• EUR/USD setzt seinen Kampf fort, um angesichts gemischter Signale nennenswerte Dynamik zu gewinnen.
  • Risiken im Hormuz-Straße stützen den sicheren Hafen USD und begrenzen das Paar angesichts nachlassender EZB-Zinserhöhungserwartungen.
  • Sinkende Chancen für Fed-Zinserhöhungen wirken als Gegenwind für den Greenback und stützen das Paar.

Das EUR/USD-Paar setzt seine seitwärts gerichtete Konsolidierungsbewegung während der asiatischen Sitzung am Dienstag fort, schafft es jedoch, sich komfortabel über der Marke von 1,1400 zu halten. Zudem bleiben die Kassapreise in Schlagdistanz zu einem fast zwei Wochen alten Hoch, das letzten Donnerstag erreicht wurde.

Ein 60-tägiger Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran gerät angesichts steigender Spannungen in der kritischen Straße von Hormuz unter Druck, was den US-Dollar (USD) stützt und als Gegenwind für das EUR/USD-Paar wirkt. Tatsächlich berichtete eine maritime Agentur, dass ein Öltanker während der Durchfahrt durch die wichtige Wasserstraße von einem unbekannten Projektil getroffen wurde. Dies hält die geopolitischen Risiken präsent und hilft, die Abwärtsrisiken für den sicheren Hafen Greenback zu begrenzen.

Unterdessen milderte der jüngste Rückgang der Rohölpreise die Inflationssorgen und reduzierte den Druck auf die Zentralbanken, die Geldpolitik aggressiv zu straffen. Hinzu kommt, dass die schwachen US-Arbeitsmarktdaten, die letzten Donnerstag veröffentlicht wurden, die Markterwartungen für Zinserhöhungen der US-Notenbank (Fed) dämpften. Dies hält die USD-Bullen davon ab, aggressive Wetten zu platzieren, und unterstützt die Argumentation für ein nennenswertes Aufwärtspotenzial des EUR/USD-Paares.

Gleichzeitig kühlten sich die Zinserhöhungserwartungen für die Europäische Zentralbank (EZB) nach einem unerwarteten Rückgang der Inflation in der Eurozone ab, was wiederum zu Vorsicht mahnt, bevor man sich auf eine Aufwertung der Gemeinschaftswährung positioniert. Daher ist es ratsam, auf starke Anschlusskäufe zu warten, bevor bestätigt werden kann, dass das EUR/USD-Paar in der Nähe des Bereichs von 1,1325, dem tiefsten Stand seit Mai 2025, der im Juni erreicht wurde, seinen Boden gefunden hat.

Euro - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.

Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.

Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.

Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.

Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.

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