Der Goldpreis steht an einem kritischen Punkt. Im Tageschart zeigt der Gold-Future GC1! weiterhin einen klaren Abwärtstrend. Die wichtigsten gleitenden Durchschnitte zeigen nach unten, der SuperTrend bleibt bärisch und auch die Ichimoku-Cloud spricht bislang eindeutig gegen eine nachhaltige Trendwende.
Trotzdem sollten Anleger die aktuelle Bewegung nicht unterschätzen.
Rund um 3.955 US-Dollar könnte sich ein Doppelboden bilden. Genau diese Struktur gibt den Bullen kurzfristig neue Hoffnung. Sollte der Goldpreis die wichtige Nackenlinie bei rund 4.216 US-Dollar überwinden, könnte daraus eine deutlich stärkere Gegenbewegung entstehen.
Doch die eigentliche Entscheidung fällt vermutlich erst etwas höher.
Zwischen 4.270 und 4.300 US-Dollar wartet ein massiver Widerstandsbereich. Dort treffen mehrere technische Hürden aufeinander. Genau diese Zone könnte darüber entscheiden, ob die aktuelle Erholung nur ein kurzes Strohfeuer bleibt oder ob sich der Goldpreis tatsächlich aus seinem Abwärtstrend befreien kann.
Für die aktuelle Goldpreis Prognose ist damit eines klar: Die nächsten Bewegungen könnten entscheidend werden.

Der Abwärtstrend beim Goldpreis ist weiterhin intakt
Zunächst sollte man sich nichts vormachen. Das übergeordnete Chartbild bleibt bärisch.
Der Goldpreis notiert deutlich unter der 20-Tage-Linie bei 4.226,4 US-Dollar, unter der 50-Tage-Linie bei 4.267,9 US-Dollar und auch unter der 200-Tage-Linie bei 4.493,7 US-Dollar.
Das ist eine klassische bärische Staffelung.
Für Anleger bedeutet das: Selbst wenn der Goldpreis steigt, warten oberhalb des aktuellen Kurses mehrere Widerstände. Jede Erholung muss sich deshalb erst durch verschiedene technische Hürden kämpfen.
Auch der SuperTrend liefert bislang kein positives Signal. Der Indikator liegt bei 4.407,9 US-Dollar und damit klar über dem aktuellen Kurs. Solange der Goldpreis darunter bleibt, ist der bestehende Abwärtstrend technisch bestätigt.
Noch deutlicher wird die Lage beim Blick auf die Ichimoku-Cloud. Diese erstreckt sich aktuell zwischen 4.436,6 und 4.750,0 US-Dollar. Der Goldpreis liegt darunter.
Das ist wichtig. Denn solange sich der Kurs unterhalb dieser Zone bewegt, bleibt der übergeordnete Trend aus technischer Sicht klar negativ.
Die jüngste Rally ist deshalb bislang genau das: eine Gegenbewegung im Abwärtstrend.
Von einer bestätigten Trendwende kann noch keine Rede sein.
Doch der Doppelboden könnte alles verändern
Ganz so einfach ist die Lage für die Bären allerdings nicht.
Der Goldpreis hat mit Tiefs bei 3.975,7 und 3.955,4 US-Dollar möglicherweise einen Doppelboden aufgebaut. Das Muster ist aktuell zu rund 60 % abgeschlossen und könnte zur Grundlage einer größeren Erholung werden.
Die entscheidende Nackenlinie liegt bei etwa 4.216 US-Dollar.
Genau diese Marke sollten Anleger jetzt im Blick behalten.
Ein nachhaltiger Ausbruch darüber würde das bullische Szenario deutlich stärken. Dann könnte der Markt versuchen, einen Teil der vorherigen Verluste wieder aufzuholen.
Auch die Kursbewegung vom 1. Juli spricht dafür, dass die Käufer noch nicht aufgegeben haben. Rund um 4.038,5 US-Dollar entstand eine starke, engulfing-artige Kerze. Sie leitete eine mehrtägige Rally ein, die von steigendem Volumen begleitet wurde.
Das ist kein unwichtiges Detail.
Steigende Kurse bei zunehmendem Volumen zeigen, dass tatsächlich Nachfrage in den Markt gekommen ist. Die Erholung wurde also nicht nur von einigen wenigen Käufern getragen.
Hinzu kommt eine weitere technische Unterstützung. Der Goldpreis versucht derzeit, sich rund um 4.175 US-Dollar zu stabilisieren. Dort befindet sich die Unterkante eines volumenstarken Handelsbereichs.
Gelingt diese Stabilisierung, könnte eine sogenannte Mean-Reversion-Bewegung folgen. Einfach gesagt: Der Goldpreis könnte versuchen, sich wieder stärker seinen mittelfristigen Durchschnittswerten und später sogar der Ichimoku-Cloud anzunähern.
Genau deshalb ist der mögliche Doppelboden so wichtig.
