Pfister und Liebke haben 30 Jahre an FOMC-Sitzungen untersucht, um Zinsüberraschungen von Forward-Guidance-Schocks zu trennen und deren Wirkung auf den US-Dollar sowie die G10-Währungen zu analysieren. Ihr Ergebnis: Überraschungen bei der geldpolitischen Kommunikation erklären einen deutlich größeren Teil der Schwankungen des US-Dollar, besonders bei geldpolitischen Schocks. Zugleich zeigen sie, wie sich dieser Zusammenhang unter Alan Greenspan, Ben Bernanke, Janet Yellen und Jerome Powell verändert hat.

Forward Guidance gegen Zinsüberraschungen

"Forward Guidance hat nicht immer dieselbe Wirkung. Zerlegt man die FOMC-Überraschungen nach dem Ansatz von Jarociński und Kaladi (2020) in geldpolitische Schocks, bei denen sich Aktien und Zinsen in entgegengesetzte Richtungen bewegen, sowie Informationsschocks, bei denen sich beide in dieselbe Richtung bewegen, zeigt sich: Der Faktor Forward Guidance ist nur bei geldpolitischen Schocks hochsignifikant und erklärt am jeweiligen Tag rund 21 Prozent der USD-Varianz."

"Unter Powells Vorgängern folgt die Entwicklung dagegen einem klaren Muster: Im späteren Teil der Amtszeit von Alan Greenspan und unter dem Vorsitz von Ben Bernanke machte unsere Aufschlüsselung von Zins- und Forward-Guidance-Überraschungen an Sitzungstagen nur einen kleinen Teil der USD-Varianz aus. Unter Janet Yellen hat sich dieser Wert jedoch mehr als verdoppelt; beide Komponenten erklärten zusammen fast 39 Prozent der täglichen Varianz."

"Unter Jerome Powell brach die erklärte Varianz unserer Zerlegung vollständig ein, wodurch beide Faktoren insignifikant wurden. Auf den ersten Blick wirkt das verwirrend, schließlich wurde Forward Guidance unter Powell noch wichtiger als unter seinen Vorgängern. Die Antwort ist jedoch recht einfach."

"Die Verlagerung von Informationen aus der Erklärung hin zu anderen Bestandteilen der FOMC-Sitzung hat sich in den vergangenen Jahren verstärkt. In den letzten 21 Sitzungen seit Anfang 2024, davon zwei unter Warsh und 19 unter Powell, erklärte die tägliche Veränderung der OIS am Sitzungstag rund 62 Prozent der USD-Varianz."

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