• EUR/CAD schwächt sich ab, da der Euro inmitten zunehmender Risikoaversion, eskalierender Konflikte im Nahen Osten und stark steigender Ölpreise unter Druck gerät.
  • Der Kanadische Dollar profitiert stark von den erhöhten Energiepreisen, verstärkt durch anhaltende logistische Engpässe, die die Straße von Hormus umgehen.
  • Höher als erwartet ausgefallene US-Verbraucherinflationsdaten ließen die Markterwartungen für eine bevorstehende Zinserhöhung der Federal Reserve auf 87% steigen.

EUR/CAD gibt weiter nach, nachdem es seine jüngsten Gewinne vom Vortag wieder abgegeben hat, und notiert während der europäischen Handelsstunden am Montag um 1,6030. Das Währungspaar fällt derzeit, da der Euro (EUR) mit zunehmenden Herausforderungen durch steigende Risikoaversion, höhere Ölpreise und wachsende Wetten auf eine Zinserhöhung der Federal Reserve (Fed) konfrontiert ist.

Händler nehmen angesichts der Befürchtungen einer langwierigen Krise im Nahen Osten eine vorsichtige Haltung ein, was die Ölpreise auf hohem Niveau gehalten und der Weltwirtschaft einen inflationären Schock versetzt hat. Diese vorsichtige Stimmung wird zusätzlich durch jüngste Daten des US Bureau of Labor Statistics verstärkt, wonach der US-Verbraucherpreisindex (CPI) im August gegenüber dem Vormonat um 0,4% gestiegen ist, wodurch sich der Anstieg auf 12-Monats-Basis auf 3,4% erhöhte. Unterdessen stieg der Kern-CPI monatlich um 0,3% und übertraf damit sowohl den vorherigen als auch den prognostizierten Anstieg von 0,2%.

Der US-Inflationsbericht hat den Druck auf die Federal Reserve erhöht, die Geldpolitik weiter zu straffen, wobei das CME FedWatch-Tool darauf hindeutet, dass die Finanzmärkte eine Wahrscheinlichkeit von 87% für eine Zinserhöhung um einen Viertelpunkt bei der nächsten Sitzung eingepreist haben, deutlich mehr als 59% in der Vorwoche.

Das Mitglied des EZB-Rats, Gediminas Simkus, erklärte am Montag, dass die Möglichkeit geldpolitischer Maßnahmen bei jeder bevorstehenden Sitzung nicht ausgeschlossen werden könne. Simkus betonte die Notwendigkeit, die Energiepreise vor der geldpolitischen Sitzung im Oktober genau zu bewerten. Darüber hinaus merkte er an, dass der Dezember einen natürlichen Zeitraum bieten werde, um die wirtschaftliche Lage eingehender zu beurteilen.

Darüber hinaus steht das EUR/CAD-Paar auch unter Druck, weil der rohstoffgebundene Kanadische Dollar (CAD) von den erhöhten Ölpreisen starke Unterstützung erhält. Die Rohölpreise sind nach einem Drohnenangriff, der Saudi-Arabien dazu zwang, eine wichtige Rohölpipeline stillzulegen, die traditionell als kritische Route zur Umgehung der Straße von Hormus genutzt wird, in Richtung eines fast Viermonatshochs gestiegen. Der Betrieb der East-West-Pipeline wurde nach den Angriffen vom Donnerstag vorsorglich sofort ausgesetzt, und die Behörden haben bislang nicht mitgeteilt, wann der normale Betrieb wieder aufgenommen wird.

Kanadische Inflationsdaten sollen hawkische Warnung der BoC auf die Probe stellen

Elias Haddad von Brown Brothers Harriman hebt hervor, dass die Veröffentlichung des kanadischen CPI für August am Montag ein wichtiger Gradmesser für die jüngste Tonänderung der Bank of Canada sein wird, und merkt an, dass sie "die Warnung der Bank of Canada (BoC), dass ‚die Aufwärtsrisiken für die Inflation zugenommen haben‘, auf die Probe stellen wird." Da sowohl die Gesamt- als auch die Kernrate voraussichtlich um die 2%-Marke oder leicht darüber liegen werden, werden die Daten dazu beitragen zu klären, ob sich diese Aufwärtsrisiken materialisieren und wie stark die hawkische Tendenz der BoC wahrscheinlich untermauert wird.

US-Leitzinsen - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Zinssätze sind der Preis für das Leihen von Geld und werden sowohl von Finanzinstituten an Kreditnehmer als auch an Sparer ausgezahlt. Zentralbanken beeinflussen sie durch ihre Leitzinsentscheidungen, um die Wirtschaft zu stabilisieren und die Inflation im Zielbereich von etwa 2 % zu halten.

Höhere Zinssätze stärken in der Regel die Währung eines Landes, da sie es für globale Investoren attraktiver machen, ihr Geld dort anzulegen.

Hohe Zinsen setzen den Goldpreis unter Druck, da Anleger höhere Renditen bei zinstragenden Anlagen erzielen können. Ein starker US-Dollar, der oft mit steigenden Zinsen einhergeht, senkt zusätzlich den Goldpreis, da Gold in Dollar notiert wird und ein stärkerer Dollar die Kaufkraft anderer Währungen verringert.

Der Fed-Funds-Zins ist der Übernachtzins, zu dem sich US-Banken gegenseitig Geld leihen. Dieser Leitzins wird in den geldpolitischen Sitzungen der Federal Reserve festgelegt und beeinflusst maßgeblich das Verhalten der Finanzmärkte. Die Markterwartungen in Bezug auf künftige Zinssätze werden durch das CME FedWatch Tool erfasst, das eine Orientierungshilfe für Investoren bietet.

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