Scheitert er, droht die nächste Verkaufswelle. Funktioniert er, könnte die aktuelle Goldpreis Prognose schnell deutlich bullischer werden.
Warum die Bären trotzdem weiter die besseren Karten haben
So interessant die Bodenbildung auch aussieht, die technischen Fakten sprechen weiterhin eher für die Verkäufer.
Der SuperTrend ist bärisch. Die gleitenden Durchschnitte zeigen nach unten. Der Kurs liegt unter der Ichimoku-Cloud.
Alle großen Trendsignale laufen damit in dieselbe Richtung.
Hinzu kommt der deutliche Abstand zur 200-Tage-Linie. Der Goldpreis notiert rund 7,31 % darunter.
Das kann zwar bedeuten, dass der Markt kurzfristig überverkauft oder zumindest deutlich überdehnt ist. Doch genau hier machen viele Anleger einen Fehler.
Nur weil ein Kurs stark gefallen ist, muss er noch lange nicht steigen.
Ein Abwärtstrend kann länger anhalten, als viele erwarten. Gerade deshalb ist es gefährlich, allein wegen eines vermeintlich günstigen Kursniveaus auf eine schnelle Erholung zu setzen.
Ein weiteres Warnsignal liefert der Inside Day bei 4.165,26 US-Dollar vom 6. Juli.
Nach drei Tagen Rally zeigte der Goldpreis plötzlich Unentschlossenheit.
Das kann harmlos sein. Es kann aber auch bedeuten, dass der Kaufdruck nachlässt und die Verkäufer wieder zurückkommen.
Genau an solchen Punkten kippen Gegenbewegungen häufig.
Diese Goldpreis-Zone könnte jetzt alles entscheiden
Für die kurzfristige Goldpreis Prognose gibt es eine Zone, die besonders wichtig ist.
Zwischen 4.270 und 4.300 US-Dollar bündeln sich gleich mehrere Widerstände.
Dort liegt das 38,2-%-Fibonacci-Retracement bei 4.284,1 US-Dollar. Gleichzeitig verläuft in diesem Bereich die 50-Tage-Linie. Hinzu kommt eine fallende Trendlinie.
Das ist ein massiver Widerstandscluster.
Sollte der Goldpreis bis in diesen Bereich steigen und dort Schwäche zeigen, könnte genau das den nächsten Abverkauf auslösen.
Für Anleger ist diese Zone deshalb wichtiger als viele kurzfristige Kursbewegungen darunter.
Ein Anstieg bis 4.270 oder 4.300 US-Dollar wäre noch keine Trendwende. Erst wenn der Markt diese Widerstände überzeugend überwindet, würde sich das technische Bild wirklich verändern.
Bis dahin bleibt jeder stärkere Anstieg anfällig für neue Verkäufe.
Das bullische Szenario: So könnte die Erholung weitergehen
Die wichtigste Long-Zone liegt zwischen 3.955 und 4.020 US-Dollar.
Hier treffen der mögliche Doppelboden und eine leichte Unterstützung aus dem Volumenprofil aufeinander.
Ein möglicher Einstieg für erfahrene Kontra-Trader liegt bei etwa 4.150 US-Dollar im Rahmen eines Rücksetzers. Die defensivere Variante wäre ein Einstieg bei etwa 4.220 US-Dollar, allerdings erst nach einem bestätigten Schlusskurs über der Nackenlinie bei 4.216 US-Dollar.
Der Stop liegt bei 3.950 US-Dollar.
Als mögliche Kursziele kommen 4.550, 4.750 und 4.917 US-Dollar infrage.
Daraus ergeben sich Chance-Risiko-Verhältnisse von ungefähr 2,0, 3,0 und 3,84.
Die Idee hinter diesem Trade ist klar.
Die Bullen setzen darauf, dass der Doppelboden bestätigt wird und der Goldpreis eine stärkere Gegenbewegung startet. In diesem Fall könnte der Kurs zunächst in Richtung der alten Hochs und später zurück an die Ichimoku-Cloud laufen.
Trotzdem bleibt das ein Trade gegen den Haupttrend.
Genau deshalb ist dieses Setup nicht für jeden geeignet. Wer gegen einen bestehenden Abwärtstrend handelt, muss akzeptieren, dass das Risiko höher ist und Fehlsignale häufiger auftreten können.
Das bärische Szenario bleibt strukturell attraktiver
Das bevorzugte Setup bleibt weiterhin auf der Short-Seite.
Ein möglicher Einstieg bietet sich bei einer Ablehnung rund um 4.200 US-Dollar an. Alternativ könnte ein Short nach einem bestätigten Schlusskurs unter 3.955,4 US-Dollar interessant werden.
Der ATR-basierte Stop liegt bei 4.141,85 US-Dollar.
Als mögliche Kursziele kommen 3.660, 3.510 und 3.350 US-Dollar infrage.
Die Chance-Risiko-Verhältnisse liegen bei etwa 1,51, 2,29 und 3,13.
