• Der Goldpreis wird durch die gestiegene Nachfrage nach sicheren Anlagen unterstützt, nachdem Moody's die US-Kreditwürdigkeit herabgestuft hat.
  • Moody's prognostiziert, dass die US-Bundesschulden bis 2035 auf etwa 134% des BIP ansteigen werden, von 98% im Jahr 2023.
  • Eine Reihe schwacher US-Wirtschaftsdaten hat die Erwartungen an weitere Zinssenkungen der Federal Reserve in diesem Jahr verstärkt.

Gold (XAU/USD) erholt sich von den jüngsten Verlusten und notiert während der asiatischen Sitzung am Montag bei etwa 3.230 USD pro Unze. Die Erholung wird durch die gestiegene Nachfrage nach sicheren Anlagen angetrieben, da die Sorgen über die wirtschaftlichen Aussichten und die fiskalische Gesundheit der USA zunehmen.

Moody's hat kürzlich die US-Kreditwürdigkeit um eine Stufe von Aaa auf Aa1 herabgestuft und dabei die steigenden Schuldenniveaus und die wachsende Belastung durch Zinszahlungen angeführt. Dieser Schritt folgt auf frühere Herabstufungen durch Fitch Ratings im Jahr 2023 und Standard & Poor's im Jahr 2011. Moody's prognostiziert nun, dass die US-Bundesschulden bis 2035 auf etwa 134% des BIP ansteigen werden, von 98% im Jahr 2023, wobei das Defizit der Bundesregierung voraussichtlich auf fast 9% des BIP anwachsen wird. Dies wird auf höhere Kosten für die Schuldendienstleistungen, steigende Ausgaben für Sozialleistungen und sinkende Steuereinnahmen zurückgeführt.

In der vergangenen Woche verzeichnete Gold den stärksten wöchentlichen Rückgang seit November und fiel um über 3%, da die Entspannung der globalen Handelskonflikte die Risikobereitschaft erhöhte. Ein vorläufiges Handelsabkommen zwischen den USA und China umfasst Zollsenkungen – Washington wird die Zölle auf chinesische Waren von 145% auf 30% senken, während Peking plant, die Zölle auf US-Importe von 125% auf 10% zu reduzieren. Auch die Marktstimmung wurde durch erneuten Optimismus über ein mögliches US-Iran-Atomabkommen und bevorstehende Gespräche zwischen US-Präsident Donald Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, die darauf abzielen, die Spannungen in der Ukraine zu entschärfen, gestärkt.

Unterdessen hat eine Reihe enttäuschender US-Wirtschaftsdaten die Erwartungen an weitere Zinssenkungen der Federal Reserve in diesem Jahr verstärkt. Der Verbraucherindex der Universität von Michigan (UoM) fiel im Mai unerwartet auf 50,8, von 52,2 im April, was den niedrigsten Wert seit Juni 2022 darstellt und den fünften monatlichen Rückgang in Folge markiert. Ökonomen hatten mit einem Anstieg auf 53,4 gerechnet.

Gold FAQs

Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.

Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.

Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.

Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.

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