• EUR/USD stärkt sich am Mittwoch im frühen europäischen Handel auf rund 1,1410. 
  • Es wird allgemein erwartet, dass die EZB ihren Einlagenzins am Donnerstag bei 2,25 % belässt. 
  • Die USA erneuerten Angriffe auf den Iran, nachdem Trump mit einem Angriff auf eine unterirdische Nuklearanlage gedroht hatte. 

Das Paar EUR/USD hält sich am Mittwoch im frühen europäischen Handel nahe 1,1410 stabil und wird von einem hawkischen Ton der Europäischen Zentralbank (EZB) gestützt. Das Potenzial für weitere Kursgewinne des Majors könnte jedoch angesichts eskalierender militärischer Spannungen und jüngster Vergeltungsangriffe zwischen den USA und dem Iran begrenzt sein. 

Die drohende Gefahr einer anhaltenden Inflation veranlasst Händler, einen hawkischeren Kurs der EZB-Geldpolitik einzupreisen. Dies könnte die Gemeinschaftswährung kurzfristig stützen. Die EZB hatte ihre Leitzinsen auf ihrer Juni-Sitzung auf 2,25 % angehoben. Händler erwarten, dass die EZB ihren Einlagenzins auf der bevorstehenden Juli-Sitzung am Donnerstag bei 2,25 % belässt. 

Die Geldmärkte signalisieren jedoch einen Einlagenzins der EZB von 2,66 % im Dezember und 2,73 % im Februar 2027, gegenüber aktuell 2,25 %. Zudem ist eine Zinserhöhung im September bereits vollständig eingepreist, so Reuters. 

Andererseits könnten die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten eine sichere Hafenwährung wie den Greenback stärken und Gegenwind für EUR/USD erzeugen. Die BBC berichtete, dass die USA am Dienstag zum elften Mal in Folge Angriffe auf den Iran starteten, während Teheran die USA vor Angriffen auf seine Nuklearanlagen warnte. Der oberste gemeinsame Militärstab Irans erklärte, dass Teheran seine Angriffe ausweiten und die Interessen der USA und ihrer Verbündeten in der Region ins Visier nehmen werde, falls die USA Irans Nuklearanlagen angreifen. 

Euro - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.

Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.

Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.

Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.

Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.

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