Warum erscheint dieses Szenario interessanter?
Weil es mit dem bestehenden Trend handelt.
Der Goldpreis läuft bei jeder Erholung in neue Widerstände. Genau das macht höhere Kurse für Verkäufer interessant.
Das Prinzip dahinter ist einfach: Stärke verkaufen, statt einer Bewegung hinterherzulaufen.
Besonders attraktiv könnte dieses Szenario werden, wenn der Goldpreis bis in die Zone zwischen 4.270 und 4.300 US-Dollar steigt und dort klar nach unten dreht.
Dann würden Trend, Widerstände und Kursreaktion zusammenpassen.
Zwischen diesen Marken sollten Anleger vorsichtig sein
Zwischen 4.020 und 4.270 US-Dollar ist die Lage dagegen schwieriger.
Dieser Bereich ist aktuell eine klassische No-Trade-Zone.
Der Goldpreis befindet sich hier zwischen wichtigen Unterstützungen und Widerständen. Das Chance-Risiko-Verhältnis ist dadurch ungünstiger.
Unterhalb von 4.020 US-Dollar wird die mögliche Bodenbildung wieder interessant. Oberhalb von 4.270 US-Dollar beginnt der massive Widerstandsbereich.
Dazwischen fehlt die klare technische Richtung.
Gerade in solchen Phasen verlieren viele Anleger Geld, weil sie jede kleine Bewegung handeln wollen.
Manchmal ist Abwarten die bessere Entscheidung.
Die hohe Volatilität macht den Goldpreis zusätzlich gefährlich
Ein weiterer Punkt darf bei dieser Goldpreis Prognose nicht unterschätzt werden: die hohe Volatilität.
Die Average True Range liegt aktuell bei etwa 127,9 US-Dollar. Das entspricht rund 3,07 %.
Die täglichen Bewegungen sind damit erheblich.
Stops brauchen entsprechend mehr Abstand. Wer sie zu eng setzt, kann aus einem grundsätzlich richtigen Trade gedrängt werden, obwohl sich der Markt später doch in die erwartete Richtung bewegt.
Auch das Volumen liefert ein interessantes Signal.
Während der Rally zog das Handelsvolumen deutlich an. In der anschließenden Konsolidierung ging es jedoch wieder zurück.
Die Energie nimmt also ab.
Das muss nicht automatisch negativ sein. Es bedeutet aber, dass der nächste größere Impuls umso wichtiger werden dürfte.
Entweder kommen die Käufer zurück und treiben den Goldpreis über die entscheidenden Widerstände. Oder die Bären nutzen die nachlassende Dynamik für die nächste Verkaufswelle.
Goldpreis Prognose: Mein Fazit
Die Lage beim Goldpreis ist spannender, als es der klare Abwärtstrend auf den ersten Blick vermuten lässt.
Der mögliche Doppelboden rund um 3.955 US-Dollar gibt den Bullen eine echte Chance. Ein nachhaltiger Ausbruch über 4.216 US-Dollar könnte eine stärkere Erholung auslösen und den Weg in Richtung 4.550, 4.750 und später sogar 4.917 US-Dollar öffnen.
Doch noch haben die Bären die besseren Argumente.
Der Goldpreis liegt unter allen wichtigen gleitenden Durchschnitten. Der SuperTrend bleibt negativ. Die Ichimoku-Cloud liegt deutlich über dem Kurs.
Vor allem die Zone zwischen 4.270 und 4.300 US-Dollar könnte zum entscheidenden Test werden.
Scheitert der Goldpreis dort, wäre eine neue Abwärtswelle wahrscheinlich. Gelingt dagegen der Ausbruch, müsste die bisher klar bärische Goldpreis Prognose neu bewertet werden.
Bis dahin bleibt für mich der Pro-Trend-Ansatz strukturell im Vorteil.
Der Doppelboden darf jedoch nicht ignoriert werden. Bei der aktuellen Volatilität sind außerdem schnelle Gegenbewegungen und Short-Squeezes jederzeit möglich.
Genau deshalb kommt es jetzt weniger darauf an, jede Bewegung vorherzusagen. Entscheidend ist, die richtigen Marken zu kennen und erst dann zu handeln, wenn der Markt eine klare Richtung zeigt.
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Das sollten Sie am Freitag, den 3. Juli, im Blick behalten:
Der US-Dollar kämpft am letzten Handelstag der Woche darum, gegenüber seinen wichtigsten Rivalen widerstandsfähig zu bleiben, da die Anleger den Zeitpunkt einer möglichen Zinserhöhung der Federal Reserve nach den enttäuschenden Arbeitsmarktdaten für Juni bewerten. Der Wirtschaftskalender wird keine Daten mit hoher Relevanz enthalten, und die Handelsaktivität wird voraussichtlich bis zum Wochenende gedämpft bleiben, da die Aktien- und Anleihemärkte in den Vereinigten Staaten wegen der Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag geschlossen bleiben.