• GBP/JPY rutscht zum dritten Mal in Folge, da die Warnungen vor Interventionen aus Japan auf dem Währungspaar lasten.
  • Japanische Beamte bekräftigen die Bereitschaft, gegen übermäßige Währungsbewegungen zu handeln.
  • Die Märkte blicken auf die BoJ-Sitzung und die japanischen CPI-Daten, während auch die britischen Arbeitsmarkt-, Inflations- und Einzelhandelsumsätze anstehen.

Das britische Pfund (GBP) steht am Freitag unter Druck gegenüber dem japanischen Yen (JPY), da GBP/JPY die Verluste zum dritten Mal in Folge ausweitet, während wiederholte Warnungen von japanischen Beamten Spekulationen über mögliche Währungsinterventionen neu beleben. Zum Zeitpunkt des Schreibens wird das Währungspaar bei etwa 211,60 gehandelt und schwebt nahe den Tiefstständen der letzten Woche.

Japanische Beamte sind zunehmend besorgt über das, was sie als einseitige und spekulative Währungsbewegungen beschreiben, und betonen, dass die jüngste Yen-Schwäche nicht die zugrunde liegenden wirtschaftlichen Fundamentaldaten widerspiegelt. Der japanische Finanzminister Satsuki Katayama sagte kürzlich, dass die Behörden „angemessene Maßnahmen gegen übermäßige Währungsbewegungen ergreifen werden, ohne Optionen auszuschließen“, einschließlich der Möglichkeit koordinierter Maßnahmen mit den Vereinigten Staaten.

Die jüngste Unterperformance des Yen wurde weitgehend durch steigende politische Unsicherheit getrieben, nachdem Berichte aufgetaucht sind, dass Premierministerin Sanae Takaichi plant, das Parlament nächste Woche aufzulösen und bereits im Februar Neuwahlen anzusetzen.

In der Zwischenzeit richtet sich die Aufmerksamkeit auch auf die Zinsentscheidung der Bank of Japan (BoJ) am 23. Januar. Es wird allgemein erwartet, dass die Zentralbank ihren Leitzins unverändert bei 0,75 % belässt, was ein allmähliches Tempo der Normalisierung unterstreicht. BoJ-Gouverneur Kazuo Ueda sagte Anfang dieses Monats, dass die Zentralbank bereit sei, die Zinsen weiter zu erhöhen, wenn sich die wirtschaftlichen Bedingungen im Einklang mit ihren Prognosen entwickeln.

Laut einer aktuellen Umfrage von Reuters erwarten Ökonomen, dass die BoJ die Zinssätze bei ihren bevorstehenden Sitzungen im Januar und März unverändert lässt, aber eine weitere Straffung später im Jahr 2026 sieht. Die meisten Befragten gaben an, dass die Zentralbank ihren Leitzins bis Ende September wahrscheinlich von derzeit 0,75 % auf 1,0 % oder höher anheben wird, wobei Juli als der wahrscheinlichste Zeitpunkt für die nächste Erhöhung genannt wird.

Im Vereinigten Königreich bleibt der politische Ausblick in Richtung einer schrittweisen Lockerung geneigt, obwohl die Beamten signalisiert haben, dass die Entscheidung immer knapper wird. Der geldpolitische Entscheidungsträger der Bank of England (BoE), Alan Taylor, sagte diese Woche, dass die Zinssätze „weiter auf einem abwärts gerichteten Pfad bleiben sollten, wenn meine Prognose weiterhin mit den Daten übereinstimmt, wie es im vergangenen Jahr der Fall war.“

In der kommenden Woche stehen mehrere wichtige Datenveröffentlichungen auf dem Kalender. Im Vereinigten Königreich werden sich die Händler auf Arbeitsmarktzahlen, Inflationsdaten und Einzelhandelsumsätze konzentrieren. In Japan werden die nationalen Verbraucherpreisindex (CPI) Daten nur Stunden vor der geldpolitischen Entscheidung der BoJ veröffentlicht.

Japanischer Yen - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.

Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.

Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.

Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.

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