Die Preise für Gold und Silber haben einen zuvor verzeichneten Rückgang wieder aufgeholt und im Tagesverlauf neue Hochs erreicht. Der anfängliche Kursrutsch war eine reflexartige Reaktion auf neue Margin-Anpassungen. Ab dem Geschäftsschluss am 13. Januar werden die Margins für Gold, Silber, Platin und Palladium nicht mehr wie bisher auf Basis fixer Dollarbeträge, sondern prozentual vom Nominalwert berechnet, erklärten die Devisenstrategen Sim Moh Siong und Christopher Wong von OCBC.

Knappes Silberangebot und makroökonomischer Rückenwind stützen positiven Ausblick

„Die CME hatte die Margin-Anforderungen für Edelmetall-Futures in der letzten Dezemberwoche 2025 bereits zweimal angehoben, nachdem es zu erhöhter Volatilität gekommen war. Marginerhöhungen können zu einem Abbau von Positionen führen, insbesondere wenn die Marktliquidität eingeschränkt ist. Auch wenn dies kurzfristig auf die Preise drücken kann, sollte dies nicht als Änderung der fundamentalen Lage missverstanden werden. Gleichwohl könnten Marktteilnehmer diese Phase nutzen, um zu prüfen, ob sich die Preise für Edelmetalle weiter behaupten.“

„Ungeachtet des Risikos eines kurzfristigen Rücksetzers bleibt die grundlegende Ausgangslage intakt. Beim Gold unterstreichen die Entwicklungen rund um Venezuela, Äußerungen von Trump zu Grönland sowie die weiterhin sehr dynamische Lage im Iran die anhaltende geopolitische Unsicherheit und das Risiko plötzlicher Eskalationen in mehreren Regionen, selbst wenn einzelne Ereignisse rasch wieder entschärft werden. Die Kombination aus struktureller Nachfrage, makroökonomischem Rückenwind und einem Umfeld erhöhter geopolitischer Spannungen dürfte den Goldausblick weiter stützen.“

„Anhaltende Angebotsengpässe am physischen Markt und die Nachfrage von Investoren, verstärkt durch jüngste regulatorische Veränderungen in China, zählen zu den Faktoren, die den konstruktiven Ausblick für Silber untermauern. Aus technischer Sicht wurde Gold zuletzt bei 4.633,00 Punkten gesehen. Das Tagesmomentum ist leicht positiv, der Anstieg wird jedoch durch einen RSI nahe überkaufter Niveaus gebremst. Ein kurzfristiger Rücksetzer ist daher nicht auszuschließen. Unterstützungen liegen bei 4.454 Punkten (23,6-Prozent-Fibonacci-Retracement vom Oktober-Tief bis zum Januar-Hoch) sowie bei 4.416 Punkten (21-Tage-Durchschnitt).“

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