• Goldpreis verharrt um 4.190 USD in der frühen asiatischen Sitzung am Dienstag.
  • Fortschritte bei den US-Iran-Friedensgesprächen könnten den Goldpreis belasten.
  • Der Markt rechnet nach dem hawkischen Ton des neuen Fed-Vorsitzenden in diesem Jahr mit einer Zinserhöhung.

Der Goldpreis (XAU/USD) notiert in der frühen asiatischen Sitzung am Dienstag nahe 4.190 USD unverändert. Das Edelmetall stabilisiert sich, während Händler weiterhin die Entwicklungen rund um das US-Iran-Friedensabkommen bewerten.

Der US-Vizepräsident JD Vance erklärte am Montag laut CNBC, dass die Verhandlungen zwischen den USA und Iran trotz „bedrohlicher“ und „nörgelnder“ Äußerungen „große Fortschritte“ gemacht hätten. Vance fügte hinzu, dass die Gespräche in Bürgenstock, Schweiz, andauerten und Teheran zugestimmt habe, den Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) die Rückkehr nach Iran zu erlauben.

Die Gespräche waren am Wochenende angespannt, als Iran ankündigte, die Straße von Hormus aufgrund israelischer Angriffe auf den Libanon geschlossen zu haben, da diese den Waffenstillstand verletzten.

„Energiepreise werden kurzfristig ein wichtiger Treiber für den Edelmetallbereich bleiben“, sagte Saxo Bank-Analyst Ole Hansen und verwies auf die „andauernden holprigen Gespräche“ zwischen den USA und Iran, die Druck auf die Ölpreise ausüben und Gold steigen lassen könnten.

Die Märkte erwarten in diesem Jahr eine Zinserhöhung in den USA, nachdem der neue Vorsitzende der US-Notenbank (Fed), Kevin Warsh, bei seiner ersten geldpolitischen Sitzung einen hawkischen Ton in Bezug auf die Inflation angeschlagen hat. Dies könnte das gelbe Metall wiederum belasten. Es ist anzumerken, dass Gold oft als Absicherung gegen Inflation genutzt wird, aber keine Zinsen abwirft, was es bei hohen Zinssätzen weniger attraktiv macht.

Händler preisen nun laut dem CME FedWatch Tool eine fast 89%ige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung der Fed im Dezember ein, nach 61% vor der FOMC-Sitzung in der vergangenen Woche.

Gold - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.

Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.

Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.

Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.

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