält jährlich acht geldpolitische Sitzungen ab, bei denen das Federal Open Market Committee (FOMC) die wirtschaftliche Lage beurteilt und geldpolitische Entscheidungen trifft. Das FOMC besteht aus zwölf Mitgliedern – den sieben Mitgliedern des Gouverneursrats, dem Präsidenten der Federal Reserve Bank of New York und vier der elf übrigen regionalen Notenbankpräsidenten, die auf Jahresbasis rotieren.
In Zeiten schwerer Wirtschaftskrisen, wie etwa 2008 während der Finanzkrise, greift die Federal Reserve oft auf QE zurück. Dies bedeutet, dass die Fed massiv Anleihen kauft, um Liquidität bereitzustellen. Diese expansive Geldpolitik schwächt den Dollar, da das zusätzliche Geld die Währung verwässert und das Vertrauen der Investoren mindert.
Quantitative Straffung (QT) ist der umgekehrte Prozess von QE, bei dem die US-Notenbank aufhört, Anleihen von Finanzinstituten zu kaufen und das Kapital aus fällig werdenden Anleihen nicht reinvestiert, um neue Anleihen zu kaufen. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Wert des US-Dollars aus.
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