Die Federal Reserve (Fed) hat eine Zinssenkung um 25 Basispunkte beschlossen, wodurch der Zielbereich auf 3,50–3,75 % gesenkt wurde. Doch der Tonfall rund um die Entscheidung war ebenso wichtig wie der Schritt selbst. Eine Abstimmung mit 9–3 Stimmen verdeutlichte, wie gespalten das Komitee derzeit ist: Miran drängt auf eine größere Senkung um 50 Basispunkte, während Goolsbee und Schmid keine Senkung wünschen.
Die neue Formulierung in der Erklärung, insbesondere die Zeile über den „Umfang und die Zeitplanung“, signalisiert, dass die Fed einen Schritt zurücktritt, um die Lage neu zu bewerten. Die Entscheidungsträger wollen ein klareres Bild davon, wie schnell sich der Arbeitsmarkt abkühlt und wie viel des Anstiegs der Inflation einfach durch tarifbedingte Störungen verursacht wird. Das Wachstum wird weiterhin als moderat beschrieben, die Beschäftigungsgewinne verlangsamen sich, und die Inflation bleibt „etwas erhöht“. Die Risiken im Zusammenhang mit der Beschäftigung haben sich insbesondere verschoben.
Die Fed gab außerdem bekannt, dass sie am 12. Dezember wieder mit dem Kauf von T-Bills zur Reserveverwaltung beginnen wird, zunächst in Höhe von etwa 40 Milliarden Dollar, die einige Monate hoch bleiben, bevor sie zurückgefahren werden.
Die SEP: Immer noch kein Appetit auf einen aggressiven Lockerungszyklus
- Die Prognosen haben sich seit September kaum verändert:
- Eine Zinssenkung um 25 Basispunkte ist für 2026 eingeplant, und eine weitere für 2027.
- Der erwartete Weg für den Leitzins bleibt im Wesentlichen unverändert.
- Die Arbeitslosigkeit wird weiterhin bei etwa 4,4 % im Jahr 2026 gesehen.
- Die Inflationsprognosen sind leicht gesenkt worden, während das Wachstum für das nächste Jahr auf 2,3 % angehoben wurde, unterstützt durch die erwartete Erholung nach der Regierungsstilllegung.
Powells Pressekonferenz: Versuch, beide Seiten des Mandats in Einklang zu bringen
Powell betonte die Idee, dass die Fed zwei widersprüchliche Ziele jongliert: die Inflation zu senken und gleichzeitig unnötige Schäden am Arbeitsmarkt zu vermeiden. Derzeit scheint die Beschäftigungsseite schneller zu schwächeln als zuvor gedacht.
Hier sind die wichtigsten Punkte:
1. Zinserhöhungen kommen nicht zurück
Powell konnte nicht klarer sein: Eine Erhöhung ist nicht das Basisszenario. Die Debatte im Komitee dreht sich darum, ob man von hier aus halten oder senken sollte, nicht darum, ob man den Kurs umkehren sollte.
2. Die Entscheidung zur Senkung kam aus den Arbeitsmarktdaten
Die Fed denkt jetzt, dass die Beschäftigungszahlen um etwa 60.000 pro Monat überbewertet wurden und das zugrunde liegende Beschäftigungswachstum tatsächlich leicht negativ sein könnte. Mit der zunehmend offensichtlichen Abkühlung sagte Powell, dass die Fed das Gefühl hatte, reagieren zu müssen.
3. Inflation ist zunehmend eine Tarifgeschichte
Powell argumentierte, dass die Güterinflation „vollständig“ durch Zölle getrieben wird. Wenn man diese herausnimmt, liegt die Inflation im „niedrigen 2-Bereich“. Darüber hinaus setzt sich der Rückgang der Dienstleistungsinflation fort, und die Fed erwartet, dass die tarifbedingte Inflation im ersten Quartal ihren Höhepunkt erreicht, vorausgesetzt, es werden keine neuen Zölle angekündigt.
4. Die Wirtschaft sieht nicht überhitzt aus
Obwohl die Verbraucher weiterhin ausgeben, wies Powell die Vorstellung von einer „heißen“ Wirtschaft zurück, während die langfristigen Renditen auch keine steigenden Bedenken hinsichtlich der Inflation zeigen.
5. Die Politik liegt jetzt am oberen Ende des neutralen Bereichs
Dies war ein weiterer Hinweis darauf, dass die Fed nicht das Gefühl hat, von hier aus straffen zu müssen.
6. Das Komitee ist gespalten, aber weitgehend in der Richtung einig
Powell sagte, es gebe „relativ breite Unterstützung“ für die Entscheidung zur Senkung, obwohl einige Beamte es vorzogen, zu halten, und einige weitere Senkungen wünschten. Wichtig ist, dass niemand für eine Erhöhung plädierte.
7. Risiken auf dem Arbeitsmarkt bleiben ganz oben auf der Agenda
Powell hob wiederholt die Abwärtsrisiken für die Beschäftigung hervor. Er bemerkte sogar, dass die Zinssätze jetzt höher wären, wenn die Fed sich nicht um den Arbeitsmarkt kümmern müsste.
Fazit: Eine Fed, die gesenkt hat, weil sie es musste
Diese Sitzung zeichnete das Bild einer Fed, die widerwillig handelte. Der sich abschwächende Arbeitsmarkt zwang sie zum Handeln, obwohl die Inflation noch nicht vollständig dort angekommen ist, wo die Fed sie haben möchte. Die Entscheidungsträger bleiben gespalten darüber, wie schnell sie von hier aus lockern sollten, sind sich aber in einer Sache einig: Zinserhöhungen kommen nicht zurück.
Die Zölle sind zur dominierenden Erklärung für die hartnäckige Inflation geworden, was der Fed mehr Vertrauen gibt, dass sie pausieren und auf klarere Signale warten kann. Da die Politik nun nahe dem oberen Ende des neutralen Bereichs liegt, befindet sich die Fed im „Warten und Sehen“-Modus: vorsichtig, datenabhängig und sich der Risiken, die sich auf dem Arbeitsmarkt aufbauen, sehr bewusst.
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