- USD/CAD fällt am Donnerstag leicht, zeigt jedoch angesichts gemischter Signale keine Fortsetzung.
- Steigende Ölpreise stützen den Loonie und begrenzen die Gewinne bei einem moderaten Rückgang des USD.
- Geopolitische Risiken und die divergierenden Erwartungen zwischen Fed und BoC stützen das Währungspaar.
Das Paar USD/CAD hat Schwierigkeiten, den nächtlichen Bounce von der Marke 1,3900, dem Wochentief, zu nutzen, und tendiert während der asiatischen Sitzung am Donnerstag leicht nach unten. Die Spotpreise bleiben jedoch in Schlagdistanz zum bisherigen Jahreshoch, das am Dienstag erreicht wurde, und notieren derzeit knapp unter der Mitte der 1,3900er Marke, mit einem Tagesverlust von weniger als 0,10 % angesichts gemischter Signale.
Der Iran kündigte die Schließung der Straße von Hormus an, nachdem die USA unter Anweisung von US-Präsident Donald Trump eine neue Welle von Angriffen im Land gestartet hatten. Die jüngsten Entwicklungen helfen den Rohölpreisen, sich weiter von einem fast zwei Monate alten Tief, das am Dienstag erreicht wurde, zu erholen, was den rohstoffgebundenen Loonie stützt. Abgesehen davon erweist sich die gedämpfte Kursentwicklung des US-Dollars (USD) als weiterer Faktor, der dem Paar USD/CAD Gegenwind verleiht.
Unterdessen könnte das Risiko einer weiteren Eskalation der Spannungen zwischen den USA und dem Iran weiterhin den sicheren Hafenstatus des Greenbacks begünstigen. Tatsächlich erklärte der gemeinsame militärische Befehl des Iran, dass seine Streitkräfte auf jede "Aggression" der USA in der Region mit einer "vernichtenden und entschiedenen" Antwort reagieren werden. Darüber hinaus befeuert der kriegsbedingte Anstieg der Energiepreise weiterhin inflationsbedingte Sorgen und stärkt die Erwartungen an eine restriktivere Geldpolitik der US-Notenbank (Fed).
Nach Angaben des FedWatch-Tools der CME Group preisen Händler derzeit eine Wahrscheinlichkeit von über 70 % ein, dass die US-Zentralbank die Kreditkosten bis Ende dieses Jahres anheben wird. Die Wetten wurden durch den Bericht vom Mittwoch angehoben, der zeigte, dass der US-Verbraucherpreisindex (CPI) im Mai im Jahresvergleich um 4,2 % gestiegen ist und damit den höchsten Stand seit drei Jahren markiert. Im Gegensatz dazu hält die Bank of Canada (BoC) an einer dovishen Haltung fest, da die Entscheidungsträger einer schwachen Wirtschaft Vorrang vor Inflationsbedrohungen einräumen.
Die divergierenden geldpolitischen Erwartungen von Fed und BoC sollten wiederum dazu beitragen, den Abwärtstrend des USD/CAD-Paares zu begrenzen, weshalb es ratsam ist, auf eine starke Verkaufswelle zu warten, bevor bestätigt wird, dass die Spotpreise ihren Höchststand erreicht haben. Die Händler blicken nun gespannt auf die Veröffentlichung des US-Erzeugerpreisindex (PPI), die später während der nordamerikanischen Sitzung erwartet wird. Dies sollte zusammen mit neuen Entwicklungen in der Nahostkrise und den Ölpreisentwicklungen einen frischen Impuls geben.
Kanadischer Dollar - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.
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