Gold bricht historische Normen. Die Outperformance gegenüber dem US-Dollar (USD) entspricht einem im letzten Jahr aufgestellten Rekord, und die Spanne für Gold im Jahr 2025 ist die größte seit 1980. Stabilisierende Anlegerströme und technische Maßnahmen deuten darauf hin, dass eine Korrektur der Positionierung abgeschlossen ist, berichtet Michael Hsueh, Research Analyst bei der Deutschen Bank.

Die Nachfrage der Zentralbanken hält Gold stark

„Die Daten zu Angebot und Nachfrage im dritten Quartal liefern Unterstützung für eine Fortsetzung der Nachfrage der Zentralbanken. Das positive strukturelle Bild zeigt eine unelastische Nachfrage seitens der Zentralbanken und ETF-Investitionen, die das Angebot vom Schmuckmarkt abziehen. Außerdem übersteigt das Gesamtwachstum der Nachfrage das Angebot. Diese Faktoren sprechen für eine Anhebung unserer Prognose für 2026 von zuvor 4.000 USD/oz auf 4.450 USD/oz und eine jährliche Spanne von 3.950 bis 4.950 USD/oz im Jahr 2026. Ein Höchststand von 4.950 USD/oz würde einen Aufschlag von 14 % gegenüber den aktuellen GC-Futures für Dezember 2026 bedeuten.“

Durch die seit Jahren anhaltende Unterversorgung können Silber, Platin und Palladium stärker von der Stärke des Goldes profitieren. Erhöhte Leasingraten deuten auf eine physische Knappheit hin, die sich auf industrielle Nutzer auswirkt, von denen viele lieber leasen als kaufen. Wir gehen davon aus, dass das Verhältnis von Angebot und Nachfrage bei Silber und Platin im nächsten Jahr weiterhin defizitär sein wird, während bei Palladium ein Gleichgewicht herrscht.“

„ Gold weist oft eine positive Korrelation zum Risiko auf, sodass eine tiefere Korrektur des Aktienmarktes schädlich wäre, ebenso wie unsere Einschätzung, dass die Fed 2026 weniger geldpolitische Lockerungen vornehmen wird als vom Markt erwartet (-50 Basispunkte gegenüber -93 Basispunkten). Eine Verhandlungslösung für den Konflikt zwischen Russland und der Ukraine wäre vorübergehend negativ. Im größeren Zusammenhang könnten Reserveverwalter ihr Kauf Tempo verlangsamen, und auf dramatische Anstiege der realen Goldpreise folgen oft erhebliche Korrekturen.“

 

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