• GBP/USD stabilisiert sich nach den volatilen Preisschwankungen des Vortages und einem intraday Pullback.
  • Die hawkische Unterstützung der BoE stärkt das GBP und die Kassakurse, obwohl der Mangel an USD-Verkäufen die Gewinne begrenzt.
  • Der breitere fundamentale Hintergrund und die Akzeptanz über dem 200-Tage-SMA begünstigen bullische Händler.

Das GBP/USD-Paar stoppt den Pullback des Vortages aus der Nähe der mittleren 1,3400er und einem nahezu zweimonatigen Hoch, hat jedoch Schwierigkeiten, während der asiatischen Sitzung am Freitag bedeutende Käufer anzuziehen. Die Kassakurse handeln derzeit im Bereich von 1,3380-1,3385, was einem Tagesgewinn von nur 0,05% entspricht, angesichts gemischter Signale.

Das Britische Pfund (GBP) erhält Unterstützung von der hawkischen Zinssenkung der Bank of England (BoE) am Donnerstag, die wiederum als ein wichtiger Faktor angesehen wird, der dem GBP/USD-Paar Rückenwind verleiht. Wie erwartet, stimmte der MPC der BoE mit 5-4 für eine Senkung des Leitzinses um 25 Basispunkte (bps) auf 3,75%. Eine knappe Abstimmung offenbarte jedoch Unterschiede innerhalb des Ausschusses, insbesondere nach der Inflationsüberraschung dieser Woche. Dies zwang die Anleger, ihre Erwartungen an eine aggressivere Lockerung im nächsten Jahr zurückzuschrauben.

Abgesehen davon bietet das Auftreten einiger intraday USD-Verkäufe nach der Veröffentlichung schwächerer US-Verbraucherinflationszahlen einen zusätzlichen Schub für das GBP/USD-Paar. Die vom US Bureau of Labor Statistics (BLS) veröffentlichten Daten zeigten, dass der US-Verbraucherpreisindex (CPI) im November im Vergleich zum Vorjahr um 2,7% gestiegen ist und damit unter den erwarteten 3,1% lag. Darüber hinaus verfehlte der Kern-CPI, der volatile Lebensmittel- und Energiepreise ausschließt, ebenfalls die Erwartungen und stieg im letzten Monat um 2,6% im Jahresvergleich.

Die entscheidenden Daten bestätigten die Marktwetten auf weitere Zinssenkungen durch die US-Notenbank (Fed) im Jahr 2026 und belasteten den USD. Die anfängliche Marktreaktion stellte sich jedoch als kurzlebig heraus, was wiederum einige intraday Verkäufe rund um das GBP/USD-Paar auslöste. In der Zwischenzeit halten dovishe Fed-Erwartungen die USD-Bullen in der Defensive und unterstützen das Währungspaar dabei, einen technisch signifikanten 200-Tage-Simple Moving Average (SMA) zu verteidigen. Dies untermauert wiederum die Argumentation für eine weitere Aufwärtsbewegung.

BoE - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Die Bank of England (BoE) legt die Geldpolitik Großbritanniens fest. Ihr Hauptziel ist die Preisstabilität mit einer Inflationsrate von 2 %. Änderungen des Leitzinses wirken sich unmittelbar auf den Wert des britischen Pfunds aus.

Wenn die Inflation das Ziel der Bank of England übersteigt, reagiert sie mit Zinserhöhungen, was es für Privatpersonen und Unternehmen teurer macht, Kredite aufzunehmen. Dies ist positiv für das Pfund, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für globale Investoren attraktiver machen.

In Krisenzeiten greift die Bank of England zu außergewöhnlichen Maßnahmen wie der sogenannten quantitativen Lockerung (Quantitative Easing, QE). Diese Politik wird angewandt, wenn Zinssenkungen nicht ausreichen, um das Finanzsystem wieder in Gang zu bringen. QE bedeutet, dass die Bank of England große Mengen an Geld druckt, um Vermögenswerte – in der Regel Staatsanleihen oder hoch bewertete Unternehmensanleihen – von Banken und anderen Finanzinstituten zu kaufen. Dies soll die Kreditvergabe ankurbeln, hat jedoch oft zur Folge, dass das Pfund Sterling an Wert verliert.

Die sogenannte Quantitative Straffung (QT) ist das Gegenstück zur quantitativen Lockerung (QE) und wird in Phasen einer erstarkenden Wirtschaft und steigender Inflation angewendet. Während die Bank of England im Rahmen von QE Staats- und Unternehmensanleihen erwirbt, um die Kreditvergabe anzukurbeln, stellt sie bei QT diese Käufe ein und reinvestiert fälliges Kapital aus bereits gehaltenen Anleihen nicht. QT gilt in der Regel als förderlich für die Stabilität des britischen Pfunds.

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