Die Zurückhaltung der Investoren bleibt angesichts geopolitischer Spannungen, unruhiger Aktienmärkte weltweit und einer kräftigen Goldrally hoch. Das Edelmetall ist um mehr als 100 Dollar auf 4.865 Dollar gestiegen. Während der US-Dollar (USD) nur leicht fester tendiert, könnten Sorgen über die Unabhängigkeit der US-Notenbank, hartnäckige Inflation und steigende Renditen in den kommenden Monaten zu weiteren Reduzierungen des Engagements in US-Anlagen führen, berichten die Chef-Devisenstrategen von Scotiabank, Shaun Osborne und Eric Theoret.
Unabhängigkeit der Fed rückt angesichts steigender Marktrisiken in den Fokus
„Es gibt ganz klar weiterhin ein allgemeines Unbehagen unter den Investoren, die sich wegen der Ambitionen von Präsident Donald Trump in Bezug auf Grönland und möglicher Folgen sorgen. Nicht zum Kern zählende wichtige Währungen, die gestern noch schwächer waren, haben sich über Nacht an die Spitze der Devisen-Performance-Tabelle geschoben, während die Kernwährungen – die gestrigen Gewinner – nachgegeben haben. Der Schweizer Franken ist heute der schwächste unter den wichtigen Währungen, während der südkoreanische Won, der südafrikanische Rand und der mexikanische Peso führen. Die globalen Aktienmärkte zeigen sich unruhig – uneinheitlich in Asien und schwächer in Europa, während die US-Futures fester tendieren. Auch Anleihen sind gemischt, allerdings haben sich japanische Staatsanleihen nach den deutlichen Verlusten vom Vortag erholt.“
„Das deutlichste Zeichen dafür, dass die Sorgen der Investoren anhalten, ist der Anstieg des Goldpreises um mehr als 100 Dollar auf 4.865 Dollar. Der Dollarindex DXY tendiert insgesamt etwas höher, zeigt sich aber kaum stark, und die Anleger bleiben klar vorsichtig; die technischen Signale bleiben überwiegend negativ. Während ein kleiner dänischer Fondsmanager seinen Ausstieg aus dem Markt für US-Staatsanleihen angekündigt hat, halten wir das Risiko für gering, dass europäische Investoren ihre Bestände an US-Anlagen angesichts zunehmender Spannungen mit Washington in größerem Stil ‚instrumentalisieren‘.“
„Es gibt jedoch zahlreiche weitere Risikofaktoren – die Auswahl des Präsidenten für die Nachfolge von Fed-Chef Powell, hartnäckige Inflation und steigende Anleiherenditen sowie kalenderbedingte Risiken für die hoch bewerteten US-Aktienmärkte in diesem Zwischenwahljahr –, die Investoren in den kommenden Wochen und Monaten dennoch dazu veranlassen könnten, ihr Engagement im US-Dollar und/oder in US-Anlagen zu reduzieren. Der Oberste Gerichtshof der USA wird heute Argumente zur Rechtmäßigkeit von Präsident Trumps Bestreben anhören, Fed-Gouverneurin Cook aus wichtigem Grund zu entlassen. Dieser Fall könnte die Sorgen der Anleger über die operative Unabhängigkeit der US-Notenbank weiter verstärken.“
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