Die Rohstoffstrategin Ewa Manthey von ING ist überzeugt, dass die Goldrally trotz der jüngsten Konsolidierung nach dem kräftigen Anstieg im Januar noch nicht beendet ist. Als zentrale strukturelle Stützen nennt sie die anhaltende Diversifizierung der Zentralbanken weg vom US-Dollar, erhöhte geopolitische Risiken, mögliche Zinssenkungen der US-Notenbank, wieder zunehmende Zuflüsse in börsengehandelte Goldfonds sowie eine wachsende Nachfrage im Zusammenhang mit Stablecoins. Diese Faktoren dürften Gold in den kommenden Monaten weiter Rückenwind verleihen.

Zentralbanken, Geopolitik und ETFs stützen

„Die Dynamik könnte sich von hier an abschwächen. Doch die strukturellen Treiber, die den Markt tragen, sind weiterhin fest verankert – und in einigen Fällen gewinnen sie sogar an Stärke.“

„Solange die geopolitische Fragmentierung anhält, ist eine deutliche Umkehr der Goldnachfrage durch Zentralbanken unwahrscheinlich. Dieser strukturelle Boden stützt den Markt weiterhin auf erhöhtem Preisniveau.“

„Unser US-Ökonom erwartet, dass die Fed im zweiten Quartal mit Zinssenkungen beginnt, wobei die Geldpolitik in den darauffolgenden Quartalen schrittweise weniger restriktiv wird. Selbst ein moderater Lockerungszyklus würde Gold unterstützen, da er die realen Renditen senkt und die Opportunitätskosten für das Halten unverzinslicher Anlagen reduziert.“

„Sollten sich die Erwartungen an Zinssenkungen festigen oder die geopolitischen Risiken zunehmen, könnte eine neue Welle von ETF-Zuflüssen den Goldpreis zusätzlich antreiben.“

„Die Entwicklung der Währungsreserven beschränkt sich nicht mehr allein auf Zentralbanken. Das rasche Wachstum von mit US-Dollar gedeckten Stablecoins hat einen neuen institutionellen Käufer von Reservewerten geschaffen.“

„Der weitere Anstieg dürfte nicht geradlinig verlaufen. Auf Rekordniveau reagiert die physische Nachfrage zunehmend preissensibel, und Phasen der Konsolidierung oder kurzfristige Korrekturen sind zu erwarten.“

„Gleichwohl bleiben die strukturellen Säulen dieser Rally – die Diversifizierung der Zentralbanken, geopolitische Fragmentierung, mögliche geldpolitische Lockerungen und erneutes ETF-Interesse – intakt. Das übergeordnete Umfeld spricht daher weiterhin für Gold.“

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