Die EZB wird am Donnerstag voraussichtlich erneut die Leitzinsen senken - nur fünf Wochen nach der letzten Zinssenkung Mitte September. Vier Argumente sprechen dagegen, meint Dr. Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank.
Zinssenkung der EZB zu riskant
„Erstens ist die Kerninflation gesunken, unter anderem weil der Rückgang der Energiepreise über die Transportdienstleistungen auf die Kernverbraucherpreise durchschlägt und diese indirekt drückt. Das haben wir im vergangenen Herbst gesehen. Zum anderen hat sich der Anstieg der Tariflöhne im Euroraum inzwischen weiter beschleunigt und auf einem hohen Niveau von 4,5 Prozent eingependelt, was mit dem Inflationsziel der EZB von 2 Prozent nicht vereinbar ist. Entgegen den Behauptungen der EZB hat sich der Lohnanstieg noch nicht verlangsamt“.
Drittens: Viele Unternehmen in der Eurozone leiden nach wie vor unter Arbeitskräftemangel. Rund ein Fünftel der Unternehmen sieht ihre Geschäfte dadurch behindert - deutlich mehr als im Durchschnitt der letzten zwanzig Jahre. Wenn die EZB in dieser Situation die Zinsen senkt, wird dies die Investitionsnachfrage der Unternehmen ankurbeln und den Arbeitskräftemangel mittelfristig verschärfen. Dies dürfte die Verhandlungsmacht der Arbeitnehmer wieder erhöhen, was zu hohen Lohnabschlüssen und Inflationsraten führen würde.
Viertens ist nach Phasen hoher Inflation generell Vorsicht geboten. Unternehmen und Bürger werden sich noch lange an den Inflationsschock erinnern; die langfristigen Inflationserwartungen sind nicht mehr so fest bei 2 % verankert wie in den Jahren vor dem Koronavirus. Die EZB sollte daher länger als üblich an einer restriktiven Geldpolitik festhalten. Andernfalls besteht die Gefahr, dass die Inflationsbekämpfung wie nach den Ölpreisschocks der 1970er Jahre erneut daran scheitert, dass die Notenbank ihre Politik zu früh lockert.
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