Der Euro (EUR) steht unter Druck und entwickelt sich schwächer als die meisten anderen G10-Währungen. Belastend wirken eine stimmungsgetriebene Korrektur sowie das Fehlen neuer Impulse. Da die Markterwartungen an die Geldpolitik der Europäische Zentralbank derzeit neutral sind und die vorläufigen Inflationsdaten aus dem Euroraum zur Wochenmitte im Fokus stehen, rutscht EUR/USD in Richtung technischer Unterstützungsmarken. Dies stützt die Erwartung einer seitwärts gerichteten Bewegung auf kurze Sicht statt eines klaren Trendwechsels, berichten die Devisenstrategen Shaun Osborne und Eric Theoret von Scotiabank.
Geopolitik belastet Euro trotz unterstützender Renditeabstände
„Der Euro ist schwach, verliert 0,3 Prozent gegenüber dem US-Dollar und schneidet schlechter ab als alle G10-Währungen mit Ausnahme des Schweizer Franken. Mangels wichtiger Konjunkturdaten dominiert derzeit die übergeordnete Marktstimmung. Höhepunkt der Woche dürften die vorläufigen Inflationszahlen für den Euroraum am Mittwoch sein, wobei für die Gesamtteuerung ein Anstieg von 2,0 Prozent im Jahresvergleich erwartet wird. Von Seiten der EZB gab es zuletzt nur wenige Wortmeldungen, und der Markt für kurzfristige Zinsen preist weiterhin keine geldpolitischen Änderungen in die eine oder andere Richtung ein.“
„Die Renditeabstände weiten sich aus und nähern sich neuen Höchstständen, was dem Euro aus fundamentaler Sicht Unterstützung bietet. Die Abweichung zum Kassakurs ist auffällig und deutet auf eine stimmungsbedingte Schwäche hin, ausgelöst durch die geopolitischen Entwicklungen am vergangenen Wochenende. Auch der Optionsmarkt spiegelt diese Bewegung wider: Risikoaufschläge entwickeln sich im Gleichlauf mit dem Euro und senken die Prämien für Absicherungen gegen eine Euro-Aufwertung.“
„Der Euro zeigt innerhalb der seit Ende Juni bestehenden Seitwärtsspanne eine moderate Schwäche. Bemerkenswert ist, dass der RSI unter die Marke von 50 gefallen ist. Zudem ist eine erneute Abwärtsbewegung in Richtung der 50-Tage-Linie bei 1,1644 zu erkennen. Kurzfristig rechnen wir mit einer Handelsspanne zwischen 1,1620 und 1,1720.“
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Das sollten Sie am Mittwoch, den 7. Januar, im Blick behalten:
Eurostat wird die vorläufigen Inflationsdaten für Dezember in der europäischen Sitzung veröffentlichen. In der zweiten Tageshälfte wird der US-Wirtschaftskalender die ADP-Beschäftigungszahlen für Dezember, die JOLTS-Stellenangebote für November und den ISM-EMI-Bericht für Dezember enthalten.