• GBP/USD steigt in den Bereich von 1,3600 und erreicht den höchsten Stand seit September 2025.
  • Starke UK PMI- und Einzelhandelsdaten heben das Pfund Sterling und dämpfen die kurzfristigen Zinssenkungserwartungen der BoE.
  • Der US-Dollar steht aufgrund von Handels-, Politik- und Fed-Glaubwürdigkeitsbedenken unter breitem Verkaufsdruck.

Das britische Pfund (GBP) übertrifft am Freitag weiterhin den US-Dollar (USD), da GBP/USD auf die 1,3600-Marke klettert, während der Greenback unter breitem Verkaufsdruck bleibt. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels liegt das Paar um fast 0,73% im Plus und erreicht damit den höchsten Stand seit dem 18. September 2025.

Das Pfund Sterling erhält auch Unterstützung von stärker als erwarteten wirtschaftlichen Daten aus dem Vereinigten Königreich, die die kurzfristigen Zinssenkungserwartungen der Bank of England (BoE) gedämpft haben.

Der vorläufige Composite Purchasing Managers Index (PMI) stieg im Januar von 51,4 auf 53,9, während der Services PMI von 51,4 auf 54,3 sprang und der Manufacturing PMI sich von 50,6 auf 51,6 verbesserte. Auf der Verbraucherseite stiegen die Einzelhandelsumsätze im Dezember um 0,4% im Vergleich zum Vormonat, nachdem sie im November um 0,1% gesunken waren, während die jährlichen Umsätze von 1,8% auf 2,5% anstiegen.

Unterdessen konnte ein gemischtes Set an US-Wirtschaftsdaten die rückläufige Stimmung gegenüber dem Greenback nicht bremsen. Die Märkte sind besorgt, dass die disruptive Handelsagenda von US-Präsident Donald Trump und die wiederholte Verwendung von Zöllen als politisches Instrument das Vertrauen der Anleger in US-Vermögenswerte untergraben.

Die Bedenken über politische Eingriffe in die Unabhängigkeit der Federal Reserve (Fed) wachsen, angesichts eines laufenden Verfahrens vor dem Obersten Gerichtshof, das die Fed-Gouverneurin Lisa Cook betrifft, nachdem Präsident Donald Trump versucht hatte, sie aufgrund von Hypothekenbetrugsanschuldigungen abzusetzen.

Gleichzeitig haben Berichte, dass US-Staatsanwälte eine strafrechtliche Untersuchung gegen Fed-Vorsitzenden Jerome Powell im Zusammenhang mit seiner Aussage vor dem Kongress über das Renovierungsprojekt der Zentralbank eingeleitet haben, die Unruhe der Anleger über die Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit der US-Geldpolitik verstärkt.

Diese Bedenken schüren Ängste vor einer Abwertung und ermutigen die Anleger, aus dem US-Dollar in andere G10-Währungen zu wechseln.

Der US-Dollar-Index (DXY), der den Greenback gegenüber einem Korb von sechs wichtigen Währungen verfolgt, notiert bei etwa 98,76 und schwebt nahe seinem niedrigsten Stand seit dem 3. Oktober.

Unterdessen verstärken die anhaltenden Erwartungen, dass die Fed in diesem Jahr zwei Zinssenkungen vornehmen wird, den Abwärtsdruck auf den Greenback.

Pfund Sterling - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.

Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.

Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.

Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.

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