- GBP/JPY steht unter Druck nahe 196,00, während die Anleger auf das geldpolitische Ergebnis der BoJ und der BoE warten.
- Sowohl die BoJ als auch die BoE werden voraussichtlich die Zinssätze auf ihrem aktuellen Niveau belassen.
- Die Anleger werden auch den britischen VPI für Mai im Auge behalten, der am Mittwoch veröffentlicht wird.
Das Währungspaar GBP/JPY kämpft darum, seinen Aufwärtstrend über 196,00 in den letzten drei Handelssitzungen auszudehnen. Während der asiatischen Handelsstunden am Montag sah sich das Paar erneut Druck nahe 196,00 ausgesetzt und fiel auf etwa 195,50.
Es scheint, dass das Paar nach den geldpolitischen Ankündigungen der Bank of Japan (BoJ) und der Bank of England (BoE) am Dienstag und Donnerstag eine entscheidende Bewegung auf einer der beiden Seiten machen wird.
Am Dienstag wird erwartet, dass die BoJ die Zinssätze bei 0,5% belässt, da die Verantwortlichen überzeugt sein müssen, dass die zugrunde liegende Inflation wieder um 2% zurückkehrt, bevor sie eine weitere Straffung der Geldpolitik unterstützen. BoJ-Vertreter haben gewarnt, dass die Zollpolitik des US-Präsidenten Donald Trump das Wirtschaftswachstum Japans beeinträchtigen könnte.
Unterdessen wird auch erwartet, dass die Bank of England (BoE) am Donnerstag die Zinssätze bei 4,25% belässt, da die Verantwortlichen in der letzten Sitzung einen „schrittweisen und vorsichtigen“ Ansatz zur geldpolitischen Expansion nach einer Zinssenkung um 25 Basispunkte (bps) angedeutet haben. Die Anleger bezweifeln, dass die BoE eine moderate geldpolitische Lockerung beibehalten wird, da das Wachstum des Arbeitsmarktes nachlässt und die wirtschaftliche Kontraktion im April schneller als erwartet verlief.
Vor der BoE-Politik werden die Anleger auch den Verbraucherpreisindex (VPI) für Mai im Vereinigten Königreich (UK) im Auge behalten, der für Mittwoch angesetzt ist.
Japanischer Yen FAQs
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.
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