• Das Paar EUR/USD steigt im frühen asiatischen Handel am Donnerstag auf rund 1,1540.
  • Es wird erwartet, dass die EZB am Donnerstag die Zinssätze anhebt.
  • Die USA starten neue Angriffe auf den Iran, was Befürchtungen vor einem langwierigen Krieg im Nahen Osten schürt.

Das Paar EUR/USD handelt im frühen asiatischen Handel am Donnerstag im positiven Bereich nahe 1,1540. Steigende Wetten darauf, dass die Europäische Zentralbank (EZB) auf ihrer Juni-Sitzung später am Donnerstag eine Zinserhöhung vornehmen wird, stützen den Euro (EUR) gegenüber dem Greenback.

Es wird erwartet, dass die EZB im Laufe des Tages die Zinssätze anhebt, da die Entscheidungsträger die Gefahr von Zweitrundeneffekten der Inflation angesichts der hohen Energiepreise adressieren. Dies wäre die erste Zinserhöhung seit drei Jahren.

Händler werden die Inflations- und Wirtschaftswachstumsprojektionen der EZB genau beobachten. Der Markt rechnet mit drei Zinserhöhungen für den Rest des Jahres. Zudem könnte die Pressekonferenz von EZB-Präsidentin Christine Lagarde Hinweise darauf geben, ob die Zinserhöhung eine einmalige Maßnahme ist oder ob in diesem Jahr weitere Straffungen wahrscheinlich sind. Hawkische Äußerungen der Entscheidungsträger könnten die Gemeinschaftswährung kurzfristig stärken.

Andererseits könnten die steigenden Spannungen im Nahen Osten eine sichere Hafenwährung wie den US-Dollar (USD) stärken und dem wichtigen Währungspaar Gegenwind verleihen. Das US-Zentralkommando (CENTCOM) teilte mit, dass die USA am Mittwoch mit Angriffen im Iran begonnen haben und fügte hinzu, dass die Angriffe „als Reaktion auf die unbegründete und anhaltende Aggression Irans“ erfolgen.

Unterdessen erklärte die Islamische Revolutionsgarde (IRGC), dass die Straße „für alle Schiffe, einschließlich Öltanker und Handelsschiffe, mit sofortiger Wirkung geschlossen ist“ und „jedes Schiff, das versucht, die Straße zu passieren, ins Visier genommen wird“.

Euro - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.

Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.

Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.

Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.

Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.

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