• GBP/USD erreicht Sechsmonatshochs, während die allgemeine Schwäche des US-Dollars anhält.
  • Trump's Zollbedrohungen, Befürchtungen über Eingriffe der Fed und Risiken eines Shutdowns setzen den Greenback unter Druck.
  • Händler warten auf die Zinsentscheidung der Federal Reserve.

Das Britische Pfund (GBP) setzt seinen Aufwärtstrend gegenüber dem US-Dollar (USD) am Dienstag fort, wobei GBP/USD auf frische Sechsmonatshochs steigt, unterstützt durch die allgemeine Schwäche des Greenback. Zum Zeitpunkt des Schreibens wird das Paar bei etwa 1,3739 gehandelt, was einem Anstieg von fast 0,42% im Tagesverlauf entspricht.

Der US-Dollar bleibt unter anhaltendem Verkaufsdruck, da erneute Zollbedrohungen von US-Präsident Donald Trump und wachsende politische Eingriffe in die Unabhängigkeit der Federal Reserve Bedenken hinsichtlich der Glaubwürdigkeit der Politik neu entfachen und frische Gespräche über eine "De-Dollarization" anheizen.

US-Präsident Donald Trump erklärte am Montag, dass er plant, die Zölle auf südkoreanische Importe von 15% auf 25% zu erhöhen und machte das südkoreanische Parlament dafür verantwortlich, dass es einen im letzten Jahr erzielten Handelsvertrag nicht genehmigt hat. Dieser Schritt folgte einer neuen Eskalation am Wochenende, als Trump warnte, er könnte umfassende Zölle von 100% auf alle kanadischen Waren erheben, falls Ottawa mit einem Handelsabkommen mit China voranschreitet.

Da das Vertrauen in die US-Politik abnimmt, ziehen Investoren zunehmend Kapital aus dem Dollar ab und investieren in andere G10-Währungen. Der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenback gegenüber einem Korb von sechs Hauptwährungen misst, wird in der Nähe von Viermonatstiefs bei etwa 96,61 gehandelt.

Politische Risiken in Washington fügen dem Greenback eine weitere Druckschicht hinzu, da die Aussicht auf einen neuen Shutdown der US-Regierung wieder in den Fokus rückt. Die Gesetzgeber stehen vor einer Finanzierungsfrist am 30. Januar, nachdem die demokratischen Führer gedroht haben, ein 1,2 Billionen Dollar schweres Ausgabenpaket aufgrund von Meinungsverschiedenheiten über die Finanzierung des Ministeriums für Innere Sicherheit und die Einwanderungsdurchsetzung zu blockieren.

Die Aufmerksamkeit richtet sich nun ganz auf die Zinsentscheidung der Federal Reserve, die am Mittwoch fällig ist. Die Märkte erwarten allgemein, dass die Zentralbank die Zinsen im Bereich von 3,50%-3,75% unverändert lässt. Händler werden die Kommentare von Vorsitzendem Jerome Powell genau analysieren, um Hinweise auf den zukünftigen geldpolitischen Kurs zu erhalten.

Andeutungen eines allmählichen Lockerungstrends würden wahrscheinlich den US-Dollar weiter belasten, während ein vorsichtigerer oder hawkischer Ton dem Greenback kurzfristig Unterstützung bieten könnte.

Unterdessen haben aktuelle Daten aus dem Vereinigten Königreich die Ansicht gestärkt, dass die Bank of England (BoE) sich gedulden kann, bevor sie die Zinsen erneut senkt, was dem Pfund zugutekommt.

Eine Umfrage von Reuters, die zwischen dem 21. und 26. Januar durchgeführt wurde, zeigte, dass 54 von 56 Ökonomen erwarten, dass die BoE den Leitzins bei ihrer Sitzung am 5. Februar unverändert lässt, was mit der Marktpreisgestaltung übereinstimmt. Nur etwa 55% der Befragten rechnen bis Ende März mit einer Zinssenkung, während der Rest erwartet, dass die Zinsen im ersten Quartal unverändert bleiben.

Fed - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Die Federal Reserve (Fed) steuert die US-Geldpolitik mit zwei klaren Zielen: Preisstabilität und Vollbeschäftigung. Dabei nutzt die Notenbank Zinssätze als Hauptinstrument. Höhere Zinsen stärken den US-Dollar, da sie die USA für internationale Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Greenback.

Die Federal Reserve (Fed) hält jährlich acht geldpolitische Sitzungen ab, bei denen das Federal Open Market Committee (FOMC) die wirtschaftliche Lage beurteilt und geldpolitische Entscheidungen trifft. Das FOMC besteht aus zwölf Mitgliedern – den sieben Mitgliedern des Gouverneursrats, dem Präsidenten der Federal Reserve Bank of New York und vier der elf übrigen regionalen Notenbankpräsidenten, die auf Jahresbasis rotieren.

In Zeiten schwerer Wirtschaftskrisen, wie etwa 2008 während der Finanzkrise, greift die Federal Reserve oft auf QE zurück. Dies bedeutet, dass die Fed massiv Anleihen kauft, um Liquidität bereitzustellen. Diese expansive Geldpolitik schwächt den Dollar, da das zusätzliche Geld die Währung verwässert und das Vertrauen der Investoren mindert.

Quantitative Straffung (QT) ist der umgekehrte Prozess von QE, bei dem die US-Notenbank aufhört, Anleihen von Finanzinstituten zu kaufen und das Kapital aus fällig werdenden Anleihen nicht reinvestiert, um neue Anleihen zu kaufen. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Wert des US-Dollars aus.

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