Goldpreis nach Trump-Urteil: Startschuss für den nächsten Anstieg – oder nur ein Strohfeuer?


Paukenschlag aus Washington: Der U.S. Supreme Court kippt die weitreichenden „reciprocal“-Zölle von US-Präsident Donald Trump. Die erste Reaktion vieler Anleger? Das muss doch bullish für Gold sein. Schließlich steht bei politischer Unsicherheit und fiskalischen Risiken oft ein Gewinner fest: Gold. Doch so eindeutig ist die Lage nicht.

Analysten der Deutschen Bank bremsen die Euphorie. Ihre Einschätzung: Das Urteil ist grundsätzlich positiv für Gold – aber nur marginal. Genau hier wird es spannend für dich. Denn was heißt das konkret für den Goldpreis und die Goldpreis Prognose in den kommenden Monaten?

Goldpreis schwankt nach dem Urteil – erst runter, dann Erholung

Der Markt reagierte sofort. Kurz nach der Entscheidung fiel Gold zunächst knapp unter die Marke von 5.000 US-Dollar je Unze. Ein Rücksetzer, der viele überrascht haben dürfte. Doch die Schwäche hielt nicht lange. Im weiteren Verlauf stabilisierte sich der Preis wieder.

Zuletzt notierte Spot-Gold bei 5.164,31 US-Dollar je Unze nahezu unverändert, während US-Gold-Futures um 0,9 % auf 5.179,40 US-Dollar nachgaben.

Was zeigt das? Keine Panik. Aber auch keine Gold-Rallye. Der Markt ringt noch mit der richtigen Einordnung. Und genau das macht die aktuelle Goldpreis Prognose so brisant.

Warum das Urteil Gold nur „leicht“ hilft

Auf den ersten Blick klingt es eindeutig: Ein Präsident verliert ein zentrales Instrument zur Durchsetzung von Zöllen – das müsste doch fiskalische Unsicherheit erhöhen und Gold nach oben treiben. Doch die Realität ist komplizierter.

Das Gericht kassierte Trumps Nutzung des „International Emergency Economic Powers Act“ (IEEPA) von 1977 als Grundlage für die Zölle. Aber: Das Weiße Haus sucht bereits nach Alternativen.

Im Fokus steht dabei Section 122 eines anderen US-Handelsgesetzes aus den 1970er-Jahren. Darüber könnten temporäre Zölle verhängt werden – für bis zu 150 Tage. Danach wäre allerdings die Zustimmung des Kongresses nötig.

Und genau hier liegt der Haken. Die USA können IEEPA nicht vollständig ersetzen – aber sie können nahe herankommen. Für den Goldpreis bedeutet das: weniger klarer Rückenwind als viele hoffen.

Der wahre Hebel: Das Haushaltsloch der USA

Jetzt kommt der entscheidende Punkt für die Goldpreis Prognose: Es geht nicht nur um Zölle. Es geht um das US-Haushaltsdefizit.

Zolleinnahmen spielen eine Rolle dabei, die erwartete fiskalische Verschlechterung abzufedern, die durch das Gesetz „One Big Beautiful Bill Act“ (OBBBA) entsteht. Dieses zentrale Budgetgesetz von Präsident Trump hat die Steuersenkungen aus 2017 dauerhaft gemacht – und damit die Staatseinnahmen stärker gesenkt als die Ausgaben.

Wenn nun Zolleinnahmen wegfallen oder nur eingeschränkt wirken, könnte das Defizit stärker steigen als bislang vom Congressional Budget Office prognostiziert.

Und hier schlägt die Stunde von Gold.

Warum hohe Defizite Gift für den Dollar – und Futter für Gold sind

Hohe Staatsausgaben und steigende Defizite untergraben langfristig das Vertrauen in eine Währung. Sie können Inflationsängste schüren. Und sie treiben Investoren in sichere Häfen.

Gold profitiert genau in solchen Phasen. Nicht über Nacht. Aber strukturell.

Sollte sich also zeigen, dass die Ersatz-Zölle über Section 122 politisch blockiert oder zeitlich begrenzt bleiben, könnten die Haushaltslöcher größer werden als erwartet. Das wäre ein Szenario, das die Goldpreis Prognose deutlich nach oben verschieben könnte.

Bleibt die Regierung jedoch in der Lage, Einnahmen weitgehend zu stabilisieren, dürfte der Effekt auf Gold begrenzt bleiben.

Goldpreis Prognose: Das Urteil ist kein Befreiungsschlag – aber ein Puzzleteil

Wer jetzt auf eine explosive Gold-Rallye setzt, könnte enttäuscht werden. Das Urteil allein reicht nicht aus. Aber es ist ein weiteres Element in einem größeren Bild: steigende Staatsverschuldung, strukturelle Haushaltsrisiken, politische Unsicherheit.

Für die Goldpreis Prognose bedeutet das:

Kurzfristig bleibt die Reaktion verhalten. Mittelfristig entscheidet die Defizitentwicklung. Langfristig bleibt Gold der Profiteur, wenn das Vertrauen in die US-Finanzen weiter erodiert.

Das Trump-Urteil ist kein Gamechanger. Aber es ist ein Signal. Und Gold reagiert auf Signale – nicht nur auf Schlagzeilen.

Die entscheidende Frage lautet jetzt: Gelingt es der US-Regierung, die Einnahmen stabil zu halten? Oder öffnen sich neue Löcher im Haushalt?

Von dieser Antwort hängt mehr ab als nur ein paar Dollar im Goldpreis.